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Hebräer 9,27

Hebräer 9,27

Andachten

Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach das Gericht.
Einmal stirbt ein jeder Mensch, und diejenigen, welche zu dem irdischen Leben erweckt worden, folglich zweimal gestorben sind, machen eine sehr kleine Ausnahme bei dieser allgemeinen Regel. Einmal stirbt ein jeder Mensch, wenn es also bei diesem einigen Sterben unglücklich ablauft, so ist der Schaden nicht mehr zu ersetzen. man macht von vielen Dingen die Probe mehr als einmal, da man dann bei der folgenden Probe verbessern kann, was man bei der vorhergegangenen verderbt hatte: allein die Sterbensprobe macht man nur einmal; wiewohl doch Gott so treu ist, dass Er den Menschen, ehe er wirklich stirbt, gemeiniglich einmal oder etlichemal durch Krankheiten nahe zum Tod hinführet; damit er einigermaßen inne werde, was das Sterben sei; und sich in der noch übrigen Zeit durch eine bußfertige Vorbereitung dazu gefasst mache. Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, und Christus ist einmal geopfert, wegzunehmen Vieler Sünden. Diese einige Aufopferung Christi soll also auf unser einiges Sterben einen Einfluss haben, und dasselbe segnen, und zu einem Gewinn für uns machen. Dieses geschieht aber, wenn uns um des Opfers Christi willen, an den wir glauben, alle Sünden vergeben werden. Es sei doch ein jeder sterbliche Mensch darauf bedacht, dass er bei Leibesleben der Vergebung seiner Sünden durch den Tod Jesu teilhaftig werde! Christus hat die Sünden der ganzen Welt durch Sein Opfer insofern weggenommen, dass Er für Alle genug getan hat: nun müssen aber auch bei einem jeden seine Sünden durch die gnädige Vergebung derselben weggenommen sein. Wir sind Gott versühnet durch den Tod Seines Sohnes: nun muss auch ein Jeder diese Versöhnung für seine Person empfangen. man fürchte keinen Schmerz, keine Bangigkeit, kein Röcheln bei dem Sterben: dieses Alles ist eine kurze und leichte Trübsal. Man fürchte nur die Sünde, welche allein das Sterben zum größten Unglück machen kann, und es lege sich Niemand aufs Totenbett hin, es sei denn, dass er die Erlösung durch das Blut Jesu habe, nämlich die Vergebung der Sünden.
Nach dem Sterben ist dem Menschen das Gericht gesetzt, nämlich das Gericht am jüngsten Tage, auf welches alle abgeschriebenen Seelen mit Freude oder Furcht warten. Wenn aber nun die Sünden dem Sterbenden vergeben gewesen, und das Sterben durch die Gnade Jesu Christi wohl gelungen ist: so hat es mit dem Gericht keine Gefahr mehr, Christus wird alsdann denjenigen, die mit Verlangen und Freuden auf Ihn warten, zur Seligkeit erscheinen, und zwar ohne Sünde: nämlich ohne dass Er eine fremde Sünde auf Sich liegen hätte, die noch nicht gebüßt und bezahlt wäre. Eben dieses wird aber auch beweisen, dass Seine Aufopferung am Kreuz vollgültig gewesen sei, und diejenigen, welche durch den Glauben den Segen und die Frucht derselben empfangen haben, ohne Weiteres von aller Schuld und Strafe frei seien, oder, wie Christus sagt, nicht ins Gericht kommen.
So lasse mich denn der ewige Hohepriester Jesus Christus den Segen von Seinem Versühnopfer in meinem Sterben genießen. Er vergebe mir alle meine Sünden, und lasse mich in Seiner Gnade und in Seinem Frieden dahin fahren, so wird der Tag Seiner herrlichen Erscheinung mein fröhlichster Tag sein, und mich in den völligen Genuss alles Guten, das Er mir erworben und bereitet hat, setzen. (Magnus Friedrich Roos)


Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.
Was wäre es, wenn dieser Leib zu Schanden ginge; was wäre es, wenn der Geist sich auch unter schweren Kämpfen von seiner Hütte losmachte; was wäre das Sterben, wenn kein Gericht nach dem Tode auf uns wartete? Man könnte sich endlich noch darüber trösten und fassen; man könnte denken: es geht ja Keinem besser; ich will mich auch in diesen Weg schicken. Aber nun ist es gar anders: „es ist den Menschen gesetzt zu sterben;“ damit aber ist es nicht aus - „danach das Gericht.“ Was für ein Gericht? Das Gericht Gottes, nicht das Gericht eines Menschen, den man betrügen, vor dem man heucheln, den man anlügen kann, sondern das Gericht des allwissenden, des heiligen, des gerechten, des wahrhaftigen Gottes, des Gottes, der sein nicht spotten lässt, des Gottes, der Herzen und Nieren erforscht, und der einem Jeden geben wird nach seinen Werken ohne Ansehen der Person.

Unsere gegenwärtige Zeit ist eine Saatzeit für die Ewigkeit. Was wir hier säen, das werden wir ernten. Wann nun vor dem Gerichte Gottes die Jahre, die Monate, die Wochen, die Tage, die Stunden, die Augenblicke unserer ganzen Saatzeit vorkommen werden; wann er sie nach der Strenge seiner Heiligkeit beurteilen und richten wird, wer wird dann bestehen? Wer unter uns kann dann bestehen? Was können wir dann sagen von unsern vielen im Fleische durchlebten Stunden, von unsern in der Sünde durchgebrachten Tagen, von unsern vergeudeten Jahren, die wir nicht Gott, nicht dem Heiland, sondern den Lüsten unseres Fleisches und dem Teufel gelebt haben? Auf Tausend können wir ihm nicht Eins antworten; zur Hölle müssen wir Alle fahren. Das würde auf uns Alle warten, wenn Christus nicht gekommen wäre. Denn das wartet nach dem Tode auf die Menschen, wenn sie ohne Christus sterben. Der Tod ist für sie der finstere Übergang zum Gericht, zur Ernte dessen, was sie gesät haben, zur Vergeltung dessen, was sie gedacht, geredet, getan haben. Das macht den Tod erst zum Tode, das macht ihn erst bitter! denn der Stachel des Todes ist die Sünde. (Ludwig Hofacker)


Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.
Eine jegliche Seele fällt nach dem Tod ihrer Bestimmung in der Ewigkeit anheim; sie kommt dahin, wohin sie gehört nach dem Gesetze der Gerechtigkeit Gottes; ein finsterer Geist fährt in die Finsternis, denn er hätte Qual im Lichte; ein Lichtsgeist fährt in das Reich des Lichts, denn er hätte Qual in der Finsternis. So ist Judas nach seinem Tode gegangen an seinen eigenen Ort, wie die Schrift sagt, d. h. an den Ort, wo er nach seiner Natur und nach dem Gesetz der Gerechtigkeit Gottes gehörte. Aber was mag das für ein Ort gewesen sein? Der Heiland sagt: „wehe ihm, es wäre ihm besser, dass er gar nicht geboren wäre!“ Das ist ein hoher Grad der Verdammnis und Verzweiflung, wenn es besser ist, gar nicht geboren zu sein. Wie aber Judas an den Ort kam, wohin er gehörte, so eine jegliche Seele. Armer, ungläubiger Mensch! dein Schicksal trägst du in dir selber; das liegt in der Tiefe deiner Seele; dein eigenes Herz verdammt dich; in deinem eigenen Herzen ist das Gericht, das auf dich wartet, so tief eingegraben, dass du dich desselben mit keinen Ausflüchten und Lügen, womit du dich selbst betrügst, entledigen kannst. Aber gesetzt, eine Seele würde sich weigern, wenn sie hinüberkommt, den ihr angewiesenen Ort einzunehmen, weil er ihr zu widerlich, oder zu demütigend, oder ihrer Eigenliebe nicht angemessen ist, weil sie denkt sie sollte da oder dort sein und nicht da, wohin sie von der Gerechtigkeit Gottes gewiesen wird, was meint ihr? Wird man da auch Komplimente und viele Umstände machen? Wird man da auch gute Worte geben, wird man sie da auch bitten: ach, gehe da oder dorthin? Denkt euch einen Menschen, dem man viel Schönes gesagt hat in dieser Welt; man ist mit ihm umgegangen wie mit einem Ei ohne Schale, hat sich gescheut, ihm etwas Unangenehmes in das Gesicht hineinzusagen; er hat es selber geglaubt; er war von seiner eigenen Vortrefflichkeit überzeugt; wenn er nun hinüberkommt, wird man auch noch so mit ihm umgehen? Wird man auch noch nach seinen Titeln und Ehren ihn anreden, ehe man ihm etwas zu sagen wagt? Wird man sich auch scheuen, ihm sein Schicksal anzukündigen? Nein! Wer nicht an seinen Ort gehen will, der wird gehen müssen ohne alle Umstände; Da fallen alle irdischen Dinge oder Undinge, alle Schmeicheleien, alle Zierereien dieser Welt weg. Diejenigen, die nicht selig werden, werden mit großem Geheule unwiderstehlich hineingezogen werden in die Finsternis und in ihre Qual, gerade wie wenn man einen Menschen, der viel auf seinen ehrlichen Namen hält, trotz allem Schreien und Sträuben ohne Weiteres in das Zuchthaus würfe zu den Dieben und Räubern. Dies wäre eine Ungerechtigkeit; aber in der Ewigkeit und bei der Entscheidung des Schicksals nach dem Tode wird der Mensch nach der Wahrheit der Gerechtigkeit Gottes selbst die Ehre geben müssen, und das wird den Hauptschmerz seiner Qual ausmachen. (Ludwig Hofacker)

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