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Römer 12,13

Römer 12,13

Andachten

Nehmt euch der Heiligen Notdurft an. Beherbergt gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.
Während die eigene Trübsal Geduld und Hoffnung wirkt, zieht die fremde Trübsal Herz und Hand in den Dienst des Nächsten, denn wie alle Glieder mit leiden, wenn ein Glied leidet, und alle sich mit freuen, wenn eins herrlich gehalten wird, so zeigt sich auch die Gemeinschaft der Gläubigen nicht bloß darin, dass sie unter ein Haupt gefasst sind und nach einem Ziele streben, sondern auch darin, dass sie Leid und Freude mit einander teilen. Die Liebe reicht ihre Gaben nicht mit kühler Hand und lässt sich die Armen nicht sättigen von den Brosamen, die von ihrem Tische fallen, sondern sie sieht die Notdurft der Heiligen an, nimmt Teil an ihren Bedürfnissen und sucht sie zu stillen. Ihr Dienst ist kein Almosen, das sie gibt, ihre linke Hand weiß nicht, was die rechte tut, denn sie kennt nur Hausgenossen, nur Brüder und Schwestern, die zu einer heiligen Familie mit einander verbunden sind. Darum herbergt sie auch gern, und die Gastfreundschaft ist ihr nicht eine Mühe und Last, sondern eine Freude. Aber sie tut noch mehr, denn wenn sie sich der Notdurft der Heiligen annimmt oder einen Gast beherbergt, so ist sie immer die gebende, die sich ihrer glücklichen Lage bewusst wird. Völlig sich selbst vergessen und ein Herz und eine Seele werden kann sie erst, wenn sie auch sich freut mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden, und es ist nicht ein bloßer Befehl oder eine Zumutung, welche der Apostel an die Christen stellt, sondern es liegt auch die Verheißung einer wunderbaren Gabe darin, welche denen zu Teil wird, die sich von dem Geiste Gottes treiben lassen, denn seine Güter kann man noch wohl teilen, ohne von Gottes Geiste getrieben zu werden, aber das Herz nicht, und das ist doch erst der wahre Reichtum der Liebe.

Es ist ein köstlich Ding, o HErr, mit den Weinenden weinen und mit den Fröhlichen sich freuen, aber nur der kann es, der in Deiner Liebe reich ist. O hilf uns dazu, Du liebreicher Heiland, und wehre dem trägen Fleische, dass es uns nicht hinderlich sei. Wir trachten vergebens danach, wenn Deine Kraft nicht in uns mächtig wird, und darum wenden wir uns auch zu Dir. Lass das Feuer Deiner Liebe in uns immer heller brennen, dass es unsere kalten Herzen erwärme und uns zu allem Dienst und Werk der Liebe tüchtig mache. Amen. (Hermann Haccius)

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