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Johannes 1,26

Johannes 1,26

Andachten

Er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
Johannes, der Demütige, der sich selbst nur eine Stimme eines Predigers in der Wüste nennt, der sieht und erkennt Jesum, der weist auch das Volk zu ihm hin. Und wie damals, steht es auch heute. Tausende und Millionen sammeln sich vor der Christzeit und in der Christzeit um den Christ. Er ist mitten unter sie getreten; aber bei der großen Zahl können wir auch hinzufügen: „welchen ihr nicht kennt.“ Auch heute kennt ihn nur die Demut. Die Anderen stehen um ihn; es ist ihnen in dem Leben des Christfestes eine graue, unklare und verborgene Stelle, die sie sich auch nicht klar machen wollen. Das ist der Herr, der Held des Festes selbst. Sie sehen Alles, Gold und Silber, Geschenke und Früchte; nur ihn sehen sie nicht. - Wie kommt das? woher diese Kälte? Sie kommt daher, dass das verzehrende Feuer Gottes in ihnen nie gebrannt hat. Sie haben nie gefühlt, wie einem armen Sünder nach Verdienst und Recht zu Mute sein muss. Sie haben es nicht gefühlt, weil sie es nicht fühlen wollten. Und weil sie es nicht fühlten, haben sie auch nie mit Seufzen die große Frage getan: „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen aus dem Leib dieses Todes?“ Und weil ihnen die Frage danach nie im Herzen gebrannt hat, haben sie den Herrn auch nie fest und scharf darauf angesehen, ob er dieser Erlöser sei. Und wer ihn nicht fest ansieht, wer bei ihm nicht bestimmt fragt, der bekommt auch keine Antwort, der lernt ihn nicht kennen.

Herr, unser Heiland, aus welcher Höhe kommst du hernieder? Das Wort, das bei Gott war, wird Fleisch. Wer kann's messen? Wer kann's denken? Nur deine heilige himmlische Liebe hat es gekonnt. Herr unser Heiland, in welche Tiefe kommst du hernieder. Kindesstand, elende Krippe, Schmach, Kreuz, Grab, das sind die Stufen deiner Leiter. Und den Gang gehst du aus Liebe zu uns. Mit unsern Sünden haben wir dich dazu gezwungen; unsere Not hat dich dazu gedrungen. Herr du kommst um uns mit hinaufzunehmen. Ach Herr, nun kannst du uns aber nicht mit hinaufnehmen, wenn wir nicht erst hinunter steigen in unsere Tiefe. So lass uns schauen unsere Finsternis und dein Licht, unsere Kälte und deine Liebe, unser Unheil und dein Heil. Lass uns dich sehen, den Grund und das Pfand und das Siegel der ewigen Erbarmung. Amen. (Fr. Ahlfeld)


Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber Er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt! Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, dass ich seine Schuhriemen auflöse.

Zu der Selbsterkenntnis die Christus-Erkenntnis! das hängt unzertrennlich zusammen, und ist wie die beiden Schalen einer Waage. Je tiefer die eine sinkt, desto höher steigt die andere. „Mitten unter euch getreten!“ und ihr kennt Ihn nicht; Seine Knechtsgestalt verhüllt Ihn, aber mir ist Er enthüllt! in der wahrhaftigen Menschheit die geoffenbarte Gottesfülle. „Vor mir gewesen!“ von Ewigkeit her! bei Gott und von Gott gesandt. Darum nicht wert bin ich, dass ich Seine Schuhriemen auflöse! - Aus dem Allen dringt nun die Advents-Frage auf uns ein: Wie dünkt euch um Christo? Diese Haupt- und Lebens-Frage, daran Himmel und Hölle, Seligkeit und Verdammnis hängt! o dass sie Dir eine brennende würde, so brennend, dass Du nicht Ruh' noch Rast habest, bis Du die rechte Antwort gefunden! Tausende gehen d'ran vorüber, und tun, als ginge sie's nichts an. Tausende sind schnell damit fertig, und machen Ihn zu Mariens Sohn, und weiter nichts! Andere ziehen die Schultern und sprechen: wir wissen's nicht, es ist uns zu wunderlich und zu hoch. Aber solche Alle sind nicht redliche Sucher. Den Aufrichtigen lässt's der Herr gelingen. Wie macht Er's denn? Zuerst in die Tiefe und danach in die Höhe! in die Tiefen Deiner eigenen Sünde, Deiner Erbärmlichkeit, Deines Nichts! merk auf: Dieser Johannes, der Größte unter Allen vom Weibe Geborenen im alten Bunde, so klein! was bist Du denn? - dieser Bußprediger, selbst von tadelloser Reinheit und gesetzlicher Strenge, so unwert! was bist Du denn? hinunter mit Dir! dann wird Dich Christus erleuchten! dann wirst Du Ihn sehen und erkennen mit Augen, die da taugen! dann heißt es: nicht wert, dass ich Seine Schuhriemen auflöse! (Nikolaus Fries)


Er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
Er ist mitten unter euch getreten. Jesus, der Sohn Gottes, ist der Mittler geworden zwischen Gott und den Menschen. Dies ist ja tröstlich. Wenn dich dünkt, Gott eile zur Rache über deine Sünden, da ergreife Jesum im Glauben, stelle den zwischen dich und Gott. Ein Mittler ist er, er tritt mitten unter uns. Wo zween oder drei versammelt sind in seinem Namen, da ist er mitten unter ihnen. Wenn zwei Herzen sich mit einander verbinden, etwas von Gott zu bitten, ihm ihre Not zu klagen, da gibt Jesus den dritten Mann, tritt mitten unter sie, hilft, dass ihre Seufzer durch den Himmel dringen und zu Gott kommen. Darum, wenn du in deinen Nöten dein Gebet zu Gott tust, denke nicht, du seiest allein, Gott höre es nicht. Nein! der Heiland ist bei dir, er fasset deine Tränen auf und zählet sie. Er ist mitten unter uns in Leiden. Darum, wenn Welt und Teufel auf uns sitzen, da sollen wir nicht meinen, wir sind allein und von ihm verlassen. Ach nein! Er ist da bei uns mit seinem Trost und Schutz! Was kann dich betrüben? die Freudenquelle ist in dir. Der in dir ist, kann dich höher erfreuen, als alle Welt betrüben. Wer will dir schaden, wenn Christus in dir wohnt? Jesus wird sein Reich wohl beschützen. Der Herr wohnt in dir, vor welchem auch Teufel erzittern müssen. Wohnt er in dir, wer will ihn dir nehmen? das behältst du wohl, was du in deinem Herzen hast. Hast du Christum, was willst du mehr? Hast du ihn, so hast du Alles, Christus ist Alles in Allem. (unbekannt)


Er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
Als Johannes der Täufer Jesum im Jordan taufte, da lernte er ihn kennen, da vernahm er das Zeugnis Gottes über diesen einzigartigen Täufling: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.“ Es war eine persönliche Erfahrung, auf Grund deren Johannes Jesum kannte, nicht nur von außen, nach seiner äußeren Gestalt, sondern vielmehr nach seinem inneren Wesen als Gottes Sohn und als das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt. Den Juden aber muss er entgegenhalten, dass sie Jesum nicht kennen, wiewohl er mitten unter ihnen aus- und eingeht. Sie stehen also in der größten Gefahr, das Heil, welches dieser Jesus ihnen bringt, zu übersehen und zu versäumen. Wie not tut's, dass auch wir vor dieser Gefahr gewarnt werden! Er ist ja auch mitten unter uns getreten „siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“, diese Verheißung aus seinem Munde hat sich erfüllt; er hat sein Reich in diese Welt gebaut, er wirkt und waltet in demselben durch seinen heiligen Geist, durch die Kräfte, die von seinem Worte und den heiligen Sakramenten ausgehen und sich an den Herzen der Menschen nicht unbezeugt lassen. Aber ob wir ihn kennen, du und ich, wie Johannes der Täufer ihn kannte? Darum handelt sich's. Was wär's uns nütze, wenn ein gnädiger Regen das Land unseres Nachbarn feuchtete, aber unser Feld und Garten bliebe dürr und durstig? Es kommt ja im Christentum doch schließlich alles darauf an, dass der Einzelne Christum als seinen Heiland kennen lernt, dass er die persönliche Erfahrung von dem Gottessohne macht, der das Lamm Gottes geworden ist, das wie der ganzen Welt, so auch meine und deine Sünden getragen hat. Er darf uns nicht so fremd gegenüberstehen, nicht bloß der Christus der Geschichte sein, der einst gelebt hat und gestorben ist, sondern der lebendige Christus muss er uns werden, der sich mit uns abgibt, für uns da ist, uns liebt und seiner Seligkeit teilhaftig machen will.

O, wie viele kennen ihn nicht, wiewohl er mitten unter uns ist - ich rede nicht von denen, welche ihm ganz den Rücken gewandt haben, nein, vielmehr von denen, welche sich noch zu ihm halten! Es gibt so viel äußerliches Wesen, so viel Mund- und Kopfchristentum damit ist uns aber wirklich nichts gedient. Kennst du Jesum? Denken wir über diese Frage nach. (unbekannt)

Predigten

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