Römer 13,4
Andachten
Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut.
Was der Apostel hier vom Bösestun sagt, das meint er nicht von der offenbaren Empörung und Widersetzlichkeit gegen die Obrigkeit, denn das versteht sich ganz von selbst, sondern von der heimlichen Auflehnung, die alle Tage und in allen Gemeinden geschieht. Er meint die mutwillige, wissentliche Übertretung der öffentlichen Gesetze und die Vernachlässigung der Pflichten gegen das gemeine Wesen, da, wo man glaubt, es ungestraft tun zu können. Mit Nachdruck weiset er darauf hin, dass Gott der Obrigkeit das Schwert in die Hand gegeben hat zur Strafe über die, so Böses tun, und erinnert damit sowohl die Obrigkeit an ihre heilige Pflicht, dem Übertreten zu wehren und die Übertreter zu strafen, als er die Untertanen warnt, sich solcher Strafe nicht schuldig zu machen. Das Amt der Obrigkeit ist es nicht, zu vergeben, zu übersehen und alles gehen zu lassen, sondern wie sie die Gesetze gegeben hat, so hat sie auch darüber zu wachen, dass sie gehalten werden, und es ist kein größerer Schaden für das Gemeinwesen, als wenn Gesetze da sind, um die sich niemand kümmert. Je stärker die Obrigkeit, desto besser ist die Ordnung und das Gedeihen, und keiner hat Schaden davon, als die Übertreter selbst. Solcher Schaden aber ist ihnen Gewinn, denn er lehrt sie, sich fürchten, und das ist der Anfang der Besserung.
HErr, Du hast der Obrigkeit das Schwert gegeben, den Bösen zu wehren und die Frommen zu schützen, und wir danken Dir dafür von Herzen, dass wir unter ihrem Schutze stehen. Hilf uns, dass wir ihr allezeit geben, was wir schuldig sind, gib ihr einen in Deinem Worte gegründeten Sinn, dass sie in Deinem Namen regiere und sich nicht beirren lasse, noch ihre Gewalt missbrauche; hindere alle bösen Anschläge und gib uns ein solches Gewissen, das dem Kaiser allezeit gibt, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Amen. (Hermann Haccius)