Lukas 5,5
Andachten
“Herr, auf dein Wort will ich das Netz auswerfen.“
„Auf dein Wort!“ Ich weiß wohl, warum meine Monatsschrift diesen Titel bekommen hat! Wenn ich nicht gewiss geworden wäre, dass er diese Arbeit von mir gewollt, ich hätte es nie gewagt, an sie heranzugehen. Der Erfolg nach außen und innen hat mir recht gegeben. Vertrauen wir aber auch in kleineren täglichen Anliegen kindlich auf sein Wort? Das Vertrauen auf uns selbst gilt bei der Welt als Heilmethode. Wie anders ist das beim lebendigen Christen! Jede Form des Vertrauens auf uns selbst lähmt den Gottesarm und schlägt die Gotteshand beiseite. Sobald aber unser ganzes Vertrauen nur auf ihn gesetzt ist, unser Auge nur auf ihn schaut und wir uns nur auf ihn lehnen, kommt in die uns überall umgebende unsichtbare Welt Leben und Bewegung. Lerne es doch täglich besser erkennen, dass das Vertrauen auf sein Wort mehr Kräfte in der Wirklichkeit mobil macht als alles eigene Rennen und Laufen ohne Gott. Jene Fahrt des Petrus stand unter der Fahne „auf dein Wort!“, und wie wurde sie gesegnet. Ist diese eine Seite in Ordnung, dann werden unsere Tage unter seinem spürbaren Segen verlaufen. Das ist ihm und uns zu gönnen.
Auch beten will ich, Herr Jesus, auf dein Wort! Ich werfe mein Netz des gläubigen Vertrauens in die unsichtbare Welt hinaus und du segnest den Fang! Komm heute Abend zu mir und stärke mein Vertrauen für alles, was mich für morgen bekümmert. Amen. (Samuel Keller)
Herr, auf dein Wort will ich das Netz auswerfen.
„Herr, auf dein Wort“. - Großes heiliges Wort eines Menschen, der nicht mehr auf dem eigenen Willen ruht, sondern unbedingt an einen höheren gebunden ist. Seliges Herz, das also im vollen Vertrauen auf den Herrn alles Verzagen und allen Kleinmut überwindet, nicht sehend, und doch glaubend. Das ist Glaube, da wir sprechen: Bis hierher ist all mein Hoffen und Harren, Arbeiten und Sorgen vergeblich gewesen, aber auf dein Wort will ich meine Arbeit weiter tun, und den Weg gehen, wohin du mich sendest. Er ist ein großer, wunderbarer Gott. Ein Wort von ihm kann Alles ändern; ein Wort von ihm kann im Augenblick allem Harren und Trauern ein Ende machen und die dunkelste Nacht erhellen. Ein Wort von ihm vermag mehr, als aller Menschen Klugheit. - Darum, Herr, auf dein Wort will ich den Weg gehen, den du mich gehen heißt, und tun, was du mir aufgegeben. Steht mir ein schwerer Gang bevor Herr, auf dein Wort. Habe ich eine Arbeit, die mir nicht lieb ist Herr, auf dein Wort. Sind Gottes Wege und Gedanken allen meinen Gedanken entgegen. Herr, auf dein Wort. An dein Wort will ich mich halten. Auf dein Wort will ich leiden und dulden. Auf dein Wort will ich beten. Auf dein Wort will ich sterben. (Adolf Clemen)
Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen.
„Auf dein Wort“, das ist ein großes Wort. Nicht auf Menschenverstand, sondern auf des Herrn Befehl; nicht auf Klugheit, sondern auf Glauben. Diese Demut, dieser stille Gehorsam ist das Beste an dem Petrus. Dadurch ist er auch allein ein Petrus, ein Fels geworden. Und nun sehen wir uns an. Auch dir sagt der Herr: „Setze deine Hoffnung ganz auf die Gnade. Gib dich ganz hin an das Wort und den heiligen Geist. Fahre auch auf die Höhe in deiner Trübsal. Und ob du gar keine Hilfe siehst, und ob es währt bis in die Nacht und wieder bis zum Morgen, so soll dein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen.“ Das Wort Gottes ist sicherer als alle Klugheit. Gottes Gnade und Berufung mögen ihn nicht gereuen. Seine Verheißungen stehen noch fest, wenn alles Menschenwerk in Trümmer zerfallen ist. Lieber unter dem Steuer Christi in Sturm und zwischen Klippen segeln als mit menschlicher Klugheit auf dem freien Meere. Da erfährt man auch erst recht, was Seligkeit des Glaubens ist. Brauchst da auch um das Irdische keine Sorge zu haben. Die Alten hatten die Gewohnheit, vorn über ihre Bücher: „Im Namen Jesu“ zu schreiben. Schreib es getrost über deinen Beruf, schreib es auch über deinen Handel. Wenn tausend und abertausend Schilder abgerissen werden, diese Firma wird nimmer scheitern. Du wirst den Segen haben, und gesegnet werden sein deine Kinder und Kindeskinder.
Ja Herr, auf dein Wort treten wir auch heute wieder an all unsere Tagesarbeit. Nicht auf unsre Kraft und Kenntnisse, nicht auf unsre Geschicklichkeit und Gewandtheit trauen wir, sondern auf dein Wort. Dies Wort hat uns verheißen: „Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ O mache deine Verheißung auch heute wahr und segne uns in allem unserem Vorhaben, soweit es unserem Heile nützlich ist. Gib uns auch die rechte Freudigkeit, uns unter dein Wort zu beugen auch da, wo es unsere Erfahrung und unsrem Willen entgegensteht. Lass dein Wort allein unseres Fußes Leuchte sein. Amen. (Friedrich Ahlfeld)