Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » Neues Testament » Galaterbrief » Galater 5,5
Zuletzt angesehen: Lukas 16,27 Galater 5,5

Galater 5,5

Galater 5,5

Andachten

Wir aber warten im Geist durch den Glauben der Gerechtigkeit, der man hoffen muss.
Wie aber, könnte man hier fragen, redet der Apostel hier von einer zu hoffenden, also zukünftigen Gerechtigkeit, da wir doch im Glauben der Gerechtigkeit schon gewiss sind? Die eine schließt die andere gar nicht aus, sondern ein. Die heilsame Gnade, welche wir im Glauben haben, berechtigt uns auch zur Hoffnung, welche des Glaubens Frucht ist, denn so lange wir wallen in dem Leib des Todes, kann die Vollendung der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes nicht eintreten. Der Christenglaube ist ein hoffender und wartender, derselbe Geist, der uns glauben lehrt, lehrt uns auch warten im Geist durch den Glauben, noch ist unser Leben mit Christo verborgen in Gott, es wird aber offenbar werden, wir sind zwar selig, aber in Hoffnung, denn noch ist nicht erschienen, was wir sein werden. Aber gerade weil wir hienieden nichts zu erwarten haben, da unser Vaterland und unsere Schätze im Himmel sind und wir sie von dem erwarten, der vom Himmel kommt, sind wir auch ganz frei von dieser Welt und suchen uns von der Welt unbefleckt zu erhalten. Mitten unter dem verkehrten und unschlachtigen Geschlecht dieser Welt leben die Christen, als Fremdlinge und Wanderer, in Zelthütten, wie Israel in der Wüste, denn sie sind Pilger nach dem ewigen Kanaan, die stets Heimweh haben nach der himmlischen Heimat, denn sie haben hienieden keine bleibende Stadt. Darum hat auch die evangelische Kirche auf Erden keine Gestalt, noch Schöne, denn sie trägt die Knechtschaft ihres HErrn; sie ist die Trostlose, über die alle Wetter gehen, sie prangt nicht in Purpur und Seide und glänzt nicht von Gold und Edelgestein, wie die stolze Babel, aber ihre Glieder warten im Geist, durch den Glauben auf die Herrlichkeit, wo die Braut des HErrn aus der Wüste kommt, mit der Sternenkrone auf dem Haupt. (Offenb. 12.) Amen. (A. Christiani.)


Wir aber warten im Geist durch den Glauben der Gerechtigkeit, der man hoffen muss.
Wir sehen unsere Hoffnung nicht auf Tugenden oder geistliche Vorzüge, auch nicht auf Gnadengaben, die uns das Werk des Heiligen Geistes scheinen. Wären wir noch so redlich und aufrichtig, noch so keusch und rein, hätten wir nie gegen ein menschliches Gesetz gefehlt, könnten wir mit dem Apostel sagen: „Nach der Gerechtigkeit im Gesetz unsträflich,“ oder mit dem reichen Jüngling: „Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf,“ wir würden doch all unsere Tugenden und all unsern Gehorsam nur für Schaden achten, auf dass wir Christum gewännen und in ihm erfunden würden; dass wir nicht hätten unsre eigene Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die Gerechtigkeit Christi, die aus dem Glauben kommt. Wir können niemals hoffen, Gott zu gefallen wegen des Guten, das etwa in uns wäre oder das uns die Gnade geschenkt hat, sondern wir sind „angenehm gemacht in dem Geliebten,“ und außer ihm können wir nicht angenehm erfunden werden. Selbst das, was der Heilige Geist in uns wirkt, verleiht uns kein Verdienst. Es ist einfach eine Frucht der uns geschenkten Gnade. Wir vertrauen also auf Jesus Christus den Gekreuzigten und nicht auf unsern Glauben, unsre Buße, unser Gebet, unsre Siege über die Sünde, unsre Ähnlichkeit mit Christus. Wir sehen ganz weg von allem, das aus uns oder von uns kommt, und sehen hin auf Christus, der unser ganzes Heil ist, das A und O, der Anfänger und Vollender unseres Glaubens. (Charles Haddon Spurgeon)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
nt/48/galater_5_5.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain