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Römer 13,14

Römer 13,14

Andachten

Zieht an den Herrn Jesum Christum und wartet des Leibes, doch also, dass er nicht geil werde!
Der Apostel Paulus sagt: „Zieht an den HErrn Jesum Christum!“ Eben denselben Jesum, dessen Ankunft und Eintritt in die Welt wir heute und in diesen Wochen feiern. Was heißt nun das: Jesum Christum anziehen? Paulus sagt mit anderen Worten: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir, denn, was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und hat Sich für mich dargegeben.“ Der Glauben an Jesum Christum, der Sein Werk wirkt bei denen, welche auf Sein Wort achten, ist der Weg, die innige Gemeinschaft, das Ziel, welches uns Paulus mit seinen Worten und mit seinem Exempel vorhält. Seine Macht ist unverkürzt, seine Verheißung unwandelbar fest und gewiss: darum wollen wir Ihn freudig empfangen, der da aufs neue zu uns kommt, in Gnade und Wahrheit. Sein Wort wollen wir ehren, Seiner Liebe uns erfreuen, in Seiner Kraft uns stärken und Ihm das Hosianna singen: „Gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn, Hosianna, in der Höhe.“ Amen. (Justus Nikolaus Ripke)


Zieht an den HErrn JEsum Christum.
Der Apostel hat uns ermahnt, dass wir die Waffen des Lichtes anlegen sollen, und nun fügt er hinzu: Zieht an den HErrn JEsum Christum. JEsus selbst ist die Wahrheit, die Gerechtigkeit, das Heil und der Friede, und haben wir Ihn, so fehlt uns nichts, um siegreich streiten und in allem überwinden zu können. Aber dieses Anziehen ist nicht ein Überziehen, eine auswendige Verähnlichung mit Ihm in den Werken unseres Wandels, sondern eine inwendige Vereinigung mit Ihm im Geiste unseres Gemütes. Er muss in uns eine Gestalt gewinnen, Er muss in uns einziehen und Wohnung in uns machen, so dass wir nicht mehr uns selbst leben, sondern Er lebt in uns, dass wir leben, zwar in dem Fleische, aber nicht aus dem Fleische, zwar auf der Erde, aber nicht von der Erde. Es ist ein Geheimnis, wie das zugehen mag, ein Geheimnis, welches die menschliche Vernunft vergeblich zu durchdringen versucht; aber die es erfahren haben, die preisen das Wunder, denn sie wissen, dass sie aus dem Tode zum Leben gekommen sind. In der heiligen Taufe haben wir Christum angezogen, da war für uns der erste Advent. Und von da an heißt es nun fort und fort: „Zieht an den HErrn JEsum Christum“, denn wir leben noch immer in der Adventszeit und warten auf die Zukunft des HErrn, um mit Ihm einzugehen zu der himmlischen Hochzeit. Und wie das Anziehen des HErrn JEsu Christi der Anfang aller wahren Gemeinschaft mit Ihm ist, so ist es auch das Ziel der Vollkommenheit und die leuchtende Krone des geistlichen Lebens, denn in Ihm ist die Ruhe. Der Glaube hat sein Ziel, die Liebe ihren Besitz und die Hoffnung kommt zur Erfüllung; darum säumet nicht, was ihr tun sollt! In Seinem Worte hört ihr Ihn, in Seinem Sakramente genießt ihr Ihn, mit eurem Glauben ergreift ihr Ihn, in eurer Liebe besitzt ihr Ihn - gelobt sei, der da kommt im Namen des HErrn!

O HErr JEsu, wie sollte es möglich sein, dass wir Dich nicht liebten, nachdem wir Deine reiche Liebe erfahren haben! Wir begehren nichts sehnlicher, als Dich immer völliger zu lieben und immer inniger mit Dir vereinigt zu sein. Ziche uns nur ganz zu Dir und mache uns los von allem, was uns von Dir scheidet. Wir können ja nichts, als was Du selber in uns wirkst. Nimm uns hin, wir übergeben uns Dir mit Leib und Seele! Amen. (Hermann Haccius)


Wartet des Leibes, doch also, dass er nicht geil werde.
Wohl fallen die Strahlen des ewigen Lichtes schon hinein in diese Gegenwart, aber wir sind noch auf der Erde und wallen im Leibe; und so geistlich und himmlisch wir immer gesinnt sein mögen, so haben wir doch auch des Leibes zu warten. Das ist nicht sündlich und gottwidrig. Was zur Notdurft des Leibes und Lebens gehört, müssen wir haben, und die Sorge für die irdische Notdurft hindert uns auch nicht an unserer Adventsarbeit, wenn sie in der rechten Weise geschieht. Was also der Apostel will, das ist nicht eine mönchische Zurückgezogenheit von der Welt und eine Verachtung und Misshandlung des Leibes, sondern das will er, dass die Fürsorge für den Leib nicht auf die Üppigkeit und den fleischlichen Genuss sich richte, und dass wir die zeitliche Wollust, die Behaglichkeit in der Welt, das herrliche Freudenleben nicht zu unserm Lebenszweck machen. Soll der neue Mensch leben, so darf der alte Mensch nicht Ehre und gute Tage haben, und sollen wir himmlisch gesinnt werden, so müssen wir aufhören irdisch, weltlich und fleischlich gesinnt zu sein. Wo die Sorge um das Zeitliche das Herz einnimmt, da hat das Ewige keinen Raum, und wer an dem Gegenwärtigen sein Genüge und sein Ergötzen findet, der kann des Zukünftigen nicht warten. Darum lasst uns begnügen, wenn wir Nahrung und Kleidung haben, lasst uns lernen in allen Dingen geschickt zu sein, beides niedrig und hoch sein, hungern und satt sein, übrig haben und Mangel leiden, lasst uns dieser Welt brauchen, doch also, dass wir ihrer nicht missbrauchen. Lasst uns stets bedenken, dass wir nur Pilgrime und Fremdlinge auf Erden sind, und dass unser Ziel im Himmel ist, wo Christus ist.

HErr JEsu, lass es uns nie vergessen, dass dieses Erdenleben eine Gnadenzeit und eine Wartezeit ist auf die Ewigkeit, damit wir in der Sorge für das Irdische und Zeitliche das Eine nie versäumen, was not ist. Wir wollen Deine zeitlichen Gaben nicht verachten, denn alles ist gut, was von Dir kommt. Wir wollen unseres irdischen Berufes mit aller Treue warten, denn auch darin dienen wir Dir.. Wir wollen auch unsern Leib in Ehren halten, denn Du hast ihn zu Deinem Tempel erwählt; aber wir wollen auch allezeit daran gedenken, dass wir hier in der Fremde sind, und wollen das ewige Heil unserer Seele unsere erste und vornehmste Sorge sein lassen. Das hilf uns lieber HErr! Amen. (Hermann Haccius)


Zieht an den Herrn Jesum Christ.
Mit dieser Mahnung nennt uns St. Paulus abermals ein Kennzeichen, daran wir's inne werden können, dass für uns die Nacht vergangen, der Tag aber herbeigekommen ist. St. Paulus stellt uns mit diesen Worten den Herrn Jesum Christum als das höchste vollkommenste Vorbild für die Gestaltung unseres Christenwandels vor Augen, er beschreibt uns zugleich die Aufgabe unseres ganzen Christenlebens, die Arbeit, die wir bis zum legten Seufzen zu vollbringen haben. Immer mehr sich hineinbilden in Christi heiliges Exempel, oder wie es derselbe Apostel anderswo ausdrückt (Gal. 4, 19): Christum immer mehr Gestalt in uns gewinnen lassen, das ist unsre Aufgabe und Arbeit. Sie hat von uns zunächst damit zu geschehen, dass wir Christum im Glauben ergreifen, so dass er unser eigen wird, wie das Kleid, das wir am Morgen angelegt haben. Das ist des Glaubens wunderbare Kraft, dass er Christum sich zu eigen macht und damit auch alles, was Christus ist und hat, seine Gerechtigkeit, Heiligkeit, Erlösung und das Wohlgefallen Gottes, das auf ihm, seinem eingeboren und lieben Sohne, ruhet. Das wird alles unser durch solches Ergreifen Christi im Glauben. Es wird unser als eine Kraft, die nicht ruhet, sondern anfängt in uns zu wirken und unser Leben umzugestalten, uns zu erneuern zu dem Bilde Christi. Da wird das Auge hell und klar für die Sünden, die uns noch ankleben, auch wenn sie sich in die Falten und Spalten unseres Herzens sollten verborgen haben, da erwächst jene heilige Scheu vor allem, was Gotte missfällt und womit wir vor seinen Augen nicht bestehen können, so wird es auch unsere Speise, dass wir den Willen unseres Vaters im Himmel tun. Wir treten in die Fußstapfen des Heilands ein, in die Fußstapfen seines Gebetseifer, seiner Demut und Sanftmut, seiner Feindesliebe, wir werden seine Nachfolger auf dem Kreuzeswege. Es leuchtet und glänzet sein Bild aus unserm Wandel und Wesen, es wird ein Wandel im Licht, denn er ist das Licht der Welt. (unbekannt)

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