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Matthäus 21,28

Matthäus 21,28

Andachten

Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: „Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in meinem Weinberg.“ Er antwortete aber und sprach: „Ich will es nicht tun.“ Darnach reute es ihn und ging hin. Und er ging zum andern und sprach gleich also. Er antwortete aber und sprach: „Herr, ja; und ging nicht hin.“

Zweierlei Söhne hat Gott und keiner ist so, wie er sein soll. Denn beide sagen zugleich ja und nein. Der Trotzige, dem seine eigenen Anliegen den Kopf füllen, weil er hinter den natürlichen Gütern herläuft, sagt zuerst nein und erst, wenn er auf seiner Jagd nach dem Glück ins Elend kommt, sagt er ja. Der Fromme, der die Bibel zu sich reden lässt, Gottes Gesetz hört und weiß, was er dem zu verdanken hat, dass er ein Glied des Volkes Gottes ist, sagt zuerst ja, dann aber wieder nein, weil er trotz seiner religiösen Bildung und gottesdienstlichen Gewöhnung im Grunde seiner Seele das bleibt, was der andere Sohn auch ist, ein eigensüchtiger, begehrlicher Mensch, der seinem Futter nachläuft. Diese Beschreibung der Menschheit nach ihren beiden Hälften, der irreligiösen und der religiösen, der heidnischen und christlichen, ist wahr, wie jedermann sehen kann. Dann ist aber auch das andere wahr, was das Gleichnis sagt, dass Gott noch einen anderen Sohn hat, nicht nur diese ungeratenen und widerspenstigen, sondern einen mit ihm einträchtigen Sohn, nämlich den, durch den er beiden, dem Unfrommen und dem Frommen, dem Wilden und dem Ehrbaren, sagen lässt: Geht in meinen Weinberg. Dieser Sohn, der uns Gott gehorsam macht, ist ebenso gewiss vorhanden wie die beiden anderen und durch ihn wird sowohl dem, der in seinem natürlichen Gewand herumstolziert, als dem, der sich eine fromme Tracht angelegt hat, den Weg zeigt, wie sie zu Söhnen Gottes werden, die Gott dienen. Sie werden es dadurch, dass sie den Ruf hören, den der Eine, der in unserer ganzen Schar der einzige gehorsame Sohn Gottes ist, uns bringt.

Ja sagen zu Deinem Willen, Herr, heiliger Gott, habe ich gelernt; Du weißt aber, wie oft mein Wort umfällt, weil sich mein natürliches Verlangen gegen Deinen Willen sträubt. Meine Hilfe ist, dass ich, o Jesus, auf Dich höre. Mache Dein Wort in mir so stark, dass es mich Dir gehorsam macht. Amen. (Adolf Schlatter)

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nt/40/matthaeus_21_28.txt · Zuletzt geändert: von aj
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