Psalm 147,3
Andachten
Gott heilt die zerbrochenen Herzen.
Ein zerbrochenes Herz wendet sich der Buße ernstlich zu, die Sünde verursacht einen Schrecken im Gewissen, man geht in sich, blickt in sein Herz hinein, und findet da lauter Gräuel, die einem durch die Erkenntnis Gottes immer mehr aufgedeckt werden. Ein höheres Licht deckt Einem die Hässlichkeit und Schädlichkeit der Sünde immer mehr auf, eine herzliche Reue, Hass, Abscheu geben sich immer mehr kund, man möchte los und frei sein von der Sünde, fühlt aber immer noch die Macht derselben; daher seufzt man aus dem innersten Herzensgrunde: Ach, ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem sündigen Todesleibe? Die Gnade Gottes durch Jesum Christum (Röm. 7, 25.) antwortet ihm der heil. Geist, ist das einzige Heilmittel für ein reumütiges zerschlagenes und bußfertiges Herz. Diese nähert sich Einem wieder, und durchdringt es mit ihren Flammen, wodurch ihm wieder Licht und Kraft mitgeteilt wird. (Aus einem alten Erbauungsbuch von Joh. Mich. Dilherr.)
Er heilt die zerbrochenes Herzens sind und verbindet ihre Schmerzen.
wir müssen ewig dafür danken, dass derselbe hohe und erhabene Gott, der schon vor Alters sich herabließ, die Traurigen zu trösten, zu erquicken und zu segnen, auch jetzt noch mit seiner Gnade bei den bußfertigen Menschen einkehrt. - Armer Sünder, sage ihm dein Anliegen, lass dein Seufzen vor ihn kommen, denn er heilt die zerbrochenen Herzens sind. Du liegst verwundet am Boden. „Ist da kein Arzt?“ rufst du, „keiner?“ Um dich her liegen deine Leidensgenossen - ach, sie sind so hilflos wie du selbst! Dein Klageruf verhallt ohne Antwort, nur der weite Luftkreis hört dein Stöhnen. Doch siehe, ein mitleidiges Herz besucht das Schlachtfeld, damit es nicht den Geiern der Gewissensangst und Verzweiflung überlassen sei. Ich höre Schritte. Es ist der leise Schritt dessen, der nicht kommt im Sturmwind, im Erdbeben, im Feuer, sondern im stillen, sanften Sausen. Seine Hand schleudert keine Blige, sein Auge blickt nicht zürnend, seine Lippen drohen nicht. Mit einem Herzen voll Erbarmen eilt er zu seinem bußfertigen Kinde. Sieh, wie er sich zu den zerbrochenen Herzen neigt. Höre, wie er spricht: „Ob deine Sünde gleich blutrot wäre, soll sie doch schneeweiß werden.“ Sieh, wie er die Wunden wäscht; sich, wie er die Salbe der vergebenden Gnade darauf träufelt und sie mit dem reinen, weißen Leinen, das die Gerechtigkeit der Heiligen ist, verbindet. Und wenn den Kranken eine Schwäche überkommt, so hält er ihm den Labetrunk an die Lippen und spricht: „Ich habe dich je und je geliebt.“ Ja, wahrlich, das heißt: heilen die zerbrochenen Herzen und verbinden ihre Schmerzen. (Charles Haddon Spurgeon)