Sacharia 4,7
Andachten
Wer bist du, du großer Berg, der doch vor Serubabel eine Ebene sein muss? Und er soll aufführen den ersten Stein, dass man rufen wird: Glück zu! Glück zu!
Zu dieser Stunde mag ein Berg von Schwierigkeiten, der Traurigkeit oder der Not in unserem Wege stehen, und die natürliche Vernunft sieht keinen Pfad über ihn oder durch ihn oder um ihn herum. Lasst den Glauben hereinkommen, und sogleich verschwindet der Berg und wird eine Ebene. Aber der Glaube muss erst das Wort des Herrn hören: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“ Diese große Wahrheit ist eine Hauptnotwendigkeit, um den unüberwindlichen Leiden des Lebens entgegentreten zu können.
Ich sehe, dass ich nichts tun kann und dass alles Vertrauen auf Menschen Eitelkeit ist. „Nicht durch Kraft.“ Ich sehe, dass ich mich auf keine sichtbaren Mittel verlassen kann, sondern dass die Macht in dem unsichtbaren Geiste ist. Gott allein muss wirken, und Menschen und Mittel müssen für nichts erachtet werden. Wenn es so ist, dass der allmächtige Gott die Angelegenheiten seines Volkes in die Hand nimmt, dann sind große Berge nichts. Er kann Welten bewegen, wie Knaben Bälle werfen oder sie mit dem Fuße stoßen. Diese Macht kann Er mir leihen. Wenn der Herr mich eine Alpe bewegen heißt, so kann ich es durch seinen Namen tun. Es mag ein großer Berg sein, aber selbst vor meiner Schwachheit soll er eine Ebene werden; denn der Herr hat es gesagt. Was kann ich fürchten mit Gott auf meiner Seite? (Charles Haddon Spurgeon)
„Er soll ausführen den ersten Stein, dass man rufen wird: Glück zu! Glück zu!“
Die Weissagung bezieht sich zunächst auf die Wiederherstellung Jerusalems und des Tempels durch Serubabel nach der babylonischen Gefangenschaft. Aber wie sonstige prophetische Verheißungen der Art, so hat auch diese eine weiter gehende Beziehung auf das große Heil und die große Erlösung, die noch werden muss durch JEsum Christum. Da geht's auch wie beim Ausführen des ersten Steins zu einem Gebäude. Wer's merkt, kann sagen: „Glück zu!“ d. h. Gott helfe weiter, dass es nicht nur bei einem Anfang bleibt, sondern zur Vollendung kommt. So wollen wir den HErrn bitten, Er wolle auch in unsrer bösen Zeit die ersten Anfänge bald machen zu einem Besseren, dass man nur wenigstens wieder Mut gewinnt zur Hoffnung einer Erneuerung. Denn dies ist gegenwärtig das Schwerste, dass niemand Mut gewinnen will zur Aufrichtung des Tempels, um mich so auszudrücken. Dann kann natürlich auch niemand rufen: Glück zu! Es ist alles noch so in der Schwebe, und niemand will dran, zu glauben, dass der HErr noch was tun werde von Oben her, um alles wieder aufzubauen, was die satanischen Mächte niedergerissen haben. Entmutigung unsrer Zeit ist ungeheuer groß, und wer etwa Mut hat, der hat's schwer, zu reden und zu schweigen. Redet er, so wird man ihm unhold, redet er nicht, so laust's wider sein Gewissen. O, wenn es nur einmal so weit wäre, dass alle Welt rufen würde: „Glück zu!“ Bitten wir den HErrn, dass es bald werde. (Christoph Blumhardt)