1. Timotheus 1,15
Andachten
„Christus ist gekommen, um die Sünder selig zu machen.“
Der entscheidende Punkt ist der, daß man das im Glauben faßt, daß dies auch für mich ist. Es ist wahr: wenn wir durch die enge Pforte hindurchgehen wollen, dann kommt der Feind mit seinen feurigen Pfeilen und sucht uns davon abzubringen. Es will sich wie eine Zentnerlast auf unsere Seele legen — ja, es ist alles wahr, aber es ist nicht für mich! Dann muß der Heilige Geist die Liebe Gottes vor Augen halten: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf, daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Dann wird dir offenbar, daß die Liebe Gottes viel größer ist als deine Gedanken, daß er ein starker Held ist, der aus Ecken und Winkeln errettet. (unbekannt)
Denn das ist je gewisslich wahr, und ein teures, wertes Wort, dass Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin.
Es stehen viel teuer werte Wahrheiten in der Bibel, allein hier sind wir an der Quelle aller Wahrheiten und aller übrigen teuer werten Gottesgaben. Gott in Christo, als der Versöhner der Welt und der Seligmacher der Sünder, diese Wahrheit kann uns nie alt werden, sondern wird uns jeden Tag unerhörter, je mehr wir Gottes Langmut an uns bewundern. Christus Jesus ist gekommen, mit aller Vollmacht ausgerüstet, um zu suchen und selig zu machen das Verlorene. Und dieses Kommen setzt der Sünderheiland täglich fort, als ein lebendiges, allmächtiges; wer Jesum braucht, der erfährt ihn, auch der vornehmste Sünder, ja besonders der. Es gibt eine ewige Erlösung und einen ewigen Erlöser; wendet euch zu mir, sagt Christus, aller Welt Ende, so werdet ihr selig. Das Evangelium ist vom Himmel gekommen, und was vom Himmel gekommen ist, das hat auch einen ewigen Gehalt und erhält sich ewiglich jung. Es werden viele Bücher gedruckt, viele Menschengedanken in Lettern gefasst, ist aber noch kein Satz gedruckt worden, seitdem die Welt steht, wie das teuer werte Wort, dass Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen. An allen Menschenworten klebt immer noch Irrtum und Unvollständigkeit; nur das Evangelium ist je gewisslich wahr und das alleinige vollständige Gut, denn in demselben gibt sich uns Gott selber. Werde ein Sünder, ein armer Sünder, der vornehmste Sünder, und dir besonders ist Barmherzigkeit widerfahren, auf dass an dir vornehmlich Jesus Christus erzeigte alle Geduld, zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. (Friedrich Lobstein)
Das ist je gewiss wahr und ein teuer wertes Wort, dass Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin.
Also müssen wir auch mit dem Apostel klagen, der Sünde uns anklagen vor dir; also dürfen wir aber auch mit ihm uns trösten und fröhlich rühmen, dass Jesus Christus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. Wir danken dir, barmherziger Gott und Vater, von Herzen für dieses teuer werte und tröstliche Wort. Wir danken dir dafür im Namen unseres Herrn Jesu Christi, dem wir angehören und durch den wir auch dein eigen sind. Eher sollen ja wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, als dass deine Gnade von uns weichen und der Bund deines Friedens hinfallen könnte. Es ist ein gewisses und wahrhaftiges Wort. Darum soll es auch uns ein festes und zuverlässig gewisses sein, darauf wir uns verlassen und daran wir uns halten bis in den Tod. Steht es ja doch auf deinem eigenen wahrhaftigen Zeugnisse von deinem unabänderlichen Rate und Willen. Hat es ja doch deine ewigen Gnaden und Siegel zum Unterpfand. Das ist aber der große Trost, den es uns gibt, und die selige Wahrheit, durch die es uns armen Menschen, uns armen verlorenen Sündern so über alles wert und teuer wird, dass Jesus Christus, dein lieber Sohn, sich uns zum Heiland gegeben hat und gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. So wissen wir uns durch ihn erlöst und mit dir versöhnt; so haben wir durch ihn Vergebung unserer Sünden und stehen bei dir in Gnaden; so sind wir durch ihn zum Frieden gekommen und niemand, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Niedriges, weder Leben noch Tod kann uns scheiden von deiner Liebe, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. „Jesus Christus, gekommen in die Welt, die Sünder selig zu machen,“ dieses gewisse, dieses teuer werte Wort soll uns darum der einige und seligste Trost sein in unsern Sorgen und Tränen, in unsern Sünden und Schmerzen. Lass, ach lass uns nicht davon abkommen. Erhalte vielmehr allezeit unsere Herzen im Glauben daran und im vollen Troste daraus. Lass es auch deiner armen Christenheit nie zu ihrem Schaden und Verderben entfremdet, sondern ihr zu immer größerem Troste mit Freudigkeit bis an der Welt Ende gepredigt werden. Wir aber wollen hingehen und Zeugnis geben, dass wir dein sind, o Jesu, und dich mit dem Vater und mit dem Heiligen Geiste preisen an unserm Leibe und an unserm Geiste, hier zeitlich und dort ewig. Amen. (Carl Just)