Johannes 6,41
Andachten
Nein, Herr, ich will Dich nicht verlassen; denn Du hast Worte des ewigen Lebens; Du bist das lebendige Brot vom Himmel gekommen; Du hast Dein Fleisch gegeben für das Leben der Welt, und sagst es selber: „Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, d.h. durch den Glauben mit Ihm in die engste Gemeinschaft treten, Ihn in euer Fleisch und Blut verwandeln, so habt ihr kein Leben in euch; wer aber mein Fleisch isst und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben.“ So unentbehrlich Speise und Trank ist zur Erhaltung meines natürlichen Lebens, so unentbehrlich bist Du mir zur Erlangung des geistlichen und ewigen Lebens; ohne Dich habe ich kein Leben in mir, kann auch keine Frucht bringen, muss sterben. Du allein bist die rechte Speise meiner Seele, in jedem Betracht das Rechte, alles Andere ist es nicht; das rechte Gold, Kleid, Haus, die rechte Augensalbe, Arznei, Freude, Gerechtigkeit, der rechte Stern, die rechte Sonne. Du erhältst mich nicht nur für eine Zeitlang, sondern für ewig. Du stärkst mich zu den größten Taten und den schwersten Leiden. Wie das Essen und Trinken mich in eine höchst genaue Verbindung mit Speise und Trank setzt, so dass sie ein Teil meines Wesens wird, so setzt mich der Glaube, besonders im Genuss des heiligen Abendmahls, in die engste Vereinigung mit Dir, macht mich der göttlichen Natur teilhaftig; Du wirst mit allen Deinen Gütern mein, und ich mit allen Sünden und Unglück werde Dein Leib; und in dieser Vereinigung mit Dir kann mir nichts mehr schaden, denn ich werde mit meiner Sünde und Schwachheit von und in der ewigen Gerechtigkeit und Stärke getragen. Und weil ich in Dir bin, kann ich keine so große Sünde haben, die mich könnte verdammen, der Tod kann mich nicht überwältigen und behalten. Darum bleibe es dabei und mache mich immer fester darin: Ich will nun still an Dir kleben, in Dir leben, tausend Welten können gegen Dich nichts gelten. Amen. (Friedrich Arndt)