Psalm 129,1
Andachten
Barmherziger Gott, ich preise Dich, dass ich diese Verheißung mir auch aneignen darf, dass Dein Volk, so oft unterlegen und misshandelt, doch immer wieder sich aufgerichtet hat und seine Feinde zuletzt hoffnungslos zu Grunde gehen. Was bin ich doch, Herr, dass Du mich bis hierher gebracht hast? In mir war keine Kraft und Würdigkeit, die Dich hätte bewegen können, mich vor Andern lieb zu haben. Deine freie Gnade hat mich in dem Schoß Deiner Kirche lassen geboren werde, und hier lässt Du mir Dein teures Wort verkündigen, hier erquickest Du mich mit himmlischen Gaben in Christo, und gönnest mir im Geist und in der Wahrheit Dir zu dienen. Das Alles hab’ ich Deiner Erbarmung zu danken, und durch sie allein bin ich, was ich bin. – Gedenke, Herr, an Deinen Bund und Deine gnädige Verheißung; Du kannst die Deinen nimmermehr vergessen, in Deine Hände hast Du sie gezeichnet. O lass sie durch die Liebe verbunden sein als ein Herz und eine Seele. Lass sie Dein Wort lieb haben und mit einem gottseligen Wandel einander ermuntern, dass sie ihr Licht lassen leuchten und ihre guten Werke zu Deines Namens Ehre gepriesen werden. Stärke unsere Brüder, die unter den Feinden der Wahrheit wohnen, dass sie durch keine Not noch List sich lassen abwendig machen; schütze sie vor ihren Feinden, tröste sie in Traurigkeit, und hilf ihnen in aller Bedrängnis, dass sie beständig bleiben im Glauben, gottselig im Leben, geduldig in Trübsal, und unbesiegt bis in den Tod. – Führe, o Herr, bald die herrliche Zeit herbei, wo Deinem Zion Kinder sollen geboren werden, wie der Tau aus der Morgenröte. Lass Babel fallen, lass die Fülle der Heiden eingehen und ganz Israel selig werden, dass Dein Name herrlich sei vom Aufgang bis zum Niedergang, und alle Welt ein Hirt und eine Heerde werde. Hat nun endlich Deine Kirche genug gestritten und geduldet, so führe ihren Kampf zum Siege aus! O wie herrlich wird die Versammlung Deiner Heiligen sein, wann wir Dich aus einem Munde werden loben in unaussprechlicher Freude! Bringe uns da zusammen, Herr Jesu, und lass uns Deine Herrlichkeit sehen, die Dir der Vater gegeben hat. Amen. (Friedrich Arndt)