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Kolosser 2,18

Kolosser 2,18

Andachten

Lasset euch niemand das Ziel verrücken.
Die Heiligen des Höchsten haben ein bewusstes, bestimmtes Ziel vor Augen, eine glücklich machende Glaubenszuversicht und eine unverrückbare Hoffnung. Das Ziel ist dasjenige, das Jesus uns gestellt, nämlich einst da zu sein, wo Er ist. Als Er von den Toten auferstanden und gen Himmel gefahren war, gab Er Seinem Jünger Johannes eine klare Offenbarung unseres Zieles. Großartig und wunderherrlich ist die verklärte Welt, die unsere Hoffnung ist. Einst Jesus in Seiner Herrlichkeit zu sehen, als Verklärte von Angesicht zu Angesicht mit dem Könige aller Könige zu verkehren, einst auf ewig nur noch mit solchen zusammenzuwohnen, die in der Liebe Gottes und in der Erfüllung des göttlichen Willens ihre höchste Seligkeit finden, das ist unser Ziel. Aber auch für die Tage irdischer Wallfahrt haben wir ein klares Ziel. Wir verweisen den, der Glück und Seligkeit sucht, nicht nur auf das Jenseits. Hier in diesem Leben schon gibt es eine Gnadenstellung, in der der Mensch vollkommene Freude genießt. Wer in kindlichem Glaubensgehorsam Jesum, den Sohn Gottes, als seinen Erretter ergriffen hat, wer von den Banden des Teufels, der Welt und der Sünde frei und mit dem Blute Jesu Christi reingewaschen worden ist, wer eine Taufe mit Heiligem Geiste empfangen und nun weiß, dass der dreieinige Gott ihn durchdringt und durchwohnt, der ruht im Frieden Gottes, ist fröhlich und glücklich und besitzt eine Freude, die niemand von ihm nehmen kann. Es ist unser tägliches Ziel, den Herrn zu ehren und zu verherrlichen, ja, unbefleckt und untadelhaft, wachend und betend erfunden zu werden. Wenn der Herr heute oder morgen käme, soll Er uns bereitfinden. (Markus Hauser)


Lasst euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergeht in Demut und Geistlichkeit der Engel, dass er nie keins gesehen hat, und ist ohne Sache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn.
Menschen richten nach dem Äußerlichen, ob einer reich oder arm, hoch oder niedrig ist; Gott sieht das Herz an, wie sich dasselbe in Reichtum und Armut, Hoheit und Niedrigkeit verhält. Was hilft's, dass ich niedrig und durstig bin mit Unwillen? Überall nichts. Wiederum, was hindert's die heiligen Väter, Abraham, Isaak und Jakob, dass sie reich waren? Was schadet David sein Königsstuhl, Daniel seine große Gewalt in Babylonien, so ihr Herz nichts darauf gibt, noch das Seine darin sucht? Es muss ja äußerlich ein Unterschied der Personen und Stände bleiben auf Erden, aber das Herz muss weder daran kleben noch davor fliehen, nicht an Reichtum hängen, noch die Armut fliehen, weder Hoheit lieben noch Niedrigkeit hassen. Das ist nicht Demut vor Gott, dass du dich mit schlechten Kleidern behilfst, mit geringen Leuten umgehest und allenthalben den untersten Sig einnimmst, um den Ruhm der Demut zu erjagen. Ich frage dich, ob nicht dein Herz nach hohen Dingen trachtet, dazu es durch solch demütig Anstellen gedenkt zu kommen? Ach, wer von Herzen demütig ist, sieht einfältig auf solch niedriges Wesen, geht damit um, und wird doch nicht gewahr, dass er darum demütig ist. Da quillt es wie Wasser aus dem Brunnen, da folgt von selbst und ungesucht, dass er geringe Gebärde, Worte, Person und Kleider führt, und meidet, wo er kann, hohe und große Dinge. Einem solchen fällt die Ehre unversehens zu, und seine Erhöhung kommt ihm, ohne dass er's denkt, denn er hat sich an seiner Niedrigkeit einfältig genügen lassen und nach der Höhe nie getrachtet. Aber einen falsch Demütigen wundert es, dass seine Ehre und Erhöhung so lange ausbleibt; denn sein heimlicher Hochmut lässt sich nicht genügen an dem Geringen, das er hat, sondern denkt heimlich immer höher und höher.

Mit einem Worte: Wahre Demut weiß nicht, dass sie demütig ist; denn wenn sie es wüsste, würde sie vom Ansehen solcher schönen Tugend hochmütig, sondern sie hängt mit dem Herzen allein an geringen Dingen, die hat sie ohne Unterlass vor Augen, wie ein Bild im Spiegel, und dieselben hindern, dass sie nicht der hohen Dinge gewahr wird, bis ihr die Ehre unversehens kommt, dass sie nicht weiß woher. Wie wunderlich war der Gruß des Engels in Marias Augen, wie entsetzte sie sich davor! Denn sie hat nie denken mögen, dass ihr solche Ehre widerfahren sollte. Hingegen falsche Demut weiß nimmer, dass sie hochmütig ist; wüsste sie es, so würde sie bald vor der hässlichen Gestalt der Hoffart erschrecken und demütig werden; aber sie hängt mit dem Herzen an hohen Dingen, davon hat sie ihre Lust, wie ein Pfau an seinen Federn, und denkt immer: wird nicht bald die Ehre auch zu deiner Tür kommen? Drum, wenn sie kommt, findet sie dieselbe immer bereit und ist willkommen; vor Schande und Erniedrigung aber entsetzt sie sich und lässt den Mut fallen.

Danach prüfe dich, mein Christ, und lerne von deinem Jesu demütig sein von Herzen. Das gebe Gott! (Heinrich Müller)

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nt/51/kolosser_2_18.txt · Zuletzt geändert: von aj
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