Apostelgeschichte 1,1
Andachten
Herr Christe, wir danken Dir, dass Du nach erhaltenem Sieg wider alle Deine und unsere Feinde Deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, im Triumph und Jubel der heiligen Engel gehalten und Dich zur Rechten Deines himmlischen Vaters gesetzt hast, da du uns täglich in allen unsern Nöten treulich vertrittst und für uns bittest. Also hat Dein Kreuz und Leiden ein seliges und gewünschtes Ende genommen, und bist als der himmlische Bahn- und Durchbrecher durch den Tod zu Deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen, uns tröstlich zu lehren, dass wir hier in diesem Leben mit Dir leiden, auch der ewigen Herrlichkeit sollen wir teilhaftig werden. Lieber Heiland, Du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; Du bist im Siege, wir sind noch im Streit. Gib uns Deine Gnade, dass wir Dir mit unserm Herzen und Gedanken fleißig nachsehen, auf dass unser Herz sie, wo unser Schatz ist. Lass uns alles Weltliche gering achten, damit wir uns zu Dir in die Höhe mit herzlichem Gebet und Seufzen, als mit den rechten Flügeln des wahren Glaubens, aufschwingen können. Wir glauben und trösten uns ja festiglich, weil Du gen Himmel gefahren als unser Haupt, du werdest uns als Deine lieben Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf durch Deine Hülfe vollendet und im wahren Glauben beschlossen, auch zu Dir nehmen. Und weil Du nicht allein zu Deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgefahren bist, so erfülle Deine tröstliche Zusage, liebster Erlöser, und hole uns bald zu Dir, denn uns verlanget von Herzen nach Dir. Wir wollten zwar jetzt bald lieber bei Dir in unserm himmlischen Vaterlande sein, als in dieser elenden Pilgerschaft länger wallen; wir wollten unsre irdische Hülle gern ablegen, denn wir sehnen uns nach unserer Behausung, die im Himmel ist; aber das wird doch nicht geschehen, bis Du uns nach Deinem Wohlgefallen im Frieden heimfahren lässt. Unterdessen wollen wir mit unserm Gemüte in den Himmel dringen, und mit dem Verlangen bei Dir sein, durch den Beistand Deines Heiligen Geistes, auf dass wir zwar mit dem Leibe hier auf Erden behalten werden, mit dem Herzen aber stets bei Dir im Himmel sein, der Du bist unseres Herzens Freude und Wonne, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. (Friedrich Arndt)