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Galater 5,1

Galater 5,1

Andachten

So besteht nun in der Freiheit, damit uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen!
(Gal. 5, 1.)

Der Apostel beginnt seine Mahnung mit den Worten: besteht, d. h. haltet Stand und bleibt in der Freiheit; es handelt sich also nicht um ein Freiwerden, sondern weil das Freigewordensein die Voraussetzung der Mahnung bildet, um ein Freibleiben. Die Freien sollen nicht Knechte werden und sich unter das Knechtsjoch des Gesetzes fangen lassen. Die Freiheit aber, in welcher sie bleiben sollen, ist nicht jede beliebige, die der Mensch sich ersonnen, sondern die, zu welcher Christus uns befreit hat. Dass die Freiheit überhaupt ein hohes Gut sei und einen süßen Klang hat für das Menschenherz, bedarf keines Beweises, das kommt aber daher, weil der Mensch, nach dem Bild Gottes, zu freier Selbstbestimmung geschaffen ist. Da er sich aber in selbstwilligem Ungehorsam wider Gott bestimmt hat, ist er frei geworden von Gott, damit aber unfrei, denn er ist, als Knecht der Sünde und des Todes, der Knechtschaft der Welt und ihres Fürsten verfallen. Von diesem Knechtsstande hat Christus uns befreit, und zwar vom Joche des Gesetzes, weil wir die Gerechtigkeit nicht mehr suchen durch des Gesetzes Werke, und vom Fluch des Gesetzes, die auf dem Sünder lastet, denn Christus hat für uns den Fluch getragen und uns mit Gott versöhnt. Nur, wen der Sohn frei macht, der ist recht frei, nur die Wahrheit kann frei machen, Christus aber ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Dieser freimachende Glaube besteht aber in der Gemeinschaft mit Christo, ist ein persönliches Verhältnis des Herzens zum HErrn, ein Leben in Christo, so dass wir an Christum und Sein Wort gebunden, durch den heiligen Geist, der unserem Geist Zeugnis gibt, dass wir Gottes Kinder sind, versiegelt sind auf den Tag der Erlösung. In solcher Freiheit sollen wir bleiben und uns nicht in ein neues Knechtsjoch fangen lassen. Das ist der Sinn der apostolischen Mahnung. Amen. (A. Christiani.)


Diese „Freiheit“ macht uns frei zur Aneignung der himmlischen Botschaft in Gottes Wort. Hier, liebe gläubige Seele, ist eine köstliche Schriftstelle für dich: „So du durchs Wasser gehest, will ich bei dir sein.“ Das ist dir frei geschenkt. Hier eine andre: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer;“ auch das ist dir frei geschenkt. Du bist ein willkommener Gast bei dem Abendmahl der Verheißungen. Die Heilige Schrift ist eine unerschöpfliche Schatzkammer, gefüllt mit unabsehbaren Reichtümern der Gnade. Sie ist die Wechselbank des Himmels, du kannst Wechsel auf dieselbe ziehen, so viel und so hoch du nur immer willst, es wird dir alles ohne Abzug oder Einsprache ausbezahlt. Komm nur im Glauben, so bist du willkommen geheißen zum Empfang jeder Bundesgnade. Es gibt keine Verheißung im Wort, deren Erfüllung dir verweigert würde. In den tiefsten Trübsalen kann solche Freiheit dich aufrichten; inmitten der Wogen der Traurigkeit kann sie dich erquicken; wenn dich Pfeile umschwärmen, sei sie dein Trost. Sie ist deines Vaters Liebeszeichen; dir steht alles zu jeder Zeit offen. Du hast auch freien Zugang zum Gnadenthron. Welches auch unsre Wünsche, unsre Nöte seien, so dürfen wir alles offen vor Ihm darlegen. Es ist einerlei, wie viel oder wie schwer wir gesündigt haben, so dürfen wir dennoch stets um Vergebung flehen und darauf zählen, dass sie uns zuteil wird. Es hat nichts zu sagen, wie arm wir seien, wir dürfen uns auf seine Verheißung berufen, dass Er in allem Nötigen für uns sorgen will. Wir haben Erlaubnis, zu jeder Zeit und Stunde zu seinem Gnadenstuhl hinzutreten, es sei in der dunkeln, mitternächtigen Stunde oder in des Mittags brennender Schwüle. Brauche dein Recht, gläubiger Christ, und lebe auf der Höhe deiner Freiheit. Du hast freien Anteil an allem, was in Christo von Schätzen angesammelt ist: Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. Es kommt nicht darauf an, was du bedarfst, denn in Christo ist Fülle die Genüge, und sie ist in Ihm für dich vorhanden. O, welch eine Freiheit ist dir geschenkt! Freiheit von der Verdammnis, Freiheit zur Aneignung aller Verheißungen, freier Zugang zum Thron der Gnade, und endlich Freiheit, den Himmel zu ererben! (Charles Haddon Spurgeon)

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nt/48/galater_5_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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