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Lukas 10,29

Lukas 10,29

Andachten

“Er wollte sich aber selbst rechtfertigen“
Immer wieder dieselbe Erfahrung! Da ist eine Stelle, wo das Gewissen verletzt ist, wo das Wort Gottes oder das Zeugnis eines anderen Christen einem weh tut, wo es in uns klopft und bohrt und spricht: „Du musst dich ändern! An dieser Stelle muss es ganz anders mit dir werden. Hier fehlt eine Tat, eine Selbstverleugnung. Hier musst du deinem Gott gehorsam werden.“ Da möchte man diese unangenehme Stimme zum Schweigen bringen um jeden Preis und sich vor sich selbst rechtfertigen, damit alles beim alten bleiben könne. Wenn nicht anders, dann spricht man dem strafenden Wort oder Menschen die Berechtigung ab oder die Klarheit. Man könnte ja den Fall auch anders auffassen: Aus dem Gesetz ist nicht ersichtlich, wer mein Nächster ist, und damit bin ich der Verantwortlichkeit los und ledig. Statt sich selbst rechtfertigen zu wollen - wobei nichts herauskommt, als dass man sich nur tiefer und fester in allerlei Gewirr verstrickt - wollen wir doch lieber unsere Schuld eingestehen und uns mit demütiger, gläubiger Bitte an den wenden, der uns allein rechtfertigen kann.

Das bist du, Herr Jesus Christus, ganz allein! Erbarme dich unser und hilf uns. Vergib uns alle Schuld und alles Leugnen und alle die verkehrten Wege der Selbstentschuldigung und reinige uns von dem bösen Wesen. Wenn du uns rechtfertigst dann sind wir gerechtfertigt! Amen. (Samuel Keller)


Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster?
Noch stand der Schriftgelehrte bei Christo. Er hatte selbst den Inbegriff des heiligen Gesetzes ausgesprochen. Die Stücke: du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte, von allen deinen Kräften, und deinen Nächsten als dich selbst, die pochten etwas unsanft an die Tür seines Herzens. Es ward ihm bange drinnen. Er wollte die Sache ein wenig beschränken.

Er wirft die Frage hin: „Wer ist denn mein Nächster?“ Er wollte nicht zu viel Nächste haben, damit er ein Gerechter bleibe. Da erzählt ihm der Herr die Geschichte von dem, der unter die Räuber gefallen war. Der Priester und der Levit gingen vorüber und dachten nur daran, wie sie sich selbst retteten. Da hieß es: „Mich selbst! mich selbst!“ aber nicht: „Meinen Nächsten wie mich selbst.“ Dann kommt der Samariter, der ihm Wein und Öl in seine Wunden gießet, sie ihm verbindet, ihn auf sein Tier hebt, ihn in die Herberge bringt, ihn verpfleget, die Schuld bezahlt, dem Wirte noch vorschießet und ihm verspricht, so er mehr dartue, wolle er es bezahlen, wenn er wiederkomme. Hier hieß es „Er liebte seinen Nächsten als sich selbst, denn er tat die Barmherzigkeit.“ Damit war denn das Gebiet gestellt, wie weit wir unseren Nächsten zu nehmen haben. Nicht Land, nicht Stand, nicht Volk, noch Farbe scheidet zwischen dir und deinem Bruder, sie Alle sind deine Nächsten.

Herr Jesu, ziehe auch uns, wenn wir in uns unser Heil suchen wollen, wie jenem Schriftgelehrten den Boden unter den Füßen hinweg. Wir betrügen damit doch nur uns selbst. Und wenn wir uns einst vor dir auf unsere Gerechtigkeit verlassen wollten, so stünde es schlimm mit uns. Nein, gehe uns nach, die wir in Todesschwäche da liegen, heile uns, führe uns in deine Herberge, erquicke uns, verschaffe uns brüderliche Hilfe, dass wir aus unsrer Schwachheit, und aus der Krankheit unsrer Sünde genesen. Dazu gib uns auch ein warmes Herz für alle leidenden Brüder, dass wir dir immer ähnlicher werden, du treuer barmherziger Samariter. Amen. (Friedrich Ahlfeld)

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nt/42/lukas_10_29.txt · Zuletzt geändert: von aj
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