Apostelgeschichte 2,2
Andachten
Und es entstand plötzlich ein Brausen vom Himmel.
Mit gewaltigem Brausen und mit sichtbaren Flammen kam der Heilige Geist hernieder auf die Erde. Der Jubel unter den Jüngern war groß. Wie es aber mit allen göttlichen Gaben zu geschehen pflegt, so war es auch hier. Das sichtbar und spürbar Empfangene verseht anfänglich in eine eigenartige Lage, die Wirkungen sind in die Augen fallend, eine gewisse Erregung macht sich geltend; nach und nach aber vertieft sich das Empfangene, der Strom fließt ruhiger dahin, der ganze Mensch wird von ihm befruchtet. Das Brausen und das Flammen hört auf, der Geist ist eingezogen, Er ist innerlich geworden. Nun steht der Geistgesalbte in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes und kann immer und immer wieder mächtig erfüllt werden mit dem Tröste des Geistes. Auch bei der Golgathaerfahrung zeigen sich ja anfänglich außerordentliche, in die Augen fallende Erscheinungen. In vielen Fällen sieht man's Neubekehrten an, dass sie etwas Großes erlebt haben. Bei der Offenbarung des Vaters sind die Erscheinungen meist anderer Art. Der Beglückte versenkt sich in seinen Gott, er bewegt es in seinem Herzen; er erkennt: Gott ist die Liebe! In stiller Anbetung versunken, geht er seinen Weg. Du kannst es mehr auf seinem Angesichte und aus seinem Wandel lesen, als von seinen Lippen es bezeugen hören, was er erlebt und erfahren hat. Innerlicher, ruhiger, sanfter äußert sich hier die große Freude. Wer den Vater erkannt hat, lebt in dem, was des Vaters ist, er kann nicht mehr weltlich, sinnlich, fleischlich-fröhlich sein; denn das Leben des heiligen Vaters ist in ihm. (Markus Hauser)
Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Sturmes, und erfüllte das ganze Haus, darinnen sie saßen.
Auch die Natur darf nicht ruhen, auch sie muss ihren Dienst tun am Heiligtum. Gott macht die Winde zu seinen Boten, Feuerflammen zu seinen Dienern. Die Kreatur soll mit befreit werden von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Darum tut sie Glöcknerdienst an dem Pfingstfeste. Zu Pfingsten geht der volle Geist des neuen Lebens durch sie hindurch. Wo es grünt und sprießt, wo es treibt und blüht, da sind dies lauter Glocken, dich zu erinnern an den Geist des neuen Lebens, der dein Herz füllen und Früchte der Gerechtigkeit treiben soll. Mit Sturm und Wetter, Wellen und Wogen, Frost und Hitze, Krankheit und Hunger hat Gott der Herr viele Seelen geweckt aus der alten Sicherheit, hat er den Geist der Welt in ihnen getötet und dem neuen Geiste Bahn gemacht. Am ersten Pfingsttage weckt das Brausen eines gewaltigen Windes die Versammelten. Auch die Neugierigen, die überall sind wo sich etwas Neues begibt, sollten kommen.
Auch die Neugier kann ja der Herr nutzen, um die Erneuerung in das Herz zu gießen. Auch uns hat der Herr im Frühlingswehen sein Fest eingeläutet. Ist es nicht geschehen mit dem Brausen eines gewaltigen Sturmes, so hat er es getan - mit dem sanften Säuseln seiner Gnade. Sie soll die Herzen erschließen, dass der Geist einziehen könne.
So komm denn, du gnadenreicher heiliger Geist, du Geist vom Vater und vom Sohne. Durchbrich die graue Decke der Trägheit, welche über unserm Herzen liegt. Mache dir selbst Bahn in das Eigentum unseres Heilandes, welcher dich sendet. Lass es rauschen um die Totengebeine. Ein Neues willst du machen, jetzt soll es aufwachsen. Herr, wann ist denn das „Jetzt?“ Lass es doch heute sein. Es ist ja Frühling draußen. Da wächst überall ein Neues auf. Erbarme dich unser Aller, dass es doch endlich einmal Frühling drinnen werde. Mache uns lebendig in dem Fürsten des Lebens, und einig in dir. Erhöre uns um Jesu Christi willen. Amen. (Friedrich Ahlfeld)