Hiob 8,8
Andachten
Frage die vorigen Geschlechter, und nimm dir vor zu forschen ihre Väter. Denn wir sind von gestern her, und wissen nichts; unser Leben ist ein Schatten auf Erden. Sie werden dich's lehren, und dir sagen. Kann auch das Schilf aufwachsen, wo es nicht feucht steht oder Gras wachsen ohne Wasser? Wenn es noch in der Blüte ist, ehe es abgehauen wird, verdorrt es. So geht es allen Denen, die Gottes vergessen, und die Hoffnung des Gottlosen wird verloren sein. Denn seine Zuversicht vergeht, und seine Hoffnung ist ein Spinngewebe. Er verlässt sich auf sein Haus, und wird doch nicht bestehen; er wird sich daran halten, und wird doch nicht stehen bleiben. Darum siehe, dass Gott nicht verwirft die Frommen, und nicht erhält die Hand der Boshaftigen.**
Gott, dein Weg ist heilig. Wir gedenken an deine vorigen Wunder, und reden von allen deinen Werken, und sagen von deinem Tun: Gott, dein Weg ist heilig. So hast du es auch vor unsern Augen schon offenbart. Du hast es uns schauen lassen, dass die Gottlosen nicht bleiben im Gericht, dass du aber kennst den Weg der Gerechten. O so stärke uns den rechten Glauben, dass wir dich über Alles fürchten und dir allein vertrauen. Gründe uns alle Tage fester in deine Gemeinschaft, dass wir nicht wanken von deinen Rechten, dass kein Sturm der Anfechtung und keine Verführung uns von dir losreiße. Tief und fest lass uns in dir gewurzelt stehen, in deinem Wort, in deinem Namen, dass wir nicht verdorren in der Hitze, sondern wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, Frucht bringen zu deiner Ehre. Hilf uns dazu auch an diesem Tage. Gott, dein Weg ist heilig. Führe uns heute auf deinen Wegen. Wenn wir irren, bring' uns zurecht. Wenn wir vor einem Abgrund stehen, reiß' uns zurück mit deiner treuen, starken Hand. Hilf uns zu Allem, was wir tun. Hilf uns zum ewigen Leben. Amen. (Adolf Clemen)