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Galater 1,3

Galater 1,3

Andachten

Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesu Christo, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, dass er uns errettete von dieser gegenwärtigen argen Welt, nach dem Willen Gottes und unseres Vaters, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Das Leiden Christi wird nicht immer auf die rechte Weise betrachtet. Bald erzürnt man sich über die Juden, bald beweint man den Herrn, beides aber ohne Frucht, wenn das Leiden Christi nicht als eine Genugtuung für unsere Sünden betrachtet wird. Denn diese gegenwärtige Menschenwelt ist eine arge, um der Sünde willen, die sie beherrscht und der sie dient, und wie arg die Sünde, welch' ein Gräuel sie vor Gott ist, welch' einen Zorneseifer sie hervorruft, das kannst du an dem Opfer Christi ermessen, welcher sich kräftiglich erwiesen hat als der Sohn Gottes in der Gestalt des sündlichen Fleisches und hat doch sein Leben lassen müssen. Das kannst du ermessen an dem Gewicht der Strafen, welche auf Christum gelegt werden, an seiner Leibes- und Seelenpein, an seiner langsamen Todesqual, an seinem Zittern und Zagen, an seinem kläglichen Geschrei, dass Gott ihn verlassen habe. Und in dieses Elend ist er, der Sündlose, gestiegen, um deiner Sünden willen; deine Sünden haben es getan, den Fürsten des Lebens hast du getötet, deine Werke sind die Nägel, die durch seine Hände getrieben worden; deine bösen Gedanken die Dornen, welche sein Haupt zerstochen, und aus seiner Marter lerne, was du verdient. Siehe nun, wenn du deine Zuflucht nicht zu Ihm nimmst, so bleibt der Zorn Gottes, welcher auf dieser gegenwärtigen argen Welt ruht, auch auf dir; wenn du deine Sünden klein und deine Werke groß machst, und deine Zuversicht setzt auf deine Kraft und Gerechtigkeit, auf deine Buße und Genugtuung, so musst du die Last, unter welcher Christus zusammenbricht, in Ewigkeit selber tragen. Aber wie deine Sünden durch den Blick aufs Kreuz dir über das Haupt gekommen sind, so wirf sie auch aufs Kreuz zurück, dass dein Gewissen ledig werde, denn Gnade ist da. Nach dem Willen Gottes hat sich Christus selbst gegeben für unsere Sünden; diesen Ratschluss zu unsrer Errettung hat er gefasst, ehe der Welt Grund gelegt worden, ja, ohne ihn hätte er sie nicht ins Dasein gerufen. Und Christus hat diesen Willen Gottes vollführt, Er hat sich zum Opfer dargebracht für die Sünden der ganzen Welt und hat das Lösegeld bezahlt, wodurch wir frei werden können, indem Er sein eignes heiliges Leben als Ersatz für das verschuldete Leben der Menschheit hergegeben hat. Siehe die Gnade Gottes ist erworben, sie kann nun auch mit dir sein, wenn du es glaubst. Und der Gott, der dir die Gebote als seinen Willen kund getan hat, der will auch, dass du glaubest, glaubest, dass Christus deine Sünden getragen, gebüßt und von dir genommen habe. Er will, dir soll geholfen werden, du sollst gerettet werden aus dieser argen Welt, sollst Frieden bekommen, einen Frieden, wie ihn die Gottlosen und Christuslosen nicht haben. Dein Gewissen soll dich nicht mehr verklagen, es soll ruhig werden in deinem Herzen, du sollst volle Zuversicht zu Gott als zu deinem Vater bekommen und Ihm die Ehre mit freudigem Herzen in Ewigkeit darbringen. Ja, du sollst errettet werden von dieser gegenwärtigen, argen Welt, von der Qual ihrer Sünde und von der Herrschaft der Sünde, du sollst frei werden, Gott zu dienen in Reinigkeit und Heiligkeit, und durch diese Freiheit von der Sünde, zum Dienste Gottes, sollst du selig werden. Das ist der Wille Gottes, unsers Vaters, welchem sei Ehre dafür durch Jesum Christum von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Anton Camillo Bertoldy)


Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserem Herrn Jesu Christo.
Es ist dieses ein Gruß, den aus sonderlicher Gewohnheit die Apostel zu führen pflegen, und der in der Welt sonst ganz fremd und ehe die Predigt des Evangelii angegangen, niemals gehört worden ist; und wird in den zweien kleinen kurzen Wörtlein Gnade und Friede die Summa und Inhalt der ganzen christlichen Lehre und Wesens begriffen. Die Gnade vergibt die Sünde, so hilft der Friede dem Gewissen zur Ruhe. Friede kann man nimmermehr haben, es sei denn die Sünde vergeben. Durch die Gnade aber werden wir ihrer los und sonst auf keine andere Weise. Und das muss man wahrlich aufs allerbeste Lernen. Die Worte sind zwar leicht, aber in der Anfechtung das ins Herz zu bringen und gewiss zu halten, dass wir Vergebung der Sünden und Frieden mit Gott nur allein aus lauter Gnade ohn alles haben sollen, das ist über die Maßen ein schwer Ding. Gewiss ists, dass die Welt von dieser Lehre keinen Tropfen weiß noch versteht, darum will sie auch und kanns nicht leiden, ja, sie verdammts auch als die ärgste Ketzerei und gottlosen Irrtum, rühmet unterdes hocheinher den freien Willen, natürlich Licht, unsere eigenen Kräfte und guten Werke. Aber unmöglich ists, dass das Gewissen je zufrieden und fröhlich werden könne, es erlange denn den Frieden durch diese Gnade der Vergebung. (Martin Luther)

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