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Lukas 15,1

Lukas 15,1

Andachten

Langmütiger, barmherziger Gott und Vater, der Du keinen Gefallen hast am Tode des Sünders, sondern willst, dass sich der Sünder bekehre und lebe, wir danken Dir von ganzem Herzen, dass Du uns berufen hast zu Deinem wunderbaren Licht und wir als Deine Kinder nunmehr sitzen können an Deiner Tafel, essen von Deinem Bissen, trinken aus Deinem Becher und sicher ruhen in dem Schoß Deiner gnädigen Obhut. Aber ach, wie manchmal haben wir unsere Kinderpflicht vergessen, Dich mit unsern Sünden erzürnt und uns losgerissen von Deiner Gemeinschaft, und sind nicht wert, dass wir Deine Söhne und Töchter heißen! O gedenke des Namens, den Du führest; denn Du bist unser Vater, von Alters her ist das Dein Name; und nimm uns, ohne Dich verlorne Sünder, wieder zu Gnaden an, barmherziger Hoherpriester, Herr Jesu Christe, und wasche uns mit Deinem teuren und kostbaren Blut von allen unseren Sünden. Wir lassen Dich nicht und hören nicht auf Dir nachzulaufen, bis wir fallen in die Arme Deiner Liebe. Lass uns empfinden den Kuss Deiner Liebe, und Deine Freundlichkeit sehen und schmecken. Lege uns an den Rock der Gerechtigkeit und die Kleider des Heils. Gib, dass wir von nun an mögen anziehen die Schuhe der Eitelkeit und anlegen die Waffen des Lichts. – Du hast es getan im Sakrament der Taufe, und im heiligen Abendmahl, hast es getan, so oft wir von Dir gerechtfertigt worden sind im Glauben an Dein Verdienst. Ach, dass wir doch recht dankbare und liebreiche Herzen hätten, Dir Deine große Liebe zu vergelten! Zerbrich das zerstoßene Rohr unseres Glaubens nicht, lösche nicht aus den glimmenden Docht unserer Liebe; bewahre uns, dass wir nimmermehr unsere Sünden entschuldigen; lass uns auch niemals missgünstig werden, wenn Du gütig bist gegen unsern Nächsten, sondern zufrieden sein mit dem Segen, den Du uns gegeben, und mit der Gabe, die du uns anvertraut hast. Will uns die Welt, Fleisch und Blut abziehen von Deiner Gemeinschaft, so lass uns ritterlich kämpfen, dass wir unsere Christenwürde nimmermehr beflecken mit einem unchristlichen Wandel, sondern uns tragen als wahre Kinder Gottes, bis du uns geben wirst das schöne Kinderteil in Deinem Himmel. Amen. (Friedrich Arndt)


Es nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, dass sie ihn hörten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er davon eins verliert, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlorenen, bis dass er es finde! Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.
Eine Mutter, die viel Kinder hat, die sind ihr alle lieb, und wollte nicht gern eines unter ihnen missen. Wenn sich's aber begibt, dass eins daniederliegt und krank wird, da macht die Krankheit einen Unterschied zwischen den andern Kindern allen, dass das kränkste nun das liebste ist, und die Mutter sich keines mehr annimmt noch fleißiger wartet, denn des kranken. Wer nun da der Mutter Liebe beurteilen wollte nach der Wartung, der müsste sagen: Die Mutter hat nur das kranke Kind lieb, die gesunden hat sie nicht lieb.

Diese Art nun, spricht unser lieber Herr Christus, habe ich auch; die Sünder sind mein erkauftes, teuer erworbenes Eigentum; denn ich habe sie mir erkauft durch mein Leiden und Sterben! sie kosten mich deshalb viel mehr und kommen mich teurer an zu erwerben, denn einem Menschen ein Schaf, oder einem Weibe ein Groschen, oder auch einer Mutter ihre Kinder kosten. Das mir's nun nicht sollte wehe tun und ich mich nicht sollte heftig darum bekümmern, dass sie aus dem Weg und mir wieder aus den Händen gehen, ist unmöglich. Denn sie kosten mich zu viel und sind mir zu sauer geworden, und dauert mich, dass sie noch sollten des Teufels dazu sein. Deshalb kann ich's nicht lassen, sobald mir meiner Schäflein eins austritt, so muss ich mich stellen, als gäben mir die andern nichts zu schaffen, und dem einigen verlornen nachgehen und es suchen, dass es den Wölfen nicht zu teil werde.

Das heißt ja doch unsers Herrn Christi Herz auf das freundlichste und lieblichste abgemalt, dass es unmöglich ist, dass mans könnte holdseliger und freundlicher machen, weil er solche Bekümmernis, Sorge, Mühe und Arbeit darüber hat, wie er die armen Sünder wieder könnte zurecht bringen; und führt uns selbst in unser eigen Herz, dass wir doch bedenken sollen, wie uns zu Sinne sei, wenn wir etwas verlieren, das uns lieb ist. Also, spricht er, steht mein Herz, also wallt es und ist unruhig, wenn ich sehe, dass der Teufel einen armen Menschen in die Sünde und Irre gebracht hat.

Da sollen wir nun sagen: Ich bin ein armer Sünder, das kann, ja will ich nicht leugnen; ich will aber darum keineswegs verzweifeln, als wollte Gott mein nicht. Ursache: mein Herr Jesus Christus sagt, es sei mit einem armen Sünder gleichwie mit einem Schäflein, das seinem Hirten verloren, und in die Irre geraten ist. Solch irrig Schäflein will er nicht in der Irre lassen, sondern suchen und zu den andern Schäflein tragen. Das ist ja eine Anzeigung, dass er der Sünden halber uns nicht wegwerfen, sondern allen Fleiß dahin wenden wolle, wie er uns von Sünden und wieder zu Gnaden möge bringen. Und sagt dazu, dass beide, er selbst und die Engel droben im Himmel alle Lust und Freude daran haben, wo die Sünder zur Buße kommen und sich bekehren.

Es tröstet aber dies Evangelium nicht allein die armen Sünder, dass Christus solcher Hirte sei und solch Amt habe, dass er die irrenden Schäflein sucht, annimmt und trägt; sondern es lehrt auch, wie wir uns gegen diesen Hirten schicken und was wir tun sollen, damit wir in das Reich Christi wieder gebracht und seiner Gnade und Liebe teilhaftig und aus verirrten, verlorenen Schäflein liebe, angenehme Schäflein, aus Gottes Feinden Gottes Freunde werden, nämlich dass wir, wie diese Zöllner und Sünder, zu Christo nahen, sein Evangelium fleißig und mit Ernst hören und lernen und uns daraus bessern. Denn das Gehör des heiligen Evangelii, oder wie es St. Paulus nennt, der Gehorsam des Glaubens nimmt hinweg und tilget die Sünde und alles, was auf die Sünde folgt, nämlich Gottes Zorn, den ewigen Tod und die Verdammnis, und macht, dass ein Sünder nicht mehr ein Sünder, ein Gottes-Feind nicht mehr ein Gottes-Feind, sondern gerecht, Gottes Freund und den lieben Engeln im Himmel eine Freude sei. (Martin Luther)


Es nahten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, dass sie ihn hörten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.
Heute sehen wir Jesum stehen oder sitzen in einem großen Kreise. Zunächst an seine Seite hatten sich die Pharisäer und Schriftgelehrten gedrängt. Die meinten, der Ehrenplatz gebühre ihnen. Sie hielten sich für die Honoratioren vor Gott und seinem lieben Sohne. Sie meinten, er solle sich ganz besonders mit ihnen beschäftigen. Aber es war ganz anders. Er ließ sie mit ihrer stolzen eignen Gerechtigkeit sitzen; die Zöllner und Sünder aber, wie sie einzeln oder in Haufen sich herandrängten, nahm er an, predigte ihnen Buße; und wo er sah, dass der Blitz des göttlichen Wortes einschlug, und das alte harte Herzen zerscheiterte, da redete er auch von Gnade und Vergebung der Sünden. Ja, da es zum Essen ging, setzte er sich unter sie. Das verdross denn die vornehmen, stolzen Herren gar nicht wenig. Sie murrten und sprachen: „Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.“ Mögen wohl mit den Köpfen dabei geschüttelt, mit den Augen gewinkt und etwas verächtlich auf die Seite gedeutet und von „sich Wegwerfen“ gesprochen haben. Wir kennen diese alte Pharisäerweise. Sie kommt ja leider in der Kirche Christi auch heut noch oft genug vor. Dabei betrügen sie zuerst sich, denn mit ihrer Gerechtigkeit ist es Nichts; und dem armen Sünder wird auch nicht geholfen.

O treuer Heiland. Wie ist doch jenes Wort des Hohnes zu einem Trostworte geworden. Wir danken dir, dass du uns Sünder annimmst und mit uns isst; dass du uns bietest dein Herz voll Liebe und dein Mahl der Vergebung der Sünden. Ach, hilf nur, dass wir dir so recht nahen als arme Sünder, nicht mit hochmütigen, selbstgerechten Pharisäerherzen. Und wenn du heute wieder in deinem Worte kommen willst zu deiner Christenheit, so erwärme recht Vielen das Herz, dass sie deine erbarmende Gnade nicht von sich weisen, sondern dankbar dem Worte lauschen welches uns die große Heilsbotschaft verkündet: Jesus nimmt die Sünder an! Amen. (Friedrich Ahlfeld)

Predigten

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nt/42/lukas_15_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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