Psalm 31,23
Andachten
Ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen; dennoch hörtest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie.
Die Erfahrung eines guten Mannes, eines großen Mannes, eines geprüften Mannes wie David, ist ungemein lehrreich. Wir haben hier ein Stück menschlicher Schwäche aus Davids Lebensgeschichte, und wir sind froh daran; es ist ein Trost für uns Kleine, zu wissen, dass unsre Vorkämpfer auch Menschen mit den gleichen Schwächen waren wie wir. Was lernen wir aus diesem Bekenntnis Davids? Vor allem, dass wir es bereuen sollen, wenn wir Gott unsrem Vater etwas anderes als Gutes zugetraut haben. Wenn wir in Zeiten der Finsternis und Niedergeschlagenheit an Gottes Liebe und Fürsorge gezweifelt haben, so wollen wir uns beugen und ihn um Verzeihung bitten. Er ist so gut und gnädig; es ist unrecht, wenn wir uns ihn anders als liebreich vorstellen. Es ist ihm niemand gleich unter den Menschenkindern; die mitleidigsten Menschen sind nicht so barmherzig wie er. Wenn wir je etwas wider ihn gesagt haben, so wollen wir es zurücknehmen und nach Kräften gut machen, was wir verfehlt, indem wir seinen heiligen Namen preisen. - Wir wollen aber auch ernstlich um die Kraft beten, wenigstens unsre Lippen im Zaum zu halten, wenn wir einmal von misstrauischen Gedanken versucht werden. Möchten wir doch unsre Zunge, mit der wir Gott preisen, nie missbrauchen, um über unsern größten Wohltäter zu klagen. Gott gebe uns ein fröhliches, kindliches, glückliches Gemüt. Wir haben lange genug gemurrt, wir wollen jetzt anfangen, den Herrn zu preisen, nicht nur ebenso viel als wir vorher gemurrt haben, sondern tausendmal mehr.
(Charles Haddon Spurgeon)