Hebräer 4,7
Andachten
Heute, wenn ihr Seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht.
Für den einzelnen Menschen ist von Seiten des Herrn der Augenblick der Bekehrung dann gekommen, wenn Jesus vor seiner Tür steht und anklopft. Sobald des Herrn Wort zur Buße und Umkehr klar und bestimmt an einen Menschen ergeht, kann und soll er sich auch bekehren. Nicht wir erwählen den Herrn, Er erwählt uns; aber Ihm glauben, Ihm gehorsam sein sollen die Berufenen, und zwar zur Stunde, da Er sie zieht. Gott würde dich nicht rufen, wenn du nicht jetzt gleich Ihm folgen, Ihm dich ergeben und Sein Heil annehmen solltest. Er hat dich zur Kindschaft und zum ewigen Leben bestimmt, darum beruft Er dich, und es liegt an dir, auf Seinen Liebeswillen einzugehen und Seiner Stimme unverzüglich zu folgen. Wenn ein Vater sein Kind ruft, so soll es Antwort geben und auf das hören, was der Vater ihm sagt. Verzug ist Ungehorsam und kann bittere Folgen haben. Wenn an eine Tochter eine Anfrage zur Ehe ergeht, so kann sie dies nicht gleichgültig lassen; offenbar ist sie genötigt, eine klare, bestimmte Antwort zu geben. Und wenn nun der Herr um deine Seele wirbt, wenn Er dich zu einem Gliede Seiner Brautgemeinde machen will, solltest du Ihm dann nicht bald eine entscheidende Antwort zuteil werden lassen? - Wir haben in der Heiligen Schrift köstliche Beispiele von solchen, die dem anerkannten Willen Gottes sofort nachgekommen sind. Christus ist unsere Erlösung, wer an Ihn glaubt, der ist gerecht! O nimm dein „Heute“ wahr, so wirst du die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und fröhlich sein. (Markus Hauser)
Heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht.
Die Stimme des Heiligen Geistes ruft und lockt uns zur Ruhe Gottes, die Stimme Christi bringt und führt uns zu derselben, aber nur dann, wenn wir unser Herz nicht verstocken. Diese Verstockung entsteht durch den Betrug der Sünde, und wer Sünde und Sinnlichkeit liebt, fragt so wenig nach Gottes Ruhe, als jene Männer nach dem Mahl, zu dem sie eingeladen gewesen waren. Sie wurden aber endlich verstoßen. Ein ähnliches Schicksal hatten auch die Juden 2 Mos. 17. Gott hat den Juden durch David im 95. Ps. V. 78 einen ganz langen Tag bestimmt, indem er sagt: Heute rc. Aber dieses Heute, in welchem Gott sein Volk Israel sovielmal zur Ruhe gerufen hat, kann zuletzt auch sein Ende haben. Dass er nicht zu der Ruhe des siebenten Tages, auch nicht zur Ruhe Canaans, sondern zu seiner Herrlichkeitsruhe auch die Suden zuerst gerufen hat, ist bewiesen; aber das Heute ist vorbei; ach, dass es bald noch einmal käme. (Aus J. Mich. Hahns Schriften.)
Heute so ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.
(vergl. dazu Apostelg. Kap. 24 u. 25).
Es gibt noch jetzt eine dreifache Klasse von Leuten, die alle verloren gehen, nur auf verschiedenen Wegen 1) solche, die von der Wahrheit getroffen und erschreckt werden, aber vor Weltlust sie nicht hören mögen, sondern die Bekehrung immer hinausschieben. So einst der Landpfleger Felix. 2) Solche, die zwar auch im Gewissen gerührt werden, aber in frechem Übermut das Göttliche verspotten und sich leichtfertig darüber wegsetzen, als ob es eine Fabel oder ein Märlein wäre. So der Landpfleger Festus. 3) Solche, die weichherziger sind und der Wahrheit ein wenig näher stehen, auch beinahe sich dazu hergeben, wenn nicht ihr falscher Ehrgeiz und ihre Menschengefälligkeit sie immer wieder das von wegzöge. Solche Leute scheinen oft äußerlich gut, aber weil sie nicht für Christum sich ganz entscheiden, sind sie wider ihn und weil sie nur beinahe fromm sind, gehen sie am Ende ganz verloren. So der König Agrippa. Wie heißt es aber von Paulus, dem Mann Gottes, der so viele Tausende mit der Kraft des Evangeliums selig machte und so ganz ein Eigentum seines HErrn war? Was tat er? Das gerade Gegenteil von jenen. Da es Gott wohl gefiel (schreibt er) mir seinen Sohn zu offenbaren, dass ich ihn verkündigen sollte durchs Evangelium unter den Heiden, alsobald fuhr ich zu und besprach mich nicht darüber mit Fleisch und Blut (Gal. 1, 15.). Wenn daher eine Seele von Gott gerührt, von den Worten der Schrift bewegt wird, so besinne sie sich ja nicht und zärtle nicht mit sich selbst, sondern fliehe allein zu Jesu hin, um des Segens teilhaftig zu werden, den er ihr beschieden hat. Und wenn dich auch die Wahrheit anfänglich demütigt oder verwundet, wenn du darüber unruhig und geschlagen wirst, o so ärgere dich nicht, wirf das Buch nicht weg, verstopfe dein Ohr nicht, spotte nicht, entschuldige und zerstreue dich nicht, sondern glaube, dass dein treuer Heiland mit solchen Erweckungen dich sucht, dass er dein Herz angerührt hat, um dich zu sich zu locken. Wohl dir, wenn du‘s ernstlich nimmst! Wohl dir, wenn du die Gemeinschaft mit deinem Erlöser für wichtiger achtest, als die eitlen Dinge dieser Welt! (Ludwig Hofacker)