Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » at » 1. Buch Mose » 1. Mose 12,1
Zuletzt angesehen: 1. Mose 12,1

1. Mose 12,1

1. Mose 12,1

Andachten

Und der Herr sprach zu Abram: Gehe aus deinem Vaterlande, und von deiner Freundschaft, und aus deines Vaters Hause, in ein Land, das ich dir zeigen will. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
Wie Sich eine wunderbare Himmelspflanze entfaltete und gestaltete sich allmählich die Heilshoffnung aus dem Samenkorn des „ersten Evangeliums“ (1. Mos. 3,15) heraus. Dass durch die Kinder des Menschen das satanische Reich zerstöret und also die Wiederherstellung des Menschen ermöglicht werden sollte, das lag schon in jener ersten Verheißung. Aber dunkel und geheimnisvoll blieb sie durch viele Jahrhunderte hindurch. Als der Patriarch Noah in prophetischem Geiste den „Gott Sems“ pries (1. Mos. 9,26) da lenkte er den Blick der Gotteskinder auf dieses Geschlecht. Heute hören wir, wie einem Semiten, dem Abraham, hohe Verheißung zu Teil wird. Sein Geschlecht soll nicht nur mächtig und groß werden, nein, von hier aus soll ein Lichtstrom göttlichen Segens über alle Nationen der Erde fließen. Als später Jakob seinem Sohne Juda, dem Urenkel Abrahams, die Palme der Verheißung reicht, hören wir schon von einer bestimmten Person, einem Helden, einem Friedebringer, auf den die Augen des Glaubens schauen sollen. Aufs Neue vergehen viele Jahrhunderte, da tönen die Psalmen Israels wieder von dem Preis des Davids-Sohnes, der in einem Reiche seligen Friedens die Völker ewiglich regieren wird. Und immer deutlichere Züge bekam das Wunderbild; freilich, Züge, die einander zu widersprechen schienen. Aus Bethlehem soll er kommen und doch „aus des Himmels Wolken“, - ein König soll er sein und zugleich der leidende Knecht Jehovas, der von der Welt zertreten die Sünde der Welt trägt. Erst in der Erfüllung kam Licht in diese Dunkelheit und heute noch harren wir des vollkommenen Lichtes.

Was aber der Gott der Gnade, der sich den Menschen enthüllt, von Abraham und von Allen, die sein Angesicht suchen, fordert, das ist der Glaube. „Abraham glaubte und das rechnete ihm Gott zur Gerechtigkeit“, und bis ans Ende der Welt gibt es keine Gerechtigkeit ohne Glauben. Was ist aber dieser Glaube? Es ist die Eingründung der Seele in Gott, der Seele, die sich, allem Widerstreit und Widerspruch der Natur, allem Widerspruch der sichtbaren und sinnlichen Dinge und Verhältnisse, allem Spott und Hohn einer ungläubigen Welt zum Trotz, in den persönlichen Gott hineinfallen lässt und sich einankert in sein Wort. Dass man auf sich selbst verzichtet und sich in Gottes Dienst stellt, das ist Glaube. Die Erkenntnis des Gottes, dem man dient, die Erkenntnis seines Willens, seiner Absichten, seiner Gnaden- und Gerichts-Gedanken kann fortschreiten und schreitet fort. Das Wesen des Glaubens aber, nämlich die Hingebung des Geistes an seinen unsichtbaren Vater und Herrn, ist immer dasselbe.

Muss man da erst noch sagen, dass Glaube ohne Gehorsam eine taube Nutz ist? Muss man da erst noch sagen, dass aus dem Glauben an Gott alle menschliche Tugend und jedes gute Werk fließet? Wer das noch nicht versteht, der weiß weder was Gott noch was Glauben ist; der durchsinne nur einmal das Leben Abrahams, des Vaters der Gläubigen, und es wird ihm auf Schritt und Tritt entgegentreten. Abraham konnte sich selbst und die ganze Welt verleugnen, weil er ein Gläubiger war; er war ein Friedenskind, mild und nachgebend gegen Lot und alle Menschen, er war auch ein tapferer Held im heißen Streit, weil er gläubig war. Er traf mit wunderbarer Weisheit in den schwierigsten Lagen das Rechte, - weil er gläubig war. Er hatte Macht ohne Wanken seinen eingeborenen Sohn, den Sohn, in dem doch all sein Glaube ruhte, hinzuschlachten, weil er gläubig war. Weil er gläubig war, so war er auch ein Mensch wie er Gott und den Menschen gefiel.

Und wo der Glaube echt ist, da muss er etwas von dieser Signatur an sich tragen, von der Signatur des Lichtes, der Liebe, der Demut, des Friedens, der Sündenfeindschaft, der heiligen Freude, des fröhlichen Ernstes. Ist auch der Widerstreit deiner fleischlichen, sinnlichen und stolzen Natur hart, dennoch die Anfänge, die starken Triebe und Wurzeln von dem Allen müssen. da sein, sonst ist dein Glaube trotz dem orthodoxesten, untadeligsten Bekenntnis „Eitelkeit der Eitelkeiten!“ (Otto Funcke)


Der Herr sprach zu Abram: „Gehe aus deinem Vaterland und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Haus.“
Wie es geworden ist, so wird es je und je und im Anfang enthüllt sich der Fortgang und die Vollendung des göttlichen Werkes. Wie entstand Gottes Volk? Wie kam es dazu, dass es Menschen gab, die vor Gott wandelten? „Gott sprach zu Abraham.“ So entstehen Gottes Kinder. „Sie werden durch das Wort der Wahrheit geboren nach Seinem Willen.“ Jakobus 1,18. Gottes Wort besucht uns; das stiftet zwischen Ihm und uns das lebendige Band, beschenkt uns mit seiner Erkenntnis und erweckt in uns den neuen Willen, der nach dem begehrt, was Gottes ist. So macht er mich zu seinem Eigentum, durch seines Wortes Gegenwart bei mir. Gottes Wort führte Abraham aus seinem Geschlecht und seiner Heimat heraus. Das wiederholt sich in jeder Begegnung mit dem göttlichen Wort. Es kennt nur den Einen, preist nur den Einen und macht in mir den Einen zu meinem Herrn, den Einen, der über allem ist, den Einen, neben dem nichts in meinem Glauben Raum hat, den Einen, der mich ganz für sich begehrt. Das pflanzt in den Glauben jenes starke Nein, ohne das er nicht vorhanden ist, das sich gegen alles wendet, nicht nur gegen das, was vor mir steht, sondern auch gegen das, was ich selber bin und in mir selber finde. Gehe aus, sagt Gottes Wort; so kommst du zu mir. Indem er durch sein Wort mit uns verkehrt, bleibt er in der Höhe und zieht unsern Blick von uns selber weg zu Ihm empor.
Nun habe ich mich auf den Fels meines Heils gestellt, auf Dein Wort. Ich bitte Dich: Rede, Herr, Dein Knecht hört. Ich muss in mein Tagewerk hinein. Ich will es nicht tun ohne den Helm des Heils, der mich schützt, und ohne das Schwert des Geistes, das mich verteidigt. Das Schwert des Geistes, das Du in unsere Hand legst, ist Dein Wort. Ich danke Dir, dass ich Dich hören darf. Amen. (Adolf Schlatter)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
at/01/1._mose_12_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain