2. Korinther13,14
Andachten
Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Noch stehen wir am Anfang des neuen Jahres. Worauf wollen wir bauen? Die Gnade Jesu, das ist das Erste. Nur im Besitz der Gnade Jesu sind wir der Liebe Gottes gewiss. Nur wenn wir durch Jesu Gnade ein versöhntes Herz und getröstetes Gewissen haben, können wir Vertrauen und Freudigkeit zu Gott haben, und ohne Furcht in die Zukunft sehen. Dann ist auch das Andere unser: Die Liebe Gottes. Du suchst nach einem festen Halt und einem hellen Licht, nach einer Hilfe gegen alle Sorge und Unruhe. Hier ist sie dir gegeben: Die Liebe Gottes. „Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? In dem Allen überwinden wir weit um Deswillen, der uns geliebt hat.“ Wenn auch in diesem Jahre wieder schwere Stunden kommen, was soll unser Trost, unsere Rüstung sein? Die Liebe Gottes, und sie allein! „Alles Leid währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.“ Damit aber also die Liebe Gottes allewege bei uns sein kann, muss unser ganzes Leben durchdrungen und geheiligt werden von der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Heiligung, das ist es, was wir zum neuen Jahr bedürfen, damit es in der Tat ein neues sei. Die alte Sünde von uns tun, das Böse, das grade uns anhängt. Aber nicht in unserer Kraft, sondern in der Kraft und Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist muss in uns schaffen ein reines Herz und einen neuen, gewissen Geist. Er muss uns geben zum Wollen das Vollbringen. Deiner Barmherzigkeit, o Gott, befehlen wir uns für dies neue Jahr. Schenke uns deine Vaterliebe, ohne die es mit uns gar aus wäre. Decke uns den Tisch mit dem täglichen Brote, und erhalte Leib und Leben zu deiner Ehre. Schenke uns deine Heilandsgnade. Kleide uns täglich in das weiße Kleid deiner Gerechtigkeit. Werde nicht müde in deiner Heilsarbeit. Heilige unser Herz und Haus; reinige unsere Liebe, befestige unsere Treue. Wir sind dein. Hilf uns. Amen. (Adolf Clemen)
Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
Paulus zeigt uns, worin der Reichtum der Kirche besteht. Ich will ihn mit herzlicher Freude beschauen, um aufs neue zu erfassen, wie reich wir sind. Besieht nicht jeder, dem ein reicher Besitz gegeben ist, seinen Reichtum mit Freude? Ist es ein falscher, täuschender Besitz, so lauert in unserem vergnügten Blick eine Gefahr. Hier aber beschaue ich den echten Reichtum. Das erste, woran Paulus denkt, ist die Gnade Jesu. Dass Jesus gnädig ist, gern und reichlich gibt, wirklich und zu jeder Zeit hilft und immer der Gebende, immer der Helfende bleibt, das ist der Reichtum der Christenheit. Sie ist dadurch entstanden, dass Jesus voll Gnade und Wahrheit war, und besteht dadurch, dass er gnädig an ihr handelt. Seine Gnade kommt aus der Liebe Gottes. Darum ist Jesus uns gnädig, weil Gott uns wert hält und seine Liebe uns gibt. Das bringt in die Gütigkeit Jesu die Vollmacht hinein, die Ihn bei uns gegenwärtig und jeder Not überlegen macht. Deshalb weil seine Gnade in Gottes Liebe ihren Grund hat, ist Jesu Vergeben Gottes Vergeben, Jesu Gemeinschaft Gottes Gemeinschaft und der Jesus erwiesene Gehorsam Gottesdienst. Sichtbar wird die Liebe dadurch, dass sie gibt. Die Gabe, in der die göttliche Liebe in ihrer Vollkommenheit uns offenbar wird, ist die Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Dass Gottes Geist sich mit unserem Geist zusammentut und der Teilhaber an unserem Leben wird, so dass das, was wir denken und tun, von Ihm her stammt, das ist das Geschenk der Liebe Gottes, durch das sie uns ihre Herrlichkeit zeigt, und der Tatbeweis für die Gnade Jesu, durch den er uns erfahren lässt, dass er uns gnädig ist.
Keiner kommt zu Ende, wenn er versucht, den Reichtum zu beschauen, den Du, Vater, uns gegeben hast. O wenn ich doch von allen unzufriedenen Klagen frei würde. Du bist mir, Herr Christus, gnädig; das ist für mich genug. Du, o Vater, gibst mir Deine Liebe; was mangelt mir noch? Du, Heiliger Geist, machst dich zu meinem Gefährten. In Deinem Geleit führt mein Weg mich zum Ziel. Amen. (Adolf Schlatter)
Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen.
Es ist das größte aller Bekenntnisse: Ich glaube an den dreieinigen Gott. Ist es nun auf deinen Lippen Wahrheit? Ist Gott dein Vater, also dass du ihm Alles anheimstellst und mit seiner Liebe alle Sorge und Angst überwindest? Ist Jesus dein Heiland, also dass du dich seines Verdienstes allein getröstest wider Sünde und Tod, und dich ihm ganz und gar zum Eigentum ergibst mit Leib und Seele? lebst und wandelst du im heiligen Geist; lässt du dich durch ihn heiligen und reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes; sind bei dir die Früchte des Geistes zu finden: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Gütigkeit, Glaube? - Lieber Herr, wir glauben; hilf unserm Unglauben. Zerschlage alle Götzen in uns; pflanze und erhalte den rechten Glauben in unsern Herzen und hilf uns, dass wir unser ganzes Leben richten zu deines heiligen Namens Ehre. Räume Alles hinweg, was uns den Zugang versperrt zu der dreifachen Quelle der Gnade, die in deiner Offenbarung durch die Welt fließt. Führe auch unsre dürstenden Herzen hin zu dem Strome des Lebens und der Liebe, darin jeder Tropfen Erbarmung heißt, dass wir genesen und froh und fruchtbar werden zu guten Werken. Hilf uns, dass wir so viel Gnade nicht vergeblich empfangen. Weihe uns zu Gefäßen deiner Herrlichkeit, bis wir droben singen: heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr! Amen. (Adolf Clemen)
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Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. **
Christen stehen in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist da. Er will der Erzieher und Tröster und Leiter der an Jesum Glaubenden sein. Wir wollen es beachten, dass wir in der Zeit des Heiligen Geistes leben. Was aber hindert uns, mit Ihm in bewusster Gemeinschaft zu stehen? Ein normales Leben vor Gott in der Liebe ist leider eine Seltenheit. Der Mangel an Gemeinschaft mit dem Heiligen Geiste mag hierin seinen Grund haben. Viele bitten ja um den Heiligen Geist, aber sie vergessen zu oft, dass Er nur in seinen Gefäßen wohnen und Sein Amt nur da verwalten kann, wo Gottes Gebote des Herzens Wonne sind. Jünger Jesu sollen sich ihrer Abhängigkeit von ihrem Haupte stets bewusst sein. Wir betrüben den Heiligen Geist, wenn wir Gottes Gebote übertreten und selbsterwählte Wege gehen. Es kann also jemand eine Zeitlang in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes gestanden haben und doch wieder losgelöst von Ihm dastehen. Er weicht, wenn wir seine Zucht und Ermahnung nicht annehmen. Wir werden hart, verschlossen, taub gegen Ihn durch Betrug der Sünde. Dann kann für längere Zeit viel verloren sein. Pflegen wir also diese selige Gemeinschaft sorgfältig und ohne Unterbrechung treu. Wenn wir das im Auge behalten, werden wir innerlich wachsen. Achten auf des Geistes Wirken und in stiller Sammlung sich Ihm öffnen, Ihm Raum machen durch das Bewahren, Halten und Tun der Gebote Gottes und mit Lust wandeln vor dem Angesichte des Herrn, ist der Weg zur Geistesfülle. (Markus Hauser)