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Lukas 22,3

Lukas 22,3

Andachten

Hier offenbart der Geist Gottes den Urheber der allerschändlichsten Verräterei. Hier zeigt sich der verfluchte Meister, welcher die gräulichsten Schand- und Lastertaten schmiedet, und solche auszuüben die Menschen reizt, ihnen das äußerste Elend und den ewigen Untergang über den Hals zu ziehen. So stand der Satan dorten wider Israel und gab David ein, dass er Israel zählen ließe, und dieses verursachte, dass aus Israel fielen siebzig Tausend Mann (1 Chron. 22, 11-14.). Darum, mein lieber Christ, kommt dir etwas Böses in den Sinn, so wisse, dass dir solches der Teufel, wie dem Ischariot, ins Herz gegeben, denen Jesum zu beleidigen. Diesem nun widersteht fest im Glauben (1 Petr. 5, 9.), so flieht er von euch (Jak. 4, 7.). (Aus der gottgeheiligten Passionsschule v. Frd. Wilh. Breuninger.)


Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe.
Es entspricht nicht der Weisheit der Welt, vom Satan zu sprechen. Der ist für sie tot und begraben. Aber so wenig Gottes Existenz dadurch bedroht ist, dass etliche Toren in ihrem Herzen sprechen: Es ist kein Gott, ebenso wenig wird Satan abgeschafft, wenn es etlichen klugen Leuten gefällt, sein Dasein zu leugnen. Vielmehr gewinnt er dadurch nur desto freieren Spielraum für sein Wirken, da solche Leute doch vor einem Wesen nicht auf ihrer Hut sein werden, welches für sie nicht existiert. Judas ward eine Beute des Satans. Alle Sünde zwar stammt vom Satan, welcher die böse Lust den ersten Eltern ins Herz gebracht, von denen sie sich auf alle Menschen vererbt. Indes es gibt auch direkte Einwirkungen des Satans, Versuchungen, die auch bekehrten Christen, welche mit der Sünde im Herzen bereits gebrochen haben, nicht erspart bleiben, ja ihnen vielleicht am wenigsten, Gedanken, die ihnen eingeschoben werden, die nicht aus ihnen stammen und vor denen sie zusammenschaudern. Sind sie wachend und betend, so finden solche Gedanken keinen Anklang in ihnen und die Versuchung prallt ab. Aber Satan versucht eben, ob wir wachen und beten, und ob er Eingang in uns finden könne. Judas' Herz war ihm offen. Schon lange hatte er den bösen Neigungen desselben Gehör gegeben und die Stimme seines Gewissens war in ihm schwächer geworden. Gute und böse Gedanken kämpften in seinem Herzen, aber er selbst stand schon auf der Seite der bösen. Sein Geiz war die Bahn, auf welche Satan seinen Fuß setzte und mit dem Gedanken in sein Herz trat, Jesum um Geld zu verraten. Muss Judas nicht bei der ersten Empfängnis dieses Gedankens erbebt sein? Jesum, seinen Meister, den er geliebt hat, zu verraten! Aber der Gedanke war gewinnverheißend, er konnte Geld bekommen, und zudem war auch seine Neigung zu Jesu in demselben Maße im Verlöschen, als seine Geldgier in ihm wucherte. Judas wies diesen Gedanken an den Verrat seines Meisters nicht mit der ganzen Entschiedenheit sittlicher Entrüstung von sich, es empörte sich nicht sein ganzes Wesen gegen ihn; er wog ab, was den Vorzug verdiene, ob Geld oder ob Jesus, und siehe, er fand, je länger er erwog, dass er Jesum immer noch lieben könne, auch wenn er Ihn verriete, er würde Ihm ja nur Gelegenheit geben, ein neues Wunder zu tun, und sich durch höhere Macht aus den Händen seiner Feinde zu befreien, und, wenn er es nicht täte, würde es nicht am Ende ein Anderer tun, warum sollte er sich die Aussicht auf den lockenden Gewinn entgehen lassen!? Judas gewöhnt sich an den satanischen Gedanken, seinen Meister zu verraten, er macht sich mit ihm vertraut, gewinnt ihn lieb, die Aussicht auf leichten und großen Gewinn verseht ihn in fieberhafte Aufregung - er wird sein Lieblingsgedanke, er trachtet danach, wie er Jesum verriete, und Satan hat gewonnen und triumphiert. Dies ist die innere Geschichte einer jeden bösen Tat. Keine derselben tritt plötzlich ein, sie bereitet sich allmählig vor. Satan wirst den Funken ins Herz, und trifft er den Zunder der bösen Lust, und wird er nicht alsbald wieder durch die Seufzer zu Gott um Erlösung erstickt, so wird er zum lodernden Feuer, welches die Stürme nicht mehr löschen, sondern nur noch schüren. Ohne Zweifel ist Judas Schuld, dass er sich dem Einflusse des Satans hingab, hatte er doch die rettende Hand Jesu so nahe, traf ihn doch so oft der liebende Blick seines Meisters! Aber du, der du noch keinen solchen Fall getan hast, rechne es dir nicht zum Verdienst, da nichts als Gottes Gnade dich gehalten und der du stehst, siehe wohl zu, dass du nicht fällst. (Anton Camillo Bertoldy)

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