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Lukas 15,8

Lukas 15,8

Andachten

“und kehre das Haus“
Staub will Stille. Wie liegt der Staub der Vorurteile so totenstill auf dem Denken der Leute. Es kommt ihnen gar nicht in den Sinn, dass Jesus einen Staubbesen haben und brauchen könne und plötzlich etwas geschieht, was diesen bleigrauen Staub hoch aufwirbelt. Eine einschneidende Erfahrung eigener Sünde - und der Staub der Selbstgerechtigkeit fliegt auf; die Bekehrung eines ungläubigen Freundes - und man erschrickt bis ins Mark; ein ernster Blick des untersuchenden Arztes - und der Staub der Sicherheit wird von dem kalten Hauch des nahenden Todes weggeblasen. Jesus braucht die verschiedensten Staubbesen. Wenn nur im Augenblick, wo der giftige, tödliche Staub aufwirbelt, mein Herz in Sehnsucht und Bitte glänzt, dass Jesus mich finden und aufheben kann: „Hier liege ich. Hebe mich auf.“ Da haben wir es besser. Wir können beten! Wehe aber, wenn alles Staubaufwirbeln nichts geholfen hat, weil du dich nicht hast retten lassen wollen; dann sinkt er doppelt stark hernieder und bildet bald wieder eine Todesschicht über dir. Wer weiß, wann wieder das Haus so gekehrt wird, dass für dich eine Rettungsstunde schlägt!

Darum will ich dankbar kommen, wenn du, mein Gott, mich suchst. Lehre mich die Gnadenstunden erkennen und ausnutzen. Ziehe meine Seele zu dir, wie ich es so nötig habe, und wie du so gern willst. Amen. (Samuel Keller)


Welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie deren Einen verliert, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis dass sie ihn finde?

Wer ist das Weib? Die Kirche des Herrn. Das Weib hat zehn Groschen. Die Groschen sind Christenseelen. Der Herr Jesus, der König der Kirche, hat in der heiligen Taufe sein Gold hineingelegt, sein Bild und Gepräge auf diese Groschen gedrückt. Er hat der Kirche die Groschen, die Seelen anvertraut. Ach, es gehen viele verloren! Verloren ist die Seele, die im inneren Leben mit dem Herrn nicht mehr in gläubiger Verbindung steht, der die Sünde lieb, das Wort Gottes gleichgültig geworden sind. Solche Groschen sind Herausgefallen aus dem Täschlein, sind hineingerollt in die Löcher und Ritzen, in den Schmutz und Staub der Welt. Nun schaue ferner, wie der Herr den verlorenen Groschen suchen lässt. Das Weib zündet ein Licht an, kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis dass sie ihn findet. Die Kirche hat kein anderes Licht als das teure Wort Gottes, das Gesetz und das Evangelium. In dem Lichte dieses Wortes kehrt sie das Haus. Wie tut sie das? Einmal mit scharfer Predigt des Gesetzes und Gerichtes, mit Mosis Ruten. Dann wieder mit Vorhalt des heiligen Lebens Jesu Christi und seines Kreuzes, das wir ihm durch unsere Schuld mit aufgebürdet haben. Wo man aber kehrt, da gibt es Staub. Sobald Gottes Wort scharf an dich kommt, fährt der natürliche Mensch auf. Verdruss und Zorn steigen in der Seele empor. Wenn aber ein ehrlicher Grund drinnen ist, wenn der Groschen noch einiges Kreuzgepräge hat, dann seht sich der Staub bald, und in der Stille des Herzens bekennt der Getroffene: „Wehe hat er mir getan, aber Recht hatte er doch.“ Da blinkt der Groschen durch.

Ach Herr, gib deiner Kirche, gib Allen, welche in derselben dienen am Wort, rechte Treue, in deinem Auftrage, in deiner Kraft für dich die Seelen zu deiner ewigen Herde zu suchen! Ach, erwecke in der Gemeinde recht viele Seelen, die darinnen helfen! gib Gnade, dass hier und dort Einer komme, der einen verlorenen Groschen getragen bringt! Segne aus Gnaden dein Wort, dass deine große Liebe, die so sonnenklar und warm darin steht, uns immer mehr anreize, verlorene Seelen dir suchen und finden zu helfen. Amen. (Friedrich Ahlfeld)

Predigten

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nt/42/lukas_15_8.txt · Zuletzt geändert: von aj
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