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Johannes 14,17

Johannes 14,17

Andachten

Welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie sieht ihn nicht und kennet ihn nicht.
Das gehört auch zur Tröstung der Christenheit. Denn wenn sie sich umsehen in die weite Welt, weil ihr unzählig viel sind, die unsere Lehre verachten, lästern und verfolgen, und nicht schlechte, geringe Leute, sondern allermeist die Hochverständigsten, Gelehrtesten, Gewaltigsten und auch die da wollen die Frömmsten und Heiligsten sein, das stößt ein schwachgläubig Herz vor den Kopf, dass es anfanget zu denken: Sollten denn so große Leute allzumal irren, und alles falsch und verdammt sein, was sie tun und sagen, setzen und schließen? Dawider stellt er hiermit das Urteil dürr und nur, dass wir des sollen gewiss sein, dass es nicht anders geht, noch gehen kann, und schleußt, dass sie es nicht können verstehen, noch zu warten oder zu hoffen sei, dass der große Haufe, welche sind die Größten, Edelsten, Besten und der rechte Kern der Welt, sollten die Wahrheiten haben.

Also sieht Christus in dieser Predigt immer beiseits auf die, so sein kleines Häuflein wollen erschrecken, blöde und verzagt machen, dass sie sollen zweifeln und denken: Solltest du allein weise, klug und heilig sein und so viel trefflicher Leute alle Nichts sein, noch wissen? Was soll ich allein, oder mit so wenigen machen und Verfolgung leiden und mich lassen von so viel hohen, trefflichen Leuten verdammen und dem Teufel geben? Wohlan, dazu (spricht er) musst du gerüstet sein und dich solches nicht lassen anfechten, sondern gewiss sein, dass du habest den Geist der Wahrheit, welches die andern, so dich verfolgen, nicht wert sein, ja ihn nicht können sehen, noch kennen, wenn sie noch viel gelehrter, weisere und höhere Leute waren, und dass dein Tun und Wesen soll gelten und recht sein und bleiben vor Gott und ihres dagegen verdammt sein. (Martin Luther)


Die Welt kann den Geist der Wahrheit nicht empfangen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
Der Herr redet in verschiedenen Stellen verschieden von der Welt; das eine Mal erscheint er als Retter der Welt, das andere Mal stellt er die Welt hin als eine ihm feindliche Macht. Wir verstehen das: es gibt Gottlob! Manche in der Welt, die sich retten lassen; Andere aber verwerfen die ihnen angebotene Gnade. Von letzteren sagt der Herr in unserem Text, dass sie den heiligen Geist nicht empfangen können, weil sie ihn nicht sehen und darum nicht kennen. Die Welt, soweit sie Christum verwirft, will nichts vom Unsichtbaren, Geistlichen wissen; sie hängt am Sichtbaren und alles Andere ist ihr Torheit. Darum hat sie weder Auge noch Ohr für den heiligen Geist und kennt ihn nicht.

Den Jüngern kann der Herr lange vor Pfingsten sagen: ihr aber kennt ihn. Wie konnten sie denn den heiligen Geist vor Pfingsten kennen? Sie kannten ihn aus seinem Wirken an ihren eigenen Herzen. Unter Johannes dem Täufer erfuhren sie, wie der heilige Geist Buße wirkt. Im Umgang mit dem Heiland erfuhren sie, wie der heilige Geist Glauben an Jesum und Gemeinschaft mit Jesu wirkt. Dieses Wirken des Geistes an den Jüngern bestätigt der Herr selber durch die er ihnen gab: „ihr seid rein“; „sie sind nicht von der Welt“; „ich bin in ihnen verklärt“; „sie glauben, dass Du mich gesandt hast“. Vor Jesu Tod kannten die Jünger den heiligen Geist, wie eine Braut ihren künftigen Bräutigam, wenn sie ihm vor der Verlobung da und dort begegnet. Nach Jesu Auferstehung traten sie dann in nähere Beziehung zu ihm und an Pfingsten in die innigste Verbindung. Das spricht der Heiland so fein aus in unserem Text, wenn er sagt: ihr kennt ihn jetzt aus seiner Arbeit an euch und diese Arbeit an euch wird nicht aufhören, er bleibt bei euch. Aber es kommt die Zeit, da er in euch sein, in euch wohnen wird. So muss es bei uns Allen werden: wir dürfen nicht befriedigt sein, wenn der heilige Geist durch das Wort an uns wirkt, er will in uns wohnen.

Lieber Herr Jesu! Mache Deiner Gemeinde wieder klar, welch ein Unterschied es ist zwischen dem bei uns sein des Geistes und seinem Wohnen in uns. Amen. (Elias Schrenk)

Predigten

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