Offenbarung 14,9

Offenbarung 14,9

Andachten

Und der dritte Engel folgte diesem nach, und sprach mit großer Stimme: So Jemand das Tier anbetet, und sein Bild, und nimmt das Malzeichen an seine Stirn, oder an seine Hand, der wird von dem Wein des Zorns GOttes trinken, der eingeschenkt und lauter ist in seines Zorns Kelch; und wird gequält werden mit Feuer und Schwefel, vor den heiligen Engeln, und vor dem Lamm; und der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier angebetet haben, und sein Bild, und so Jemand hat das Malzeichen seines Namens angenommen. Hier ist Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gebote GOttes und den Glauben an JEsum. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem HErrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach. Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke sitzen Einen, der gleich war eines Menschen Sohne; der hatte eine goldene Krone auf Seinem Haupt, und in Seiner Hand eine scharfe Sichel.
„Zwei Ort', o Mensch, hast du vor dir, und Einer muss dir werden!“ Klingt diese Botschaft nicht durch unsern Text? Entweder selig oder verdammt, entweder Himmel oder Hölle; wie du lebst, so stirbst du, und wie du stirbst, so fährst du; denn dies Leben ist ja nur die Probezeit für das ewige Leben. Darum warnt der Engel, das Tier nicht anzubeten und sein Bild und sein Malzeichen nicht an Stirn und Hand zu tragen, denn dies Tier und sein Bild, ist der Satan und die Welt, wer denen dient, der hat auch ihr Zeichen. Darum zeichnen wir unsere Kinder bei der Taufe mit dem heiligen Kreuz, darum segnen sich die lutherischen Christen nach lutherischem Brauche Morgens und Abends mit dem Kreuz, um damit zu sagen, dass sie allein dem HErrn JEsu dienen und daher auch Sein Zeichen tragen wollen. Wer aber dem Teufel und der Welt dient, der trägt auch das Zeichen des Teufels und der Welt, das ist das Malzeichen des Tieres.

Sieh, wie in dem Gesichte eines Gotteskindes ausgeprägt ist der himmlische Friede, von dem die Kinder GOttes erfüllt sind, so dass man an dem Angesichte das Gotteskind erkennen kann; ebenso sieh dir ein Weltkind an, das an Nichts denkt als an Sünde und Fleischeslust. Da sieht man auf dem Gesichte die gemeinen Züge, die ein sicheres Zeichen sind, dass diese Weltkinder nur Lügner und Betrüger sind. Hüte dich also, dass du nicht im Dienste der Sünde das Zeichen der Sünde an deiner Stirne trägst, sondern sage dir, womit du dich beschäftigst, das prägt dir auch den Stempel auf deine Stirn und dein Gesichte. Darum haben die Kinder GOttes an Stirne und Hand das Zeichen, so wie die Kinder der Welt auch an Stirne und Hand ihr Zeichen haben, weil sie an den Satansdienst mit ihrem Kopfe denken und ihn mit ihren Gliedern treiben. Die Satanskinder haben keine Ruhe und keine Zeit, sie müssen dem Satan dienen, so lange sie leben. Darum wird ihnen gegeben, was sie gehabt haben, sie dürfen nun auch in der Hölle ohne Ruhe und ohne Rast leben.

O, hast du wohl einmal in Krankheitstagen eine schlaflose Nacht gehabt? Weißt du, was es heißt, Ruhe suchen und keine Ruhe finden? Nun denke dir, dass in der Hölle die Verdammten nie Ruhe haben, nicht Tag noch Nacht, und dass sie dabei so gequält werden, dass der Rauch ihrer Qual aufsteigt von Ewigkeit zu Ewigkeit, dass sie auch keine Hoffnung haben, jemals aus dieser Unruhe in die Ruhe zu kommen. O, wenn du solches bedenkst, so sprich, wie sollen diese armen Verdammten die Qual aushalten. Nur der Gedanke an solche Qual muss dich schon treiben, mit Furcht und Zittern zu schaffen deiner Seelen Seligkeit. Es gibt freilich Schwärmer, die lehren, dass die Verdammten auch aus der Hölle noch erlöst werden, aber das sind Phantasten, die lehren, was sie wünschen, und nicht, was die Heilige Schrift lehrt. Wenn die klugen Äuglein brechen, werden sie wohl anders sprechen!

Darum lasst uns ausharren in dem Kampfe, der uns verordnet ist, denn auf die Zeit der Unruhe für den HErrn folgt die Zeit der Ruhe in dem HErrn. Die Werke, welche sie in der Arbeit für ihren HErrn gewirkt haben, gehen mit den Seligen, wenn auch alles Andere sie verlässt. Da hast du ein Mittel, um das zu verewigen, was du auf Erden gewirkt. Alles, was du sonst schaffst, lässt du lachenden Erben zurück. Haus und Hof, Hab und Gut nimmst du nicht mit, aber Alles, was du in der Liebe für deinen HErrn und HEiland wirkst, alle Werke, die von dir im Glauben an den HErrn JEsum geschehen sind, begleiten dich auch an den Thron deines GOttes. Darum sei getrost und guten Muts, wenn dein Christenleben ein Leben voll Unruhe ist, denn es kommt die Zeit der Ruhe, wenn die Andern Unruhe haben, denn selig sind die Toten von nun an! Das hat uns der HErr ja Selbst am Kreuze bezeugt, als Er zu dem Schächer sprach: Heute wirst du mit Mir im Paradiese sein! So wissen wir denn, dass die Seligen nach dem Tode nicht erst umherirren oder im Schlafe ruhen, nein, sie sind selig, die im HErrn gearbeitet haben, von nun an! Amen. (Johannes Paulsen)

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