Psalm 40,9
Andachten
Deinen Willen, mein Gott, tue ich gerne.
Wer sich dieser Welt gleichstellt, der bleibt bei seinem eignen Willen und will ihn durchführen; wer aber durch Christum erneuert ist, der gibt seinen Willen auf, der achtet darauf, was da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille“; und er achtet nicht bloß darauf, sondern er spricht: „Deinen Willen, mein Gott, tue ich gerne.“ Wer seinen eignen Willen tut, der hat auch die Verantwortung für sein Tun zu tragen. Das sollen wir wohl bedenken. Wenn du dich dem Willen Gottes gegenüberstellst und willst selbst bestimmen, dann führt Teufel, Welt und Fleisch dich an der Hand, du bestimmst selbst und bestimmst so, wie es zum Verderben führt. Das ist eine furchtbare Verantwortung, die wir auf uns laden. Wie ist's Jerusalem ergangen? Der Heiland hat das Volk sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein sammelt, und es hat nicht gewollt; es hatte ja seinen eignen Willen. Und als die Feinde Jesu vor Pilatus den Tod des Gottessohnes forderten, da riefen sie: „Sein Blut komme über uns und über unsre Kinder.“ Und es kam so. Sie hatten ihren Willen, aber die Verantwortung hatten sie auch. Und als Jerusalem in Trümmer zusammenfiel, da musste sich das Volk sagen: So hast du es gewollt! Du hast die Verantwortung! Nicht anders geht es uns! Wenn das Gericht kommt, und die Folgen unsres eignen Willens donnern uns auf das Haupt dann haben wir selbst es uns zugezogen.
Richten wir uns aber nach Gottes Willen, dann trägt der Herr auch die Verantwortung. Darum ist es ein solch selig Wandern und Arbeiten, wenn wir getragen sind von dem Gedanken: „Dein Wille geschehe.“ Wie unser Leben sich dann gestaltet, der Herr weiß es am besten, und er wird's wohl machen. Er will ja doch, dass allen Menschen geholfen werde.“ Dahin will er uns führen, dass wir durch Jesum Christum und sein heilig teures Blut selig werden. Und wir sollen uns führen lassen, gerne führen lassen. Und da kann er die Verantwortung so fröhlich übernehmen. Wenn wir einmal nach all den Führungen Gottes durch helle und durch dunkle Tage in die ewige Seligkeit eingehen dürfen, dann wissen wir zu rühmen, „Gott hat es Alles wohl bedacht und Alles, Alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre!“ Darum beuge dich still, gib deinen Willen auf und sprich: Deinen Willen, mein Gott, tue ich gerne!
Lasst uns beten: Du treuer Hüter unsrer Seelen, wir bitten Dich, vergib uns allen eignen Willen und allen Eigensinn, dass wir so oft hinlaufen und wollen uns selbst die Wege bereiten, die wir zu gehen haben. Ach, und wir haben dann so schwere Verantwortung auf unserm Gewissen, weil unsre eignen Wege ins Verderben führen. So nimm doch Du unsre Hände und leite uns. Hilf eignen Willen brechen, hilf, dass wir erkennen, wie Du nur Gedanken des Friedens mit uns hast und uns nur durch alle Führungen hindurch in die ewige Heimat einholen willst. Auch das Stück Weges, das wir heute gehen wollen, sei Dir befohlen, Du wirst auch heute uns selig führen. Mach das Herz stille, dass es allein in Deinem Willen ruht, bis es die ewige Ruhe findet. Dann werden wir erst recht erkennen, dass Du es so gut gemeint“ hast. Amen. (Wilhelm Hunzinger)