Psalm 118,16
Andachten
Die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn behält den Sieg.
Noch lehnt sich nicht nur von außen, sondern auch von innen so Vieles und Bösartiges gegen Christum, sein Reich und Gemeine auf, und sie steht meistens da, wie eine Lilie im Tal, wie ein verachtetes Lichtlein, und wie eine Hütte im Kürbisgarten. Doch setzt Jesus seine Siege teils im Stillen fort, teils bereitet er ihre Fülle vor.
Im Stillen, ohne augenfälliges Geräusch, setzt er seine Siege fort, indem bald dieser hier, bald jener dort erweckt, bußfertig, gläubig wird, und unter diesen wohl solche, von denen man wohl hätte schwerlich vermuten mögen, dass auch sie zu den Schafen Christi gezählt wären.
Aber der Sieg Jesu Christi wird künftig noch einmal gewaltig rumoren und durchbrechen. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, wird zum Eckstein werden. Vom Herrn wird das geschehen, und es wunderbar sein vor unsern Augen. Alsdann wird das Christenvolk eitel Gerechte sein, und Alles vom Herrn selbst gelehrt, beide, klein und groß. Selbst die Gestalt der Erde wird viel herrlicher sein, wie jetzt, und der Herr dann anheben, schon hienieden seines Volkes lang vergossene Tränen abzutrocknen, bis er sie vollends einführt, da zu sein, wo er ist, damit sie seine Herrlichkeit sehen.
O Arm des Herrn! zeuch über uns Macht an. O du Schwert unseres Sieges! siege über unsere Herzen; mache uns dir untertänig, und herrsche über uns. (Gottfried Daniel Krummacher)
Die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn behält den Sieg.
Die rechte Hand Gottes, die ists, die tuts. Aufs erste bewiesen sie Macht. Das ist aber die Macht Gottes, dass wer an Ihn glaubt und Ihm traut, der wird dadurch von allen Sünden, bösem Gewissen, betrübtem Herzen, Irrtum, Lügen, Trügerei, Finsternis und von aller Gewalt des Teufels erlöst und zur Gnade, Gerechtigkeit, Wahrheit, Erkenntnis, Trost und zum rechten Licht gebracht, dass also hinfort Gott unsere Macht sei und wir nicht in uns selbst, sondern in Ihm leben und Er in uns alles tue und rede. Zum andern: ist die rechte Hand erhöht, fährt hoch her, liegt oben und siegt immer, das ist, die Gläubigen haben nicht allein den Trost von Gott, dass sie der Sünden los und gerecht sind vor Gott, sondern auch Hilfe von Ihm haben und also vom Tode, Hölle und allem Übel erlöst werden. Sterben wir aber darüber, so bringt sie uns erst recht zum Leben, das kein Ende hat. Denn diese rechte Hand ist zu hoch, es kann sie weder Trübsal noch Angst, weder Schwert noch Hunger, weder Engel noch Fürst herunter reißen. Hängen wir uns nur daran mit festem Glauben, so sind wir auch ebenso hoch und soll uns weder Trübsal noch Angst, weder Feuer noch Wasser, noch keine andere Kreatur unterdrücken: der Sieg soll unser sein! (Martin Luther)