Kolosser 1,12
Andachten
Danksagt dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zum Erbteil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden.
Ja es gibt eine Errettung aus den Ketten der Finsternis. Christus ist herabgekommen in diese Welt und hat den Prozess für uns geführt, und man darf nun von Freiheit predigen, man darf in eine gebundene Sünderwelt hineinschreien: der Fürst dieser Welt ist gerichtet, ihr seid quitt, los seiner Herrschaft, wenn ihr nur wollt. Seit Jesus Christus auf Golgatha gestorben und allen Grimm Satans an sich hat austoben lassen, seitdem darf man von Freiheit sagen. Der Strick ist entzwei. Durch den Tod des Heilands sind dem Satan alle Rechte, die er an die Menschenseelen hatte, vernichtet worden, Jesus ist nun wieder der rechte Oberherr der Seelen, und keine Seele geht verloren, weil sie verloren gehen müsste, sondern Jeder muss gleichsam wieder aufs Neue den alten Bund und Akkord mit dem Satan aufrichten, der durch den Tod des Heilands getrennt war, um verloren zu gehen, es ist nun nicht mehr bloß eigener Wille, sondern Mutwille, wenn eine Seele zu Schanden geht, denn wie es im nämlichen Brief an die Kolosser 2, 14. 15. heißt: Er hat ausgetilgt die Handschrift, so wider uns war, und hat sie aus dem Mittel getan und an das Kreuz geheftet, und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen, und sie Schau getragen öffentlich, und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. Darum konnte Luther singen: der Fürst dieser Walt, wie sauer er sich stellt, tut er uns doch nichts, das macht, er ist gericht't, ein Wörtlein kann ihn fällen.
O, was hat das Blut Christi seit 1800 Jahren schon für Wunder getan. Was für Menschen, wenn sie nur ihr Herz hergaben, sind schon durch dasselbe herausgezogen und errettet worden! aus welchen Pfühlen der Sünde hat der Heiland schon Leute herausgezogen, die ihn darum ansprachen, welche satanische Stricke hat er schon zerrissen! Was war Paulus vor seiner Bekehrung? Wer war die Sünderin? Wer war der Kerkermeister? wer war der Schächer? (Ludwig Hofacker)
Und danksagt dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrig keit der Finsternis, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden.
Christus wurde der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er erlöste uns - wodurch? durch sein Blut. Und nun erwäge doch, welch' ein teures und wirksames Lösegeld dies ist. Ein teures, denn es ist ja das Blut des Sohnes der Liebe Gottes. Der für uns Gekreuzigte ist der liebende Gott selbst, denn Gott wäre nicht die Liebe, wenn er uns nicht den ganzen Reichtum seiner Gnade und Barmherzigkeit in Christo offenbart hätte. Er hat es getan, und zwar auf eine Weise, dass wir mit Johannes voll Verwunderung ausrufen müssen: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget“! denn er ist ja Mensch geworden in Christo! Noch mehr: er ist unser Knecht und Diener geworden in Christo! Noch mehr: er hat sich in Christo verfolgen, verspotten und verspeien, und Leiden ohne Zahl über sich ergehen lassen! Noch mehr: er ist ein Fluch für uns geworden am Kreuze, und hat den Kelch des Leidens bis zum Sterben für uns getrunken! Diese bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze sich für uns erniedrigende Liebe Gottes war das Mittel unserer Erlösung Welches ist nun die Wirkung solcher Liebestat? Dieses, dass wir in Christo die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. Es wird hier der Vergebung der Sünden allein gedacht, nicht als wenn die Erlösung in mehr nicht bestände als in der Sündenvergebung, sondern weil die Erlösung mit der Vergebung der Sünden anhebt, und diese der Grund ist, worauf alles andere ruht. Denn was ist die Vergebung? Sie ist die Befreiung von der Schuld und Strafe der Sünde, die Befreiung vom bösen Gewissen, vom Zorne Gottes, vom Fluche des Gesetzes, vom Tode, von der Verdammnis, kurz, von allem Elend, das die Sünde mit sich bringt, hier zeitlich und dort ewig. Wie könnt' ich nun ein Erlöseter heißen, wenn mich Gott nicht zunächst und vor allen Dingen von diesem Verderben befreien wollte? Bin ich aber davon befreit, was fehlet mir noch? Dann ist ja die Mauer niedergerissen, die mich von meinem Gott trennte; dann bin ich ja wieder ein Kind Gottes, habe Frieden und Freude, habe Lust zum Guten, habe die herrlichsten Aussichten in die Ewigkeit. Wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit.
Nun, diese Erlösung haben wir, und haben sie in Christo, gleichwie wir im Brunnen das Wasser haben, so dass, wenn uns dürstet, wir hingehen und schöpfen können, wie oft und viel wir wollen. Es ist doch ein herrlich Ding, dass wir einen Ort haben, wo für uns, wenn wir mühselig und beladen sind, immer der Trost der Vergebung zu finden ist, an jedem Tage und zu jeder Stunde des Tages. Gott vergibt uns nicht ein- für allemal, sondern er vergibt uns täglich, wenn wir mit Reue und Leid vor ihm erscheinen. Aber lasst uns die Vergebung auch nirgend anderswo suchen, als in Christo. Warum in ihm allein? Weil er der Sohn der Liebe ist. Das ist ja offenbar, dass wir uns nur an die Liebe Gottes wenden können, wenn wir Vergebung suchen. Vergibt die Liebe uns die Sünde nicht, wie soll sie dann vergeben werden? Nun aber ist Gott die Liebe eben in Christo, sonderlich in Christo dem Gekreuzigten. Hier gehen viele von uns ab, welche meinen, man könne von dem sogenannten lieben Gott auch ohne Christum Vergebung erlangen. Aber beachtet wohl, was Paulus sagen will, wenn er Christum den Sohn der Liebe des Vaters nennt. Damit will er sagen, dass Christus die höchste, ja die einzige Offenbarung der Liebe Gottes ist. Wo nur Gott die Liebe ist, sei es vor, oder in, oder nach der Schöpfung der Welt, da ist er es in Christo als in dem Abglanz seiner Herrlichkeit. Wie die Sonne für uns in nichts anderem die Sonne ist als ein Licht, so ist Gott für uns in nichts anderem die Liebe als in Christo, in dessen Leiden und Sterben sie ihren höchsten Glanz und ihre Vollendung hat. Was folgt daraus? Dies, dass wir die Vergebung der Sünden nur in Christo haben können, weil wir sie nur haben können in der Liebe Gottes.
Lasst uns denn Gott danken, dass er uns erlöst hat durch das Blut Christi, uns errettet hat von der Macht der Finsternis, uns versetzet in das Reich des Sohnes seiner Liebe, und uns so wiederum tüchtig gemacht hat zum Anteil an der Heiligen Erbe im Licht. Aber hüte dich nun auch sorgfältig, dass du nicht wie Esau dein Erbe verlierest, und dich mutwillig wieder unter die Obrigkeit und Macht der Finsternis begebest. Wahrlich, es wäre dir, wenn du das tätest, besser, dass du den Weg der Wahrheit nie erkannt hättest, als dass du ihn erkannt hättest, und dich kehrtest von dem heiligen Gebot, das dir gegeben ist. (Carl Kähler.)
Und danksagt dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns versetzet in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden.
Die größten Wunder an den Menschenherzen sind die, welche das Blut Christi hervorbringt. Wenn wir für etwas zu danken haben, so ist es für diese erlösende Macht des Versöhnungsblutes. Wie furchtbar auch das Schuldgefühl ist, wenn es aufwacht, so dringt doch das Blut Christi so siegreich in alle Anklagen des Gewissens, dass alle zum Schweigen gebracht werden und ein überschwänglicher Friede im Herzensgrunde einkehrt. Auch nach allen Rückfällen und nach dem namenlosen Elend, das wir durch unsere Sünden uns zuziehen, hat dieses Blut dieselbe Kraft und öffnet den Himmel wieder, wenn wir nur immer wiederum zu dem Blut Jesu unsere Zuflucht nehmen. Man begreift nicht, wie durch die Millionen Sünden das Seelenleben nicht zuletzt ganz aufgerieben wird. Ein so langes, langes Sündenbewusstsein mit sich zu tragen, das durch immer neue angehäufte Schuld immer schwerer wird - wie bricht man unter solch' einer Last nicht endlich zusammen? Was uns aufrecht hält, ist allein das Blut Christi. Auch der älteste Sünder kann dadurch so frisch und jugendlich erhalten werden in seinem Herzen, als hätte er nie eine Sünde begangen noch gehabt und selbst allen den Gehorsam vollbracht,. den Christus für ihn geleistet hat. Die Buße kann doch ihr volles Recht behalten, aber nicht sie macht unsterblich, sondern allein das Blut Jesu. Dieses Lösegeld ist es, wodurch der Vater uns tüchtig gemacht hat zum Erbteil der Heiligen im Licht, und wodurch er uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis. Wer eine andere Erlösung sucht in Christo, als die Erlösung durch sein Blut, der mag zusehen, wie er zum Frieden komme, wenn seine Sünden ihm aufwachen. Der ganze neumodische Kram von Erlösungstheorien, die nicht im Blut Christi wurzeln, ist eine Spinnwebentheologie, die man dem Teufel zurückgeben kann, von dem sie herstammt. Lasse sich doch Niemand seinen Trost stehlen, und wer den rechten Trost hat, wird sich ihn auch nicht stehlen lassen. Nur das Blut Christi kann nach unzähligen Vergehungen selbst das Herz gewiss machen: Er wird sich deiner wieder erbarmen, deine Missetat dämpfen und alle deine Sünden in die Tiefe des Meeres werfen. (Friedrich Lobstein)
Danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.
Also der Himmel mit all seiner Seligkeit ist ein Erbteil, etwas, das man nicht um Geld kaufen, durch Arbeit verdienen oder mit Gewalt erobern kann. Wenn jemand ein Erbteil im eigentlichen Sinne des Worts hat, so hat er es vermöge seines Geburtsrechts. So ist es auch mit dem Himmel. Wer dieses herrliche Erbe bekommt, der erlangt es nicht durch die Werke des Gesekes oder durch die Bemühungen des Fleisches; es wird ihm geschenkt durch das Recht der Gnade, weil er wiedergeboren ist zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. So ist er durch das Recht des Blutes und der Geburt ein Erbe des Himmels. Die, die selig werden, sind Kinder, denn steht nicht geschrieben, dass der Herzog unsrer Seligkeit viele Kinder zur Herrlichkeit geführt hat? Sie kommen nicht als Knechte, denn kein Knecht, und sei er noch so treu, hat ein Recht an das Erbe seines Herrn. Sondern weil ihr Kinder seid, Kinder, vom Vater angenommen, weil ihr durch übernatürliche Kraft wiedergeboren seid, darum werdet ihr Erben des ewigen Lebens und geht ein in die vielen Wohnungen des Vaterhauses droben. Wenn wir also an den Himmel denken, so wollen wir uns immer sagen, dass er uns gehören soll, aber nicht durch unsre Arbeit, sondern durch unsre Geburt. „Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Denn das Reich ist ein Erbteil und erst nach deiner Wiedergeburt hast du ein Recht darauf. (Charles Haddon Spurgeon)
Danksagt dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zum Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden.
Tüchtig gemacht als von dir, unserm Gott und Vater, tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht nennt uns der Apostel und fordert uns deshalb auf zu herzlicher Dankbarkeit gegen dich. Tüchtig gemacht, das sind wir aus deiner Gnade teils durch unsere Errettung von der Obrigkeit und Herrschaft der Finsternis, teils durch unsere Versetzung in das Reich des Lichts, in das Reich deines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die da steht in der Vergebung unserer Sünden. Der Apostel sagt aber nicht mehr und nicht weniger, als er mit Grund und vollem Rechte sagen kann. Wir sind ja freilich erlöst, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels und das ist unsere Errettung von der Obrigkeit der Finsternis, dass wir nicht mehr Knechte sein müssen der Sünde im Dienste des Fürsten der Finsternis. So sind wir auch gewiss versetzt in das Reich des Lichts durch unsere Taufe, die da wirket Vergebung der Sünden, uns zum Siegel und Unterpfand unsers künftigen Erbes den Heiligen Geist gibt und zu Kindern Gottes uns macht. Ob wir aber auch aus deiner Gnade deine Kinder sind, so ists doch noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir sind nur erst berufen zum Erbteil der Heiligen im Licht, nur erst tüchtig, geschickt dazu und fähig gemacht, Gottes Erben und Miterben Christi zu werden. Uns, den zuvor Gebundenen und Gefangenen, sind ihre Ketten und Bande aufgelöst. Die wir in der Irre gingen und schwach waren und tot in Sünden, die kennen wir den rechten Weg und sind mit neuen Kräften des Geistes angetan. Ach, wie groß ist doch deine Gnade und dein Erbarmen über uns, du Herr und Gott unsers Lebens! So wollen wir aus herzlicher Liebe und Dankbarkeit dem Reiche der Finsternis wehren und dem Bösen Widerstand tun, wollen Kinder des Lichts, nicht Kinder der Finsternis sein, wollen den guten Kampf des Glaubens kämpfen und also ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Denn hättest du nicht die Boten des Friedens in unser Land kommen lassen mit der Predigt deines seligmachenden Evangeliums, so wären wir ja nicht versetzt in das Reich deines lieben Sohnes und nicht tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht; hättest du nicht schon unserer Väter dich herzlich angenommen, so würden wir ja alle noch in der Irre gehen wie Schafe und könnten nicht so fröhlich rühmen, dass wir errettet sind von der Obrigkeit der Finsternis. Nun aber wissen wir, dass wir dein Volk und Eigentum sind. Du bist unser Vater, wir sind deine Kinder. Durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi sind wir erlöst und haben in ihm vor dir Vergebung unserer Sünden. Das ist unsere Freude und unser Trost im Leben und im Sterben. So wollen wir denn auch heute und allezeit dir von Herzen danken für deine große Gnade. Wir wollen dein Wort lieb haben, deiner Stimme gehorchen und als die Kinder des Lichts vor deinen Augen wandeln im Licht. Wir wollen keine Gemeinschaft mehr haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern vielmehr dir zu Preis und Ehren, als in das Reich deines lieben Sohnes versetzt, unter ihm leben und ihm dienen in ewiger Unschuld, Gerechtigkeit und Seligkeit, bis wir eingehen zu dem Erbteil der Heiligen im Licht, dazu du uns tüchtig gemacht hast. Amen! (Carl Just)
Danksagt dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zum Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden.
Tüchtig gemacht als von dir, unserm Gott und Vater, tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht nennt uns der Apostel und fordert uns deshalb auf zu herzlicher Dankbarkeit gegen dich. Tüchtig gemacht, das sind wir aus deiner Gnade teils durch unsere Errettung von der Obrigkeit und Herrschaft der Finsternis, teils durch unsere Versetzung in das Reich des Lichts, in das Reich deines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die da steht in der Vergebung unserer Sünden. Der Apostel sagt aber nicht mehr und nicht weniger, als er mit Grund und vollem Rechte sagen kann. Wir sind ja freilich erlöst, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels und das ist unsere Errettung von der Obrigkeit der Finsternis, dass wir nicht mehr Knechte sein müssen der Sünde im Dienste des Fürsten der Finsternis. So sind wir auch gewiss versetzt in das Reich des Lichts durch unsere Taufe, die da wirket Vergebung der Sünden, uns zum Siegel und Unterpfand unsers künftigen Erbes den Heiligen Geist gibt und zu Kindern Gottes uns macht. Ob wir aber auch aus deiner Gnade deine Kinder sind, so ists doch noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir sind nur erst berufen zum Erbteil der Heiligen im Licht, nur erst tüchtig, geschickt dazu und fähig gemacht, Gottes Erben und Miterben Christi zu werden. Uns, den zuvor Gebundenen und Gefangenen, sind ihre Ketten und Bande aufgelöst. Die wir in der Irre gingen und schwach waren und tot in Sünden, die kennen wir den rechten Weg und sind mit neuen Kräften des Geistes angetan. Ach, wie groß ist doch deine Gnade und dein Erbarmen über uns, du Herr und Gott unsers Lebens! So wollen wir aus herzlicher Liebe und Dankbarkeit dem Reiche der Finsternis wehren und dem Bösen Widerstand tun, wollen Kinder des Lichts, nicht Kinder der Finsternis sein, wollen den guten Kampf des Glaubens kämpfen und also ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Denn hättest du nicht die Boten des Friedens in unser Land kommen lassen mit der Predigt deines seligmachenden Evangeliums, so wären wir ja nicht versetzt in das Reich deines lieben Sohnes und nicht tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht; hättest du nicht schon unserer Väter dich herzlich angenommen, so würden wir ja alle noch in der Irre gehen wie Schafe und könnten nicht so fröhlich rühmen, dass wir errettet sind von der Obrigkeit der Finsternis. Nun aber wissen wir, dass wir dein Volk und Eigentum sind. Du bist unser Vater, wir sind deine Kinder. Durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi sind wir erlöst und haben in ihm vor dir Vergebung unserer Sünden. Das ist unsere Freude und unser Trost im Leben und im Sterben. So wollen wir denn auch heute und allezeit dir von Herzen danken für deine große Gnade. Wir wollen dein Wort lieb haben, deiner Stimme gehorchen und als die Kinder des Lichts vor deinen Augen wandeln im Licht. Wir wollen keine Gemeinschaft mehr haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern vielmehr dir zu Preis und Ehren, als in das Reich deines lieben Sohnes versetzt, unter ihm leben und ihm dienen in ewiger Unschuld, Gerechtigkeit und Seligkeit, bis wir eingehen zu dem Erbteil der Heiligen im Licht, dazu du uns tüchtig gemacht hast. Amen! (Carl Just)
„Tüchtig gemacht zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.“
Mein Herr und mein Gott! Deiner heiligen Gegenwart nahe ich mich an diesem letzten Abend eines Monats, nimm es freundlich auf. das Abendopfer meiner Lippen. Lass mein schwaches Gebet aussteigen zu Deinem goldenen Throne, getragen von der Fürbitte meines himmlischen Hohenpriesters Das ist meine gewisse Zuversicht, dass Du mein heiliger Mittler und himmlischer Fürsprecher, der Du den Eingang gefunden und eröffnet in das Allerheiligste droben, auch mich in diesem Augenblick vertrittst, da ja die Namen Deines Bundesvolks eingegraben stehen in Deinem Brustschildlein, und wir, obwohl unwürdig in uns selber, doch angenehm sind in dem Geliebten!
Meine besondere Bitte an diesem Abend ist, dass Du auch mich tüchtig machen wollest zu Deinem bluterkauften Erbteil im Lichte. Gestalte mich in Dein Bild durch Einwohnung Deines Geistes, lehre mich sterben der Sünde, leben der Gerechtigkeit. Mach mich täglich himmlischer gesinnt. Gib mir täglich mehr Pilgersinn und Pilgerart. Lass mich nie vergessen, dass mein rechtes Daheim droben ist, dass ich hienieden nichts anderes bin als ein Beisasse und Pilgrim, wie alle meine Väter. Je näher ich dem Himmel komme, desto mehr lass mich anlegen das Kleid der Heiligung, desto sicherer versiegle mir, dass ich, von oben geboren, für das droben bestimmt bin und hienieden zu suchen habe die bessere Heimat.
Lass mich nicht murren wider die Weisheit Deiner Wege, sondern vielmehr in Geduld warten auf die Offenbarung Deines Tages. Behüte mich vor jedem voreiligen Urteil über die Dunkelheit Deiner Führungen. Wie könnte endliches Erkennen fassen die Gedanken unendlicher Liebe! Lass mich aus jeder Trübsal die Botschaft heraushören: Mache dich auf! Es kommt die Zeit, oder vielmehr die Ewigkeit, wo kein Leid mehr sein wird und kein Streit, keine Not und kein Tod, wo alle Tränen werden abgewischt sein von unsern Augen und alle Trübsal überwunden und verschlungen sein von ewiger Freude. Hienieden gilt es Kreuzigung des alten Menschen, Brechung des Willens, der wider Gott ist, darum muss es Stürme geben im Meere dieses Lebens. Aber droben wird ein ruhiges, sturmloses, kristallenes Meer ewigen Friedens sein.
Gib mir, dass ich täglich mich bade in diesem Meer der Ewigkeit, täglich von neuem schöpfe aus dieser kristallhellen Quelle, damit auch täglich mehr die Leiden dieser Zeit unter meinen Füßen liegen können.
Herr, tilge Du alle meine Sünden, alle Sünden des verflossenen Tages, des vergangenen Monats, um Deiner Barmherzigkeit willen! Lass mich hören, wenn ich einschlafe, meines Heilands Stimme: Alle Deine Sünden, so viel ihrer sind, sind Dir vergeben!
Herr, mache Dich auf und erbarme Dich Deines Zions! Lass Deine Gnadenströme herniederfließen auf Deine heilige Stadt! Baue ihre zerrissenen Mauern, stelle her ihre zerbrochenen Türme! Gib Wächter auf ihre Türme, die nicht schweigen, sondern rufen laut. und hell, bis dass Er kommt, der Herr und sein großer Tag! Wachet aus! ruft uns die Stimme der Wächter, sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Wohlauf, der Bräutigam kommt, steht auf, die Lampen nehmt. Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit. Ihr müsst Ihm entgegengehen.
Herr, segne meine Freunde. Lass uns immer fröhlicher werden in dem Gefühle, dass ewige Bande uns ewig verknüpfen, und immer getroster hinausblicken auf die selige Stunde, wo wir alle ohne Sünd und Flecken stehen werden vor Deinem Throne. Bereite uns alle, alle vor für den Morgen ohne Wolken, wo wir in Deinem Lichte sehen werden das Licht, wo die Liebe Christi thronen wird in jedem Herzen und die Ehre Christi die Seligkeit sein wird aller Seelen! Dahin himmelan, in Jesu Namen! Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer. (John Ross MacDuff)