Markus 10,52
Andachten
Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach auf dem Wege.
Jesus hatte zu dem Blinden gesagt: „Gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen.“ Wohin ging nun der Geheilte? Welchen Weg erwählte er? „Er folgte Jesu nach auf dem Wege.“ Jesu Weg war nun sein Weg. Er sagte gleichsam: „Ich sehe jetzt und kann meinen Weg selbst wählen, und ich wähle den Weg, den du mir vorzeichnest.“ Leider machen es nicht alle so, denen Christus geholfen hat. Viele machen es wie die neun Aussätzigen, die davon gingen, so bald sie geheilt waren; sie leben nicht zur Ehre Gottes; sie bleiben nicht in der Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen; sie sind lau in ihrem Dienst und sind den andern kein Vorbild. „Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune?“ Bartimäus war von edlerer Art. Sobald er sehen konnte, folgte er Jesus auf dem Wege. Dieser Weg führte aber nach Jerusalem, wo Jesus bald angespien und verspottet und gekreuzigt werden sollte. - Willst du auch deinem Herrn durch Schmach und Spott nachfolgen? In unsrer bösen Zeit tun tapfere Männer not. Es gibt so gar viele zartbesaitete Christen, denen gleich angst und bange wird, wenn sie etwas Spott oder Rücksichtslosigkeit ertragen sollen. Sie beugen sich vor jedem Windstoß, wie die Weide am Bache; sie sind von so weichem Stoff, dass man sie nach jeder Form modeln kann. Bartimäus war von stärkerem Stoff. Solange er blind war, schrie er bis er sein Augenlicht bekam, obgleich Petrus und Jakobus und Johannes ihm wehrten, und als er sehend geworden war, folgte er Jesus nach auf jede Gefahr hin. Sei du auch so entschlossen, um jeden Preis zu Jesus zu kommen; in seiner Schule kannst du ein tüchtiger, kräftiger Charakter und ein brauchbares Glied der Kirche werden. (Charles Haddon Spurgeon)