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Jesaja 45,22

Jesaja 45,22

Andachten

Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig, aller Welt Ende; denn ich bin Gott und keiner mehr.
Es ist freilich in unserer Zeit aufgekommen, von der Bekehrung zu reden und zu schreiben, aber ohne Christus, als ob es genug sei, sich einen Vorsatz, einen Gedanken in den Kopf zu machen: ich will anders werden, ich will mich bessern, heute will ich dieses, morgen jenes ablegen usw., bis ich rein bin, Alles ohne göttliche Kraft, Alles ohne Den, der von sich gesagt hat: „ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Es ist aufgekommen, dass man viel geredet und geschrieben hat von der Kraft zum Guten, die der Mensch von Natur in sich habe, Alles zum Schimpf und zur Schmach des verdienstlichen Leidens und Sterbens Christi, dass man den armen Seelen statt des Kraft gebenden und beseligenden Evangeliums elende Sittenregister ohne Zahl vorgehalten, und, weil man die Schwäche der menschlichen Natur nicht kennt, den armen Menschen zugemutet hat, sie sollen Gebote halten, welche durch solche Dränger, die derlei Zumutungen machten, selbst mit keinem Finger noch angerührt haben. Man hat Sanftmut gefordert von der armen menschlichen Natur, und doch ist das Herz des Menschen voll Zorn und Bitterkeit; man hat Herzensreinheit gefordert, und doch ist das Gift der Sünde bis ins Innerste gedrungen; man hat Liebe gefordert, und doch haben wir keinen Funken wahrer göttlicher Liebe von Natur; man hat Barmherzigkeit und Verleugnung des Irdischen gefordert, und doch ist der Geiz, die Anhänglichkeit an das Irdische bei jedem Menschen mit der tiefsten Wurzel seines Herzens verwachsen. Ach, das Wort Gottes fordert ja diese Tugenden auch: aber es kennt auch unsere Schwachheit, die böse arge Art unseres Herzens. Darum sagt es uns, wo wir Kraft zum Guten, wo wir Lust zum Überwinden des Bösen, wo wir die Quelle aller Tugenden finden können, wo das erstorbene und in Sünden tote Herz leben, göttliches Leben erlangen kann. Von dieser Quelle aber sagen die blinden Leiter der Blinden nichts, weil sie selbst nichts davon wissen, weil sie gar nicht danach forschen, weil sie in ihrer Blindheit den Eckstein verworfen haben, und meinen, etwas Rechtes dagegen gefunden zu haben. Nach dieser Quelle haben schon vor Christo viele rechtschaffene Heiden gesucht und geforscht, gedürstet und geseufzt, und uns ist sie so nahe gelegt. Sie ist nämlich nichts anders als Jesus Christus selbst, der Lebendige, in welchem alles Heil ist; es sind die Lebensbrunnen, die in ihm eröffnet sind; es ist der Friede Gottes, welcher von seinem Kreuz her weht. Das ist der Anfang, das Mittel und das Ende der Bekehrung; auf diesen Grund muss der Mensch kommen. (Ludwig Hofacker)


Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig, aller Welt Ende; denn ich bin Gott, und keiner mehr. Mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen schwören und sagen: „Im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke.“
Heiliger Gott, zu dir komme ich am Anfang dieser neuen Woche. Im Namen unsres Gottes werfe ich mein Panier auf. Ich rufe dich an, dass du mir beistehst in Dem, wozu du mich berufen hast. Mache in der neuen Woche aus mir einen neuen Menschen, und lass mich in einem neuen Leben wandeln. Erwecke in mir Lust und Fleiß zu den Werken meines Berufes. Mache meinen Verstand weise aufs Gute, meinen Willen begierig zum Guten, mein Herz beständig im Guten. Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn, führe uns Ale und behüte uns. Ewig getreuer Gott, du bist reich an Barmherzigkeit, erbarme dich unser. Du bist die Liebe, ziehe uns zu dir aus lauter Güte. Du bist der Brunnquell alles Guten; lass deinen Quell reichlich fließen. Du bist unsre Kraft; kräftige unsern Leib und unsere Seele. Du bist unser Licht; sende deine Weisheit herab von deinem heiligen Himmel, dass sie bei uns sei und mit uns arbeite. Segne einen Jeden in seinem Stand; lass unser Herz und Haus deines Ruhmes hold werden. Wenn die Tage unserer Wallfahrt ein Ende haben, lass uns einen Tag anbrechen in deinen Vorhöfen, der besser ist, denn sonst tausend. Bis dahin rufen wir: Gelobt sei der Herr täglich. Amen. (Adolf Clemen)


Blicket auf mich, so werdet ihr errettet, all ihr Enden der Erde; denn ich bin Gott, und keiner mehr.
Dies ist die Verheißung der Verheißungen. Sie liegt unsrem geistlichen Leben zu Grunde. Die Errettung kommt durch einen Blick auf Ihn, der „ein gerechter Gott und Heiland“ ist. Wie einfach ist die Anweisung! „Blicket auf mich.“ Wie sehr der Vernunft angemessen ist die Forderung! Gewiss, das Geschöpf sollte auf den Schöpfer blicken. Wir haben lange genug anders wohin geblickt, es ist Zeit, dass wir allein auf Ihn blicken, der uns zur Erwartung auffordert und verheißt, uns sein Heil zu geben.

Nur ein Blick! Wollen wir nicht sogleich blicken?

Wir sollen nichts in uns selber bringen, sondern nach außen und nach oben blicken, nach unsrem Herrn auf seinem Throne, zu dem Er vom Kreuze hinauf gegangen ist. Ein Blick erfordert keine Vorbereitung, keine gewaltsame Anstrengung: es ist weder Witz noch Weisheit, weder Reichtum noch Kraft dazu nötig. Alles, des wir bedürfen, ist in dem Herrn, unsrem Gott, und wenn wir alles von Ihm erwarten, soll dies alles unser sein, und wir sollen errettet werden.

Kommt, ihr Fernstehenden, blickt hierher! Ihr Enden der Erde, wendet eure Augen nach dieser Seite! Wie von den entferntesten Gegenden die Menschen die Sonne sehen und sich ihrer erfreuen können, so könnt ihr, die ihr am Rande des Todes, gerade vor den Pforten der Hölle lieget, durch einen Blick das Licht Gottes empfangen, das Leben des Himmels, die Errettung des Herrn Jesu Christi, welcher Gott ist, und deshalb zu erretten vermag. (Charles Haddon Spurgeon)


Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig, aller Welt Ende; denn ich bin Gott und keiner mehr. Ich schwöre bei mir selbst, und ein Wort der Gerechtigkeit geht aus meinem Munde, dabei soll es bleiben, nämlich: Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören und sagen: Im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke.
Aller Welt Enden sollen nach Gottes Absicht und Bestimmung selig werden. Wer es nicht wird, schließt sich selber aus; er wird es nicht, weil er selbst nicht will, und nicht, weil Gott nicht will. Warum gibt es noch so viel Menschen, die der freundlichen Einladung Gottes nicht folgen? Er umfasst ja mit den Armen seiner Liebe und Barmherzigkeit alle Völker, alle Menschen, von einem Ende der Erde bis zum andern. Meinst du, dass in diesen Armen nicht auch Platz für dich wäre? So lange du noch unter dem Himmel und unter den Wolken wandelst, so lange reicht die Gnade auch bis zu dir. (Johannes Evangelista Gossner)


Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig, aller Welt Enden; denn ich bin Gott und keiner mehr.
„Wendet euch zu mir.“ Gott will, dass du von dir selbst hinweg und auf ihn siehst. Dem Menschen wird nichts so schwer, als die Augen von sich selbst abzuwenden. Er möchte sie immer lieber nach innen kehren und auf sich selbst sehen, aber Gott spricht: „Wendet euch zu mir.“ Nicht das Anschauen dessen was du bist, sondern einzig das Anschauen dessen, was Gott ist und was Christus ist, kann dich selig machen. Wende dich zu Christus. Siehst du den Mann, der dort am Kreuze hängt? Siehst du sein todmüdes Angesicht, das sich auf die Brust herabneigt? Siehst du die Dornenkrone, von deren Stichen das Blut auf seine Wangen träufelt? Siehst du seine durchbohrten und zerrissenen Hände; seine zerfleischten Füße, die die Last seines Körpers tragen? Hörst du ihn in der Todesangst rufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Hörst du ihn rufen: „Es ist vollbracht!“ Siehst du, wie er das Haupt im Tode neigt? Siehst du die vom Speer durchbohrte Seite? Siehst du, wie man den Leichnam vom Kreuz nimmt? Jene Hände sind deinetwegen angenagelt worden; deinetwegen ist seine Seite vom Speer durchstochen worden, und wenn du wissen möchtest, wie du Gnade finden kannst, so komm hierher und wende dich zu ihm. Wende dich nicht länger zu Moses und zum Sinai. Wende dich nach Golgatha, zu Golgathas Opferlamm und zu dem Felsengrab in Josephs Garten. Und wende dich zu dem, der jetzt mit seinem Vater auf dem Throne sitzt, gekrönt mit Glanz und Unsterblichkeit. (Charles Haddon Spurgeon)

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