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Lukas 17,7

Lukas 17,7

Andachten

Welcher ist unter euch, der einen Knecht hat, der ihm pflügt, oder das Vieh weidet, wenn er heim kommt vom Felde, dass er ihm sage: Gehe bald hin und setze dich zu Tische? Ist's nicht also, dass er zu ihm sagt: Richte zu, dass ich zu Abend esse, schürze dich und diene mir, bis ich esse und trinke, danach sollst du auch essen und trinken. Dankt er auch demselbigen Knecht, dass er getan hat, was ihm befohlen war? Ich meine es nicht. Also auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, das wir zu tun schuldig waren.
Die erste Demütigung, sich als schuldbeladenen Sünder vor Gott zu erkennen, ist zwar ein Anfang für den Zustand der Demut, in welchen Gott uns haben will, allein nur gar zu oft lässt es die Seele bei diesem ersten Bekenntnis bewenden, und soll dieselbe in der Demut weiter fortschreiten, so muss Gott ihr vielfache und schmerzhafte weitere Demütigungen auferlegen. Denn nichts steckt tiefer in unserem verderbten Herzen, als die Sucht, etwas gelten oder verdienen zu wollen. Es geht ihm sehr schwer ein, erkennen zu sollen, dass es Gott gegenüber auch gar keine Ansprüche habe; dass es gar kein Recht habe zu verlangen, wenn es sich auch noch so sehr bemüht hat, ihm wohlzugefallen, dass es dafür auch gute Tage habe; zu erkennen, dass alle Last, welche uns drückt, lediglich wohlverschuldete Strafe für unsere Sünden ist, und alles Gute, was wir genießen, nicht verdient, sondern lediglich eine Gnade Gottes ist. Manche Seele freilich meint schon längst in dieser Erkenntnis zu stehen, aber es ist ein Anderes, eine Sache mit dem Verstande begriffen und ein Anderes, sie an seinem Herzen erfahren zu haben. Es ist die Gesinnung, welche mit Wort und Tat in jenem Bekenntnisse steht: „Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir schuldig waren“, eben so schön, wie leider auch selten. Es ist ja wahr und leicht mit dem Verstande zu begreifen, dass jeder Mensch verpflichtet ist, den Willen seines Schöpfers pünktlich zu erfüllen, und dass uns Gott nicht zu wenig dafür tut, wenn Er uns das Leben lässt und notdürftig erhält, dass es aber lauter Gnade ist, wenn wir seinen Willen übertreten haben und Er uns dennoch seine Sonne scheinen lässt und seine Luft zum Atmen gibt. Wenn uns aber diese und andere Gnadengüter entzogen werden, dann aus Herzensgrunde zu bekennen, dass wir auch keine Ansprüche darauf haben und uns nur widerfährt, was wir verdient, das ist Gnade. Gnade, denn auch Buße und Glaube sind Gnadengaben, welche der h. Geist in uns wirkt. Und haben wir im Dienste des Herrn irgendetwas tun dürfen, hat uns der Herr irgend wozu verwandt, so ist das wiederum Gnade, denn der Herr braucht unsere Arbeit nicht, und wollten wir einen besonderen Anspruch auf Lohn erheben dafür, dass wir getan haben, was uns befohlen war und wozu wir verpflichtet waren, so wäre dies mehr als töricht; wenn aber der Herr uns dennoch einen solchen zukommen lässt, so ist das Gnade über Gnade. Und was ist denn unsere Arbeit? - Nichts als jämmerliches Stückwerk. Besonders unsere Arbeit im speziellen Dienste des Herrn, die Arbeit im Reiche Gottes. Wir müssen nur immer darauf denken, wie wir den Segen des Herrn durch unsere Arbeit nicht hemmen und hindern, und dürfen uns gar nicht wundern, wenn der Erfolg ausbleibt, da wir selbst so ungeschickt dazu sind. Und wenn nun dennoch der Herr unsere Mühe mit Erfolg krönt, und hat uns ein oder das andere Werk gelingen lassen, ach, so ist alsbald der Hochmut da, welcher einen Teil des Ruhmes wenigstens an sich reißen möchte. Es ist aber das Wollen und das Vollbringen ganz allein Gottes Gabe, und es ist überschwängliche Gnade, wenn Er uns nicht nur in seinen Dienst genommen, sondern auch dazu uns noch zur Arbeit das Gelingen verliehen hat. (Anton Camillo Bertoldy)

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