Psalm 88,8
Andachten
Dein Grimm drückt mich, und drängst mich mit allen deinen Fluten.
Die Frommen sollen alle ihre Prüfungen auf Gott zurückführen, wie es hier der Psalmist tut. Gottes Grimm drückt ihn, Gottes Fluten drängen ihn. Christ, vergiss nicht, dass dir alles Leiden aus Gottes Hand kommt. Auch wenn du durch böse Menschen leiden musst, so glaube, dass Gott ihnen manchmal Freiheit lässt, dich zu betrüben. Auch was dir Menschen antun, hängt nicht vom Zufall ab. Der Herr schickt uns Böses und Gutes; sein ist die wärmende Sonne und der kältende Frost, sein die Windstille und der Sturm. Es ist unrecht, über untergeordnete Ursachen nachzugrübeln. Du sagst: „Es wäre vielleicht anders gegangen, wenn ich es so und so gemacht hätte. Unser Kind wäre nicht gestorben, wenn wir noch einen Arzt geholt hätten. Es wäre im Geschäft nicht so viel verloren worden, wenn wir's anders angegriffen hätten.“ Und so grübelst du fort ins Unendliche und quälst dich ganz unnötig. Wie töricht! Du hast's gemacht, so gut du konntest, und es ist nicht geglückt; warum dann murren? Über menschliche Ursachen grübeln, macht unser Gemüt unruhig, erbittert uns gegen die Menschen, die an unserem Unglück schuld sind, und hindert uns an der Ergebung in Gottes Willen. Vergib dem, der dich geschädigt hat; er hat gesündigt - vergib ihm, so wahr du auf Vergebung hoffst; aber die Züchtigung gilt dir; nimm sie an als von Gott, ertrage sie und bitte um Gnade, dass sie dir gesegnet werde. Je mehr wir absehen von menschlichen Ursachen, umso besser ist's für uns, denn wenn wir wissen und glauben, dass das Leiden von Gott kommt, so ist's nicht mehr schwer, ergeben zu sein. „Es ist der Herr, er tue, was ihm wohlgefällt.“ (Charles Haddon Spurgeon)