Offenbarung 12,7
Andachten
Offenbarung 12,7-17
Dies Kapitel gibt uns eine ernste Kunde vom Teufel und seinem finstern Reich. Er war von Anfang ein Engel des Lichts und unter den vortrefflichsten Geschöpfen. Noch jetzt hat er sieben Häupter und sieben Kronen oder Königsbinden auf denselben; aber sein siebenfache Lichteskraft, die er vorher hatte, ist durch seinen Fall in eine siebenfache Kraft der Finsternis verkehrt. Aber noch trägt er Spuren seiner vorigen Macht und Herrlichkeit an sich, wie an einem verarmten Edelmann doch je und je herausblickt, was er gewesen ist. Er ist also kein schwaches Geschöpf und deswegen kann er so viel ausrichten, weil bis heutiges Tages sein Reich in sich selber so einig ist. Er hat einen großen Wirkungskreis und seinen Sitz in den Lufträumen, die zwischen Himmel und Erde sind (Eph. 6,12.). Lange Zeit hatte er noch seinen Zutritt in den Himmel, und mit großer Langmut hat ihn Gott getragen, da er immer wieder seine Heiligen ihm verklagte und verdächtig machen wollte. Aber im obigen Kapitel ist von dem Kampf erzählt und von dem Verworfenwerden dieses Klägers aus dem Himmel. Gott will den Teufel auch an seinen Gläubigen zu Schanden machen Schritt für Schritt, nachdem er bereits durch den Tod Christi überwunden und zu Schanden gemacht ist. Auch sie überwinden ihn durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses. Die christliche Kirche bleibt wohl erhalten unter allen Drangsalen; letztere dauern nur erst eine Zeit, dann zwei Zeiten, zuletzt eine halbe Zeit, also nur ihre bestimmte Zeit, der Erzengel Michael ist überdies der Beschützer des Volks Gottes und der Herr lässt es ihm an keinen Gütern fehlen. Darum erreicht der geschleuderte Wasserstrom (vermutlich ein Kriegsheer oder Verfolgungen) sie auch nicht, sondern verläuft sich in eine Öffnung der Erde; und der Drache kämpft nun mit den Übrigen, d.h. den Heidenchristen; die Gemeinde des Herrn bleibt unversehrt. Es ist etwas Großes und Herzerhebendes, ihr anzugehören! Mitten in der Nacht hat sie hellen Tag, mitten im Tode ewiges Leben. Heil Allen, die ihr angehören! Amen. (Friedrich Arndt)
Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt; und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich, und die Macht unsers GOttes Seines Christus geworden; weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor GOtt. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses; und haben ihr Leben nicht geliebt, bis an den Tod. Darum freut euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Wehe denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer; denn der Teufel kommt zu euch hinab, und hat einen großen Zorn, und weiß, dass er wenig Zeit hat.
Also der Satan wird aus dem Himmel verstoßen und auf die Erde geworfen. Das mag uns wunderbar erscheinen, denn was hat der Satan im Himmel zu tun? aber du weißt ja, dass Hiob erzählt, dass der Satan der Verkläger der Frommen ist und deshalb vor Gott erscheint, um sie zu verklagen. Außerdem geht ja auch der Himmel viel weiter, als du denkst, denn die christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, gehört ja auch mit zum Himmel. Der Satan ist immer übermütiger geworden, er hat ja in der Kirche Christi gesiegt und hat die Kirche unter seine Füße getreten, er hat dieselbe mit Schmach überhäuft und hat sie, wie es scheint, von Grund aus zerstört. Aber dadurch ist er immer frecher geworden und will auch vor GOtt als ein großer Herr auftreten! Wollte er doch sogar die Seele des HErrn JEsu in seine Gewalt bringen, als Dieser am Kreuze erblasste. So hat er auch im Himmel Streit angefangen und pocht auf seine Macht. Da wird ihm der Erzengel Michael entgegen gesandt, um ihn aus dem Himmel hinaus zu werfen. Nicht GOtt bekämpft ihn mit Seiner Macht, sondern ein Engel muss es tun, damit selbst der Teufel erkenne, dass die Engel im Himmel stärker sind als der Teufel, und dass nur GOttes Langmut es ihm vergönnt hat, eine Zeitlang Macht zu haben und seine Macht zu gebrauchen. Dadurch sieht der Teufel so recht seine Ohnmacht ein, dass nicht GOtt ihn mit einem Wort niederschmettert, sondern dass ein Engel ihn aus dem Himmel auf die Erde wirft.
Aber auf der Erde fängt er jetzt an, sein Werk zu treiben, denn er weiß, dass er nur wenig Zeit hat, und die will er auskaufen, denn er will GOtt so viele Seelen entfremden, als es möglich ist. Wenn wir sehen, wie jetzt der Satan gegen die Kirche anstürmt und wie er Alles gegen sie aufwiegelt, dann sehen wir, dass der Satan jetzt auf Erden tobt und weiß, dass er wenig Zeit hat. Darum lasst ihn nur toben, er ist gerichtet, denn es nahet nun die Zeit, da GOtt der HErr weiß, was Er im Sinne hat. Diese satanischen Verfolgungen sollen nun noch zu guter Letzt das Sieb gehörig rütteln, damit die Kinder GOttes von den Ungläubigen geschieden werden. Darum müssen wir auch die letzte betrübte Zeit bestehen und uns darin treu beweisen, denn je stärker der Satan das Sieb schüttelt, desto näher ist der Tag des Gerichts, desto näher der Tag des Sieges.
Der heilige Seher gibt uns auch an, wie wir zu guter Letzt die satanischen Anfechtungen überwinden können. Durch des Lammes Blut, durch das Wort des Zeugnisses und dadurch, dass wir stets zum Sterben bereit sind. Denn wer im Glauben das Blut Christi nimmt, der ist ja rein von aller Sünde, und den kann der Satan nicht anfechten, und wer seinen HEiland treu vor aller Welt bekennt, der steht unter der Engel Hut, und Michael will mit allen Erzengeln für ihn streiten. Höre es also, die für uns streiten, sind stärker, als die gegen uns streiten; sie warten nur der Zeit, da sie in den Kampf eingreifen. Wenn die Christen es nicht machen wie die Weltchristen, welche immer vorgeben, sie könnten in Gefahr ihres Lebens kommen, wenn sie Ernst mit dem Christentum machen, sondern sprechen: Christum diene ich, und was danach kommt, das trage ich, dann werden sie sehen, wie durch solche Sterbensseligkeit und Leidensfreudigkeit der Satan überwunden wird. Denn, was will der Satan den Leuten anhaben, für die Sterben Gewinn ist! Darum frisch auf, ihr Gotteskinder, wenn auch der Satan euch nach dem Leben steht. Ihr wisst, er ist für euch schon überwunden, sein Urteil ist schon gesprochen. Lasst ihn nur toben in seiner letzten Kraft, den Sieg werdet ihr doch behalten! Amen. (Johannes Paulsen)