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Psalm 97,11

Psalm 97,11

Andachten

Den Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen, und Freude den Frommen Herzen.
(Ps. 97,11.)

Wir sind ja Kinder dieser Welt und daher auch oft an das Bett geheftet, doch nicht an vier Orten, wie unser HErr an dem Kreuz. In gesunden Tagen haben wir keinen solchen Eindruck von der Abhängigkeit gegen Gott, als wie in Krankheiten. Diese Welt ist eine Notwelt. Ein jeder Gläubige hat seine Portion innerlicher oder äußerlicher Leiden. Dass wir nur Christum gewinnen! So wunderlich es geht und so beschwerlich in dem Lauf dieses Lebens, geht es nur der ewigen Seligkeit zu, so ist es schon gut. Die Liebe Gottes hat unter die Umstände dieses Lebens mit großer Treue immer etwas hineingeflochten, das einen Zugang auf die Ewigkeit geben möchte. Gott verzärtelt nicht, sondern übt die Seinigen! Ich will die Süßigkeiten borgen bis in die Heimat. Es ist eben, als wie wann ein Kind seine Zuckerstücklein den Eltern aufzuheben gäbe. Es ist ja wohl dort verwahrt, und wann mans braucht, kann es allemal sicher abgeholt werden. Freude ist bei den Gottlosen eine Leidenschaft, bei den Frommen eine Heilige Übung, ein nicht geringer Teil des inneren Gottesdienstes! Amen. (J. A. Bengel.)


Sogar von Seiten des Herrn, unseres Gottes, unseres gnädigen, lieben, himmlischen Vaters selbst können einem Pilger auf seinem Weg allerhand Bedenklichkeiten und Skrupel zustoßen; nämlich wenn es dem Herrn öfters gefällt, sein Licht vor der Seele zu verbergen und sie im Finstern gehen zu lassen, ihr alle Süßigkeiten und Empfindungen zu entziehen und sie in der Dürre wandeln zu lassen. Hier ist nun leicht zu denken, wie schwer es da zugehe. Wenn ein Pilger auf einer großen Heide gehen muss, wo es sehr dürr ist und die Sonne heiß scheint, und er hat nichts zu beißen und zu brechen, o da fällt ihm der Weg schwer; da geht es hart und kümmerlich her. Allein, liebe Seele, gehe mit der Sache einmal ins Heiligtum! Bist du auch selbst schuld daran, dass dir Gott sein Licht entzogen hat und er dich deshalb von den Süßigkeiten und Lieblichkeiten fortnehmen muss? Ist es dir vielleicht bewusst, dass du durch eine vorsätzliche Untreue und Abweichung vom Weg des Herrn selbst Ursache davon bist, - ach so begreife dich und tritt augenblicklich wieder auf den geraden Weg! Weißt du aber keine Ursache; weißt du nichts zu finden, dass dir klar sei, warum der Herr sein Licht, seine Empfindungen, seine Mitteilungen dir entzogen habe, wohlan, so gehe in das Heiligtum; fasse dich und denke, es sei der Herr, der solches alles tut und es aus sehr weisen Ursachen so fügt. Vielleicht bist du auch darin untreu gewesen, dass du dich der Süßigkeiten und der Gnaden in Eigenliebe zu viel angemaßt hast. Siehe, liebes Herz, ist es denn nicht wohlgetan, wenn der liebe Vater dir solches entzieht, damit du nicht gar verdirbst? Ist es nicht seiner Weisheit gemäß, wenn er dich gewöhnen will, im bloßen, reinen Glauben vor ihm zu wandeln; wenn er will, dass du auf ihn wesentlich und allein gegründet sein sollst und nicht auf die Lichter, nicht auf die Süßigkeiten und den Geschmack?

Will Gott dir alle Zierde nehmen,
Entblößt er dich von Kraft und Mut,
Scheinst du ohn' Tugend, ohne Gut,
Ei, lerne dich nach ihm bequemen.
Dein Gut's muss nicht die Stütze sein,
Gott ist dein Grund, dein Gut allein;
Kannst du dein Eignes dabei wagen,
Dann end't sich all dein Weh und Klagen. (Gerhard Tersteegen)


“Licht ist gesät für die Gerechten, und Freude für die aufrichtigen Herzen.“
Gerechtigkeit kostet dem oft viel, der auf alle Gefahr hin daran festhält, aber am Ende wird sie die Kosten einbringen und einen unendlichen Gewinn liefern. Ein heiliges Leben gleicht dem Säen des Samens: viel wird ausgeworfen und scheinbar ist es in dem Boden begraben, um nie wieder eingesammelt zu werden. Wir irren uns, wenn wir eine sofortige Ernte erwarten; aber der Irrtum ist sehr natürlich, denn es scheint unmöglich, Licht zu begraben. Doch das Licht wird „gesät“, sagt der Text. Es liegt verborgen: Niemand kann es sehen, es ist gesät. Wir sind ganz gewiss, dass es sich eines Tages offenbaren muss.

Völlig gewiss sind wir, dass der Herr eine Ernte bestimmt hat für die Säer des Lichtes und dass sie dieselbe einheimsen sollen, ein jeder für sich selbst. Dann wird ihre Freude kommen. Garben der Freude für Samen des Lichtes. Ihr Herz war aufrichtig vor dem Herrn obwohl die Menschen dies nicht glauben wollten und sie sogar tadelten: sie waren gerecht, obwohl andre sie öffentlich zu großer Strenge beschuldigten. Sie hatten zu warten, wie der Ackersmann auf die köstlichen Früchte der Erde wartet: aber das Licht war für sie gesät, und Freude war für sie bereitet von dem Herrn der Ernte. Mut, Brüder, wir brauchen nicht in Hast zu sein. Lasst uns „in Geduld unsre Seelen besitzen,“ denn bald sollen unsre Seelen Licht und Freude besitzen. (Charles Haddon Spurgeon)

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at/19/psalm_97_11.txt · Zuletzt geändert: von aj
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