Hebräer 11,3
Andachten
Durch den Glauben merken wir, dass die Welt durch Gottes Wort hergestellt ist, damit das, was man sieht, nicht aus dem, was sichtbar ist, entstanden sei.
Wir erkennen und begreifen durch den Glauben; denn er bewegt unsere Gedanken. Er beschenkt uns nicht nur mit Staunen und Fragen, sondern mit Erkenntnis, weil die Gewissheit Gottes durch den Glauben so in unser Inneres hineingepflanzt ist, dass sie alle unsere Kräfte bewegt. Darum lässt es uns der Glaube nicht zu, dass wir nur beim Sichtbaren verweilen. Wie reizvoll ist die unermessliche Fülle dessen, was für uns Sicherheit besitzt! Unsere Beobachtung kann sich auch ins Einzelne und scheinbar Kleine so vertiefen, dass sie sich ganz hineinversenkt, weil sie nie an ein Ende gelangt, bei dem sie den ganzen Vorgang restlos erfasst hätte. Allein ich kann nicht mehr in die Natur versinken, wenn mein Denken unter der Leitung des Glaubens steht. Was mir die Sinne zeigen, kann ich nicht unverbunden für sich neben die Gewissheit Gottes Stellen, die mir im Glauben gegeben ist. Nun geht mein Blick zu dem empor, aus dem und zu dem alle Dinge sind, und damit habe ich auf die Frage, woher die Dinge kommen, die Antwort und damit habe ich auf die Frage, woher die Dinge kommen, die Antwort erhalten: sie sind durch Gottes Wort entstanden. Das bedeutet nicht, dass ich Hypothesen mache, Theorien anstelle und Systeme bilde. Das ist nie das Geschäft des Glaubens. Mit ihm ist mir Gewissheit gegeben, nicht schwankendes Vermuten. Er entsteht durch das, was ich empfange, nicht durch das, was ich selbst bewirke. Das aber weiß ich als Glaubender, dass über dem Sichtbaren Unsichtbares steht und die Vernünftigkeit des Geschehens durch Gottes Wort zustande kommt, mit einem Wort, dass die Welt einen Schöpfer hat. Dadurch wird mein ganzer Verkehr mit der Welt von Grund aus neu. Sie gilt mir nicht mehr als die einzige Wirklichkeit, als das Erste und das Letzte. Solange ich in meiner Erkenntnis und in meiner Begehrung nur nach dem Sichtbaren greife, bin ich abwärts gebeugt und suche unter mir für meinen Geist die Füllung und für mein Leben den Gehalt. Aus dieser nach unten gebeugten Haltung richtet mich der Gedanke auf. Das ist Gnade, die sich durch die Gewährung des Glaubens an uns offenbart.
Auf Dein Wort, unser Schöpfer und unser Vater, zeigt auch die Natur hin. Sie kann es mir nicht sagen, sagt mir aber das, dass Dein Wort die schaffende Macht ist und eine unendliche Fülle umfasst. Dieselbe Macht und Herrlichkeit hat Dein Wort auch dann, wenn es zu uns spricht und uns zu Deinen Kindern macht. Amen. (Adolf Schlatter)
Durch den Glauben merken wir, dass die Welt durch Gottes Wort fertig ist, dass Alles, was man sieht, aus Nichts worden ist.
Gott schuf den Adam und die Eva am sechsten Tage, folglich waren sie keine Zuschauer der großen Werke, die Gott in den fünf ersten Tagen machte, und nichts als eine göttliche Offenbarung hat von diesen eine Nachricht geben können. Wer nun die göttliche Offenbarung, die Moses hernach aufgeschrieben hat, für wahr hält, hat denjenigen Glauben, der nach V. 1. eine Überzeugung von demjenigen ist, das man nicht sieht. Die Welt ist durch das Wort oder Sprechen Gottes fertig worden. Gott hat durch Sein Sprechen eine Welt gemacht, in welcher alles dasjenige in bestimmten und langen Zeitläuften geschehen sollte, was schon geschehen ist, jetzt geschieht und geschehen wird. Er hat die Welt schon im Anfang so eingerichtet, dass Alles, was hernach in ewigen Zeiten geschieht, hat geschehen müssen, oder doch geschehen können. Auch auf mich, der ich jetzt lebe, und auf meine Leiden und Werke, und auf mein ewiges Schicksal hat Gott gesehen, da Er die Welt machte. Er hat Alles auf einmal schon im Anfang, ja vor diesem Anfang vor dem Gesicht gehabt. Zuerst schuf Gott den Himmel und die Erde, und hernach, da schon Etwas vorhanden, Alles aber noch in einem rohen Zustand war, sprach Er, und Sein Sprechen zeigte eine allmächtige Kraft. Und so ist Alles, was man sieht, worden. Als Adam und Eva erschaffen waren, und ihre Augen das erste Mal auftaten, war schon Alles da. Was von da an geschah, konnten sie als Augenzeugen ihren Nachkommen erzählen, aus was aber Alles, was schon da war, worden sei, konnten sie nicht anders als durch eine göttliche Offenbarung wissen. Es war nämlich aus demjenigen worden, das ihnen und uns nicht sichtbar gewesen war. Sie sahen die Geschöpfe Gottes vor sich: aber ihr Werden und ihren Urstoff hatten sie nicht gesehen. Und wenn sie auch schon am ersten Tage gelebt hätten, so hätten sie doch das Nichts nicht sehen können, aus welchem der Himmel und die Erde worden war. Nichts sieht man nicht, und der Übergang vom Nichts zu Etwas übersteigt nicht nur unsere Sinnen, sondern auch unsern Verstand. Wir glauben aber doch, weil Gott es Mosi nach den älteren Patriarchen und Propheten, und durch ihn uns geoffenbart hat, dass Alles, was man sieht, worden sei, folglich ehemals nicht gewesen sei, ob wir schon dasjenige, woraus es worden ist, nicht sehen. Dieses Werk der Schöpfung ist eine Ursache des Lobes, womit Gott im Himmel und auf Erden geehrt wird und geehrt werden soll. Es ist auch ein Grund des Vertrauens, das wir zu Gott, als einem allmächtigen, allein weisen und gütigen Gott haben sollen. Abraham glaubte an Gott als denjenigen, der dem, was nicht ist, rufen kann, wie dem, was ist, Röm. 4,17. Gleichwie nämlich dasjenige, was ist, herkommen muss, wenn man ihm ruft, also ruft Gott demjenigen, was nicht ist, und es muss alsbald entstehen und kommen. Zu einem solchen Glauben werden wir alle gedrungen und berufen; denn das Licht und Leben und Heil, worauf wir warten, ist bei uns selber nicht, Gott aber ruft ihm durch Sein Wort, und es entsteht. Zu einem solchen Glauben werden wir alle gedrungen und berufen; denn das Licht und Leben und Heil, worauf wir warten, ist bei uns selber nicht, Gott aber ruft ihm durch Sein Wort, und es entsteht. Wohl dem, des Hilfe der Gott Jakobs ist, des Hoffnung auf den HErrn seinen Gott steht, der Himmel, Erde, Meer und Alles, was darinnen ist, gemacht hat, der Glauben hält ewiglich, Ps. 146,5.6. Gleichwie aber die Schöpfung der Anfang der Werke Gottes ist, also ist sie auch die erste Quelle, woraus alle Pflichten herzuleiten sind. HErr, Du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn Du hast alle Dinge geschaffen, und durch Deinen Willen haben sie das Wesen, und sind geschaffen, Off. Joh. 4,11. (Magnus Friedrich Roos)