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Psalm 1,1

Psalm 1,1

Andachten

Wohl dem, oder: Selig ist der Mensch, der seine Lust hat am Gesetz des HErrn
Vor Gott gibt es keine Mittelklassen, sondern nur zwei Klassen von Menschen: Gottlose und Gerechte. jene bilden drei Stufen: Gottlose im engeren Sinne, ungöttliche Menschen, die kein Leben aus Gott haben, sondern nur von der Welt sind, dann Sünder, bei denen das innere Verderben nicht mehr verborgen, sondern herausgetreten ist in mehr oder minder groben Ausbrüchen, welche bis zur Leidenschaft, bis zum Laster reifen; sie fallen von einer offenbaren Sünde in die andere, und werden zuletzt Spötter und Verräter alles Heiligen. So geht es mit ihnen immer tiefer herunter, bis sie sterben, und die Seele dann entblößt dasteht und schnell dann dem anheimfällt, dem sie innerlich angehört. Traurige Zukunft der Gottlosen! Ihnen ist nicht wohl, wie den Gerechten, sie bestehen in keinem göttlichen Gerichte, sie haben sich selbst ausgeschieden aus der Gemeinde Gottes, und die ganze Summe ihrer Grundsätze, Wünsche, Pläne und Hoffnungen wird zuletzt in ihrer Nichtigkeit offenbar. – Wie ganz anders die Gerechten, deren Lust es ist, Gottes geoffenbartes Wort zu lesen und zu lernen, zu hören und zu verstehen! Wie sie wachsen wie Bäume in der Gnade durch die beständigen Geisteszuflüsse von oben! Wie sie Früchte des Glaubens und der Treue, der Liebe und des Gehorsams und der Hoffnung des ewigen Lebens tragen! Wie ihre Werke in lange dauerndem Segen bleiben und ihnen nachfolgen in die Ewigkeit! Wie der Herr sich zu ihnen und ihrem Wege bekennt! – Herr, bewahre meine Worte vor der Gemeinschaft, vor den Ratschlägen und Spottreden der Gottlosen, ja, vor jeder Lust an der Sünde, und gib mir Gnade, dass ich meine einzige Lust an Deinem Worte habe, darnach meinen Gang, meine Worte und Werke einrichte, täglich den einen oder andern Spruch in meinen Gedanken habe, damit aus- und eingehe, in Deiner heiligen Furcht wandle, davon gern rede und mich Deiner niemals schäme. Lass diesen ersten Psalm zeitlebens meine Lebensregel bleiben, und wenn ich davon weiche, führe mich zurück. Amen. (Friedrich Arndt)


Wohl dem, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen. Es ist dies eine sehr ernste Sache. Nie nimm es leicht damit. Der Herr ist nahe allen, die Ihn anrufen. Der Teufel ist nahe allen, die weltlichen Vergnügungen nacheilen. Es gibt Orte der Lust, des Leichtsinns, der Verführung, der Eitelkeit. Betritt nie wieder satanischen Boden! Wo Jesus nicht sein darf, da gehörst auch du nicht hin. Lass den Weltkindern ihre Vergnügungen, für dich sind sie nicht mehr; Besseres hat der Herr dir beschieden. Wer beides haben will, täuscht sich selber, betrübt den Heiligen Geist und geht an seiner Halbheit und Unentschiedenheit früher oder später zugrunde. Habe den Mut, zweifelhafte Einladungen auszuschlagen und es offen zu bekennen: Jetzt muss auch ich sein in dem, das meines Vaters ist! Nicht dem Herrn geweihte Orte, ja. Lokale dieser Welt, in denen das Wesen dieser Welt sich breitmacht, betrete ich nie wieder. Je entschiedener, desto glücklicher! Die Welt soll bald erfahren, woran sie mit dir ist. „Gott siebet mich!“ Präg dies deinem Gedächtnis unauslöschlich ein. Mache Ihm Freude, denn du bist ja Sein Eigentum. Wandle vor Ihm. Wende dich vom Eitlen hinweg; sei still gerichtet auf Jesum allein. Bald lebst du ganz vergnügt in der reinen Luft kindlicher Liebe, bald bewegst du dich mit Wonne im Lande biblischer und himmlischer Realitäten. Dein Geist will das Wahre, Gute, Schöne. Gott findet Raum in dir. Du wirst Sein reiner Tempel. Diene in Liebe Ihm und dem Nächsten. Je mehr es dir gegeben wird, in Selbsthingabe und Entsagung durch Dienst und Opfer andere glücklich zu machen, desto fruchtbarer ist dein Leben. (Markus Hauser)


Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen; sondern hat Lust zum Gesetze des Herrn, und redet von seinem Gesetze Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das gerät wohl.

Der Gottlose ist auch wie ein Baum. Aber wie ein Baum, gepflanzt in der Wüste; wie ein Baum, an dem der Wurm nagt. Er mag schön emporwachsen, und manche Hoffnungen erwecken. Aber er muss verdorren, weil ihm kein Saft und keine Kraft zuströmt. Wer herzliche Liebe zu Gottes Wort hat, der bringt Frucht zu seiner Zeit. Wie der Baum aus den Wasserbächen Saft und Kraft und Fruchtbarkeit zieht, so macht Gottes Wort den Menschen fruchtbar zu allen guten Werken. Wer seine Lust hat an Gottes Wort, der zeigt auch Liebe, Vertrauen, Geduld, Ergebung, Versöhnlichkeit, Treue und Ehrlichkeit. Der wird keines Hoffnungen und Glauben betrügen. In dem wird Niemand sich täuschen. Er bringt Frucht, und seine Blätter verwelken nicht. Er steht festgewurzelt. Der Sturm kann ihn nicht umstürzen. Die Hitze kann ihn nicht verdorren machen. Wo der natürliche Mensch nicht aus noch ein weiß, wo ihm das Herz verschmachtet, da steht der Fromme in Gottes Wort festgewurzelt, da schlägt er nur noch tiefere Wurzeln in die Gnade, da wird er es grade in der Hitze der Anfechtung am seligsten inne, welche Fülle von Kraft und Licht und Trost ihm in Gottes Wort offen steht. Seine Blätter verwelken nicht. Große Verheißung mitten in aller irdischen Vergänglichkeit! Was ein frommer Mensch, ein echter Christ geschrieben, gesprochen, getan, eine fromme Mutter, ein treuer Vater, das soll sein wie ein Blatt, das nimmer verwelkt, daran sollen Kinder und Kindeskinder bleibenden Segen haben, dann noch, wenn die Blätter auf ihrem Grabe längst verwelkt sind. Treuer Gott, lass meine Seele an den Wasserbächen deines Wortes gepflanzt stehen, lass deine Wahrheit und Gnade meines Herzens Freude sein, damit ich Frucht bringe zu seiner Zeit und auch die Blätter meines Lebensbaumes nicht verwelken. Erfülle an mir die Verheißung: Wer meine Worte hält, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Amen. (Adolf Clemen)


Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen; sondern hat Lust zum Gesetze des Herrn, und redet von seinem Gesetze Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das gerät wohl. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.

Da sind zwei Wege, der Weg der Gerechten, der Weg der Gottlosen. Auf welcher Straße gehe ich, auf der breiten ins Verderben, oder auf der steilen himmelan? Habe ich Umgang mit Spöttern? Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist. Habe ich Lust zu Gottes Wort? Wo keine Bibel ist im Haus, da sieht es öd' und traurig aus.“ Und wenn ich ein Gotteswort höre an jedem Morgen, begleitet es mich nun durch den ganzen Tag, als mein Halt und Führer?

Wohl Dem, der Lust hat zu Gottes Wort. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen. O wäre ich doch ein solcher Baum, der aus Gott und Gottes Wort seine Kraft und Nahrung schöpft! Dann hätte ich Gelingen in meiner Arbeit, Segen in meinem ganzen Leben, und vor mir eine selige Ewigkeit. Aber die Gottlosen sind wie Spreu; Blätter, losgerissen vom Baum, ohne Halt und Ruh, allen Winden preisgegeben; verwelkt und verdorrt, bis das Feuer sie zerstört. O heiliger Gott, du weißt, welchen Weg ich gehe, lenke meine Füße und zeige mir deinen Weg, den Weg zum ewigen Leben und bewahre mich in Gnaden vor dem Gericht der Gottlosen. Amen. (Adolf Clemen)


Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen, sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn, und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das gerät wohl.
Ein solcher Baum bringt seine Früchte zu seiner Zeit. St. Paulus sagt, die Gottseligkeit sei zu allen Dingen nütze; darum bringt sie auch bei allen Ständen und in allen Dingen ihre Früchte. Im Hausstand z. B. bringt die Gottseligkeit treffliche Früchte als christliche Kindererziehung, Glauben und Vertrauen auf Gott, Liebe, Hoffnung, Friede, Geduld, Demut, Sanftmut u. dergl., und alle diese Früchte kommen zu seiner Zeit. Denn wie die Früchte der Erde ihre gewisse Zeit haben und ihre gewissen Monate, wenn sie reif werden wie denn der liebe Gott so weislich das ganze Jahr mit seinem Gute gekrönt hat so kommen auch die Früchte der Gottesfurcht zu seiner Zeit. In Zeiten der Verfolgung kommen hervor und reifen die Früchte des Bekenntnisses, der Beständigkeit, der Geduld, des Glaubens; in Krankheit und Armut des Nächsten blüht die edle Blume der Barmherzigkeit und Milde. Der rechte ewig grünende Baum, unser Herr Jesus Christus, brachte auch seine Früchte zu seiner Zeit: bei der Menschwerdung große Freude, wie der Engel sagt, Ehre Gottes, Fried' auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen; zur Zeit seines Lehramts die herrlichen Früchte seines Evangeliums und seiner Wunderwerke; zur Zeit seines Leidens die herrlichen Früchte der Versöhnung mit Gott, der Bezahlung unserer Sünden, und zur Zeit seiner Auferstehung Gerechtigkeit und Sieg über Tod, Teufel und Hölle. So bringt auch jeder Christ seine Früchte zu seiner Zeit.

Von einem solchen am Wasser gepflanzten Baume heißt es weiter: „und seine Blätter verwelken nicht.“ Gleichwie ein Palmbaum auch mitten im Winter seine Blätter grün behält, so werden auch alle gottesfürchtigen Leute im Winter der Trübsal, des Elends und der Verfolgung an christlichen Tugenden nicht leer, sondern grünen und blühen auch unter dem Kreuze und behalten ihren geistlichen Schmuck, als Glaube, Liebe, Hoffnung, Geduld und Gebet, denn der heilige Geist erhält sie.

„Und alles, was er macht, gerät wohl.“ Denn noch können sich alle gottesfürchtigen Herzen dessen getrösten, dass ihr Amt, Beruf, Geschäft, Handel und Wandel mit glücklichem Fortgang und gutem Gedeihen soll gesegnet werden. So lesen wir auch von Jakob, von Joseph, David und Daniel, dass Gott zu allem, was sie angefangen, Glück gegeben habe. Und nicht allein alle Geschäfte haben einen glücklichen Ausgang, sondern auch Kreuz und Leiden. Denn wenn auch die Gottesfürchtigen meistens viel Not und Trübsal leiden müssen, dennoch müssen ihnen alle Dinge zum Besten dienen, auch die Trübsal; selbst der Tod muss zur Seligkeit gereichen. Recht wohl gedeiht aber alles nur dann, wenn es zu Gottes Ehre, zur eigenen Seligkeit und dem Nächsten zu Nutz gereicht. Denn alle Arbeit ist vergeblich, die nicht aufs ewige Leben gerichtet ist. (Johann Arnd)

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at/19/psalm_1_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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