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Psalm 101,1

Psalm 101,1

Andachten

“Von Gnade und Recht will ich singen.“
Der Glaube triumphiert in der Trübsal. Wenn die Vernunft und der Wille ins innere Gefängnis geworfen und ihre Füße in den Stock gelegt werden, dann macht der Glaube die Kerkermauern widerhallen mit seinen lieblichen Liedern und ruft aus: „Von Gnade und Recht will ich singen und Dir, Herr, lobsagen.“ Der Glaube wirft die schwarze Maske vom Antlitz der Heimsuchung und entdeckt einen Engel darunter. Der Glaube blickt empor zu den Wolken und sieht, dass sie von Gnade schwellen und ihren Segensstrom über ihn auszugießen bereit sind. Sogar in den Gerichtsprüfungen Gottes gegen uns ist Ursache zum Preis und Dank. Denn zum ersten ist die Trübsal nicht so schwer, als sie hätte sein können; dann ist sie nicht so strenge, wie wir sie verdient hätten; auch ist sie nicht so erdrückend, wie die Last, welche andre zu tragen haben. Der Glaube sieht, dass seine schwersten Leiden keine Strafgerichte sind; es ist kein Tropfen von Gottes Zorn in diesem Kelche; er ist ganz von der Liebe verordnet. Der Glaube entdeckt das Leuchten der Liebe, gleich dem Glänzen eines Edelsteins auf dem Brustschildlein des züchtigenden Gottes. Der Glaube spricht von einer Prüfung: „Das ist ein tröstliches Zeichen; denn nur einem Kinde wird die Rute zuteil.“ Und dann singt er von den lieblichen Früchten seines Leidens, weil sie ihm zum Besten dienen müssen. Ja, der Glaube spricht sogar: „Diese meine Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit.“ So reitet der Glaube auf dem schwarzen Pferde weiter auf seiner Straße, von Sieg zu Sieg, tritt die fleischliche Vernunft und den irdischen Sinn unter die Füße und singt Siegeslieder inmitten des härtesten Kampfes. (Charles Haddon Spurgeon)


Von Gnade und Recht will ich singen, und Dir, HErr! Lob sagen.
Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist das Leben, und seine Gnade ist wie ein Abendregen, Sprichw. Sal. 16, 15. Gnade und Wahrheit behüten den König, und sein Thron wird bestätigt durch Gnade. Je gewaltiger und mächtiger nun eine Obrigkeit ist unter dem Volke, je geneigter soll sie sein zur Barmherzigkeit; denn es ist unter allen Tugenden keine, die einen Fürsten so fein schmücket, als die Langmut und Gnade; darum der HErr unser Erlöser selbst spricht: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnädige Herren, Luk. 23, 35. Das bezeugt Gott mit Seinem eigenen Exempel: Wer ist mächtiger als Gott? Wer ist langmütiger als Gott? Welches auch Gott in der Natur vorbildet; denn die Bienen haben zwar alle ihre Stacheln; aber der Bienenkönig hat keinen Stachel und auch keinen Zorn; darum hängen sich seine Bienlein um ihn her und verteidigen ihn. Dies bedeutet, dass eine langmütige Obrigkeit unter den Untertanen sicher ist, und dass die Liebe der Bürger gegen die Obrigkeit sei eine unüberwindliche Festung. (Johann Arnd)

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