Psalm 119,12
Andachten
Gesegnet seiest du, Herr! Lehre mich deine Rechte.
Lehre mich deine Rechte, denn nur so finde ich den Weg, um ein Gesegneter zu werden. Du bist so reich an Segen, dass es deine Freude ist, andre zu segnen, und dieses Gut erflehe ich von dir, damit ich deine Rechte lerne. Die Glücklichen machen auch gerne andere glücklich, und der selige Gott teilt gerne andern die Heiligkeit mit, die die Quelle der Seligkeit ist. Der Glaube treibt den Psalmisten zu dieser Bitte, und er gründet sie nicht auf irgendetwas Gutes, das er in sich findet, sondern auf die Vollkommenheit des Gottes, zu dem er betet. Herr, du bist gesegnet, darum segne mich durch deine Unterweisung. - Wir müssen Schüler, Lernende sein; aber welche Ehre ist es für uns, Gott selbst zum Lehrer zu haben! Wie kühn von David, dass er darum bittet! Aber der Herr gab ihm den Wunsch ins Herz und deshalb war er gewiss nicht zu kühn. Wer möchte nicht in die Schule solch eines Herrn gehen und von ihm die Kunst heiligen Lebens lernen? Diesem Lehrer müssen wir gehorchen, wenn wir die Gesetze der Gerechtigkeit halten wollen. Der König, der die Gesetze gegeben hat, kann sie auch am besten auslegen, und da sie aus seinem eigenen Wesen entspringen, kann er uns auch am besten ihren Geist einflößen. Wer seinen Weg gerne klar sehen möchte, der bitte wie David: Lehre mich deine Rechte. Es ist eine recht praktische Bitte, denn sie wünscht Unterweisung nicht in geheimer Wissenschaft, sondern in den Rechten und Geboten des Herrn. Wenn wir die Rechte des Herrn wissen, so haben wir die wahre Bildung. (Charles Haddon Spurgeon)