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Hebräer 9,12

Hebräer 9,12

Andachten

Christus ist durch Sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen.
Gott hat durch Mosen verordnet, dass am zehnten Tag des siebenten Monats, an welchem, wie es wahrscheinlich ist, Adam im Paradies gesündigt hat, das ganze Volk Israel durch ein Opfer versühnt werden sollte. Zu diesem Ende musste der Hohepriester erstlich einen Farren zum Sündopfer schlachten, und mit dessen Blut in das Allerheiligste hinein gehen, um sich und sein Haus zu versühnen. Hernach musste er einen Bock zum Sündopfer schlachten, und gleichfalls mit dessen Blut in das Allerheiligste gehen, um die ganze Gemeinde Israel zu versühnen. Beidemal musste er von dem Blut nehmen, und mit seinem Finger siebenmal gegen den Gnadensuhl oder gegen den Deckel der Bundeslade sprengen, auf welchem der HErr in einer Wolke erschien. Dieses Alles, und was noch mehr dabei zu tun war, geschah an diesem Tag sehr feierlich und pünktlich, und das ganze Volk Israel musste denselben Tag als einen Buß- und Fasttag feiern, und durfte keine Arbeit daran tun, s. 3 Mos. 16. und K. 23,26-32. Nun lehrt uns der Brief an die Hebräer, dass Christus der wahre Hohepriester sei, dessen Priestertum ewiglich bleibe. Weil Er aber heilig, unschuldig und unbefleckt war, so hatte Er nicht nötig, für Seine eigenen Sünden Opfer zu tun: hingegen opferte Er Sich selbst für die Sünden der Menschen, und wurde die Versöhnung für unsere und der ganzen Welt Sünde. Gleichwie aber die Tiere, die man zur Zeit des Alten Testaments opferte, außen vor dem Heiligtum geschlachtet wurden: also starb Christus und vergoss Sein Blut nicht im Himmel, sondern auf Erden. Gleichwie ferner der Hohepriester am Versöhnungs-Tag mit dem Blut der geopferten Tiere in das Allerheiligste gehen, und es Gott, der Seine Gegenwart daselbst offenbarte, darbringen musste: also ging auch Christus durch Sein eigen Blut einmal in das himmlische Heiligtum ein, um zu erscheinen vor dem Angesicht Gottes für uns. Es gibt ein himmlisches Heiligtum, eine Hütte Gottes, ein Haus oder einen Tempel Gottes im Himmel, wie die Heilige Schrift, und insonderheit der Brief an die Hebräer und die Offenbarung Johannis mehrmalen bezeugen. Dieses Heiligtum ist nicht mit Menschenhänden gemacht: sondern Gott hat es unmittelbar aufgerichtet, s. Hebr. 8,2. 9,24. Da ist Christus Pfleger, das ist, da verwaltet Christus Sein Priestertum, Hebr. 8,2. und sitzet zugleich zu der Rechten auf dem Stuhl der Majestät im Himmel, Hebr. 8,1. Da dienen auch Gott diejenigen Tag und Nacht, die durch Christum selig gemacht sind, und indem sie dieses tun, sind sie zugleich vor dem Stuhl Gottes, Offenb. 7,15. In dieses Heiligtum ist Christus einmal bei Seiner Himmelfahrt eingegangen. Damals wurde völlig erfüllt, was Jer. 30,21. geweissagt war: ihr Fürst soll aus den Israeliten herkommen, und ihr Herrscher von ihnen ausgehen, und er soll zu mir nahen, denn wer ist der, so mit willigem Herzen zu mir nahet? Damals hat Christus eine ewige Erlösung gefunden, Hebr. 9,12., weil der Vater an Ihm und an Seinem vergossenen Blut ein Wohlgefallen und eine Genüge hatte, folglich die Erlösung der Menschen für gültig erkannt wurde. Er durfte auch diesen Eingang in das Heiligtum nicht wiederholen, Er ging nur einmal in dasselbe, weil Er mit Seinem eigenen blutigen Opfer Alle, die geheiligt werden, vollendet, das ist, vollkommen versühnt und erlöst hatte. Niemand kann begreifen, was bei diesem Eingang zwischen dem Vater und Sohn vorgegangen sei: aber glauben sollen wir’s durch die Kraft des Heiligen Geistes, dass unserer dabei gedacht, und unsere Erlösung bestätigt worden sei. (Magnus Friedrich Roos)


Auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern Er ist durch Sein eigen Blut Einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden.
Wie der Mensch durch die Sünde das Wohlgefallen Gottes verloren hat und ein Gegenstand Seines Zornes geworden ist, so kann er auch nur zum Frieden gelangen, wenn er weiß, dass dieser Zorn gestillt und das göttliche Wohlgefallen wieder erlangt ist. Der Sünder bedarf der Versöhnung, und das Mittel dazu ist das Opfer. Selbst die Heiden haben das erkannt, uno der Opferdienst ist darum der Mittelpunkt aller Religionen. Auch das Volk Gottes hatte seine Opfer, wie es ausdrücklich von Gott geboten war. Aber es war der Böcke und der Kälber Blut, welches vergossen wurde, und wenn es nicht ihr eigenes Gewissen ihnen schon sagte, so zeigte doch die stete Wiederholung des Opfers deutlich an, dass dadurch die Versöhnung mit Gott nicht erwirkt wurde, sondern nur vorbedeutet werden konnte. So war ihnen das Opfer eine stete Erinnerung an ihre Sünden, mit denen sie den Tod verdienten, aber auch eine stete Verheißung, dass noch eine Sühne werde gesunden werden. Das ist das Opfer des Sohnes Gottes, der als das rechte Osterlamm Sein Blut für uns vergossen hat. Es gibt keinen andern Weg zur Versöhnung, denn Gott ist heilig, und als der Heilige muss Er die Sünde hassen und dem Sünder zürnen. Aber Gott ist auch die Liebe, und ist Er als der Heilige der Richter der Sünder, so will Er als der Gnädige ihr Retter sein. Darum gab Er den eingeborenen Sohn, dass Er als der Heilige und Unschuldige den Sold der Sünde erduldete und das Opfer darbrachte, welches genugsam war, die Sünde der ganzen Welt zu sühnen.

O HErr JEsu, wie groß ist Deine Liebe, die Du in Deinem bitteren Leiden uns erwiesen hast. Du bist der eingeborne Sohn Gottes, und gibst Dich in den allerschmählichsten Tod für uns, die wir Sünder und Kinder des Todes sind; Du nimmst unsere Sünden auf Dich, damit uns Deine Gerechtigkeit geschenkt werde, Du stirbst am Kreuze, damit wir durch Deinen Tod das Leben haben. Hilf uns, dass wir es nie vergessen, wie viel es Dich gekostet hat, dass wir erlöst sind, im Dank für Dein Todesleiden der Sünde täglich absterben, und uns Dir mit Leib und Seele zum Opfer und Eigentum ergeben. Amen. (Hermann Haccius)

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