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Galater 4,7

Galater 4,7

Andachten

Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum.
Die Kindschaft Gottes macht uns nicht bloß frei von der Knechtschaft, sondern sie bringt uns auch den seligsten Gewinn, denn sind wir Gottes Kinder, so sind wir auch Seine Erben, das heißt, Teilnehmer und Eigentümer der Güter Seines Hauses. Zwar haben wir erst ein Weniges geschaut von der Wohnung voll unvergänglichen Glanzes, seliger Herrlichkeit und ewigen Lichtes, die noch kein Auge gesehen, da wir noch nicht gewesen, dahin wir aber kommen sollen, wenn wir Seine Kinder bleiben; aber was wir davon gesehen haben, ist genug, um uns mit heißer Sehnsucht und unaussprechlicher Freude zu erfüllen. Und genießen wir es noch nicht in seiner Fülle, so haben wir es doch in der Hoffnung, nicht als etwas Zweifelhaftes und Ungewisses, sondern so gewiss, als dem Kinde die Güter seines Vaters sind. Und das nicht allein, sondern Gott hat auch schon hienieden ein Haus, in welchem Seine Kinder wohnen und der Güter genießen sollen, die diesem Hause eigen sind, das ist Seine heilige Kirche. Die ist unser Haus, so wir Seine Kinder sind, Er sagt uns eine Wohnung darin zu und lässt uns zu allen Gütern Seines Hauses kommen. Da ist die Vergebung der Sünden und die Gerechtigkeit Christi, da ist der Friede Gottes, der höher ist denn alle Vernunft, da ist der Heilige Geist, der uns mit Seinen Gaben erleuchtet und im rechten Glauben heiligt und erhält, uns mit süßem Himmelstrost erfüllt und auf den herrlichen Tag JEsu Christi versiegelt. O kostbare Güter, mit Gold und Silber nicht zu kaufen, aber auch vor fressenden Motten und stehlenden Dieben sicher! Wer Gottes Kind ist, dem muss solches alles zufallen.

Gott Du bist treu und wahrhaftig, und Deine Verheißungen trügen nicht. Du hast Deinen Kindern das himmlische Erbe zugesagt, und sie werden es auch erlangen, wenn sie als Deine Kinder von hinnen scheiden. Darauf können wir uns freuen unser lebelang, damit können wir uns stärken in unsern Kämpfen, und damit können wir uns trösten in allen Trübsalen. Stehe uns bei, dass wir in dieser Hoffnung beständig bleiben und durch sie immer wieder neuen Mut gewinnen, wenn wir in unserm Laufe einmal müde und matt werden; dass wir auch niemals wieder zurückschauen nach der Welt, sondern unverwandt nach dem Kleinod blicken, welches uns vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo JEsu. Amen. (Hermann Haccius)


Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder: sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum.
Knecht und Kind welch' ein Unterschied, zumal wenn wir an den Knechtsstand der Zeit gedenken, aus welcher St. Paulus so schreibt - damals hieß Knecht so viel wie Gefangener. Ein solcher Knechtsstand war auch, geistlich betrachtet, die Zeit, welche Gottes Volk Israel unter dem Gesetze hinbringen musste, es war „gefangen unter den Satzungen des Gesetzes“. Das ist durch unsern Herrn Christum anders geworden. Er hat sich selbst unter das Joch des Gesetzes getan und hat es für uns zerbrochen und uns zur Freiheit der Kinder Gottes gebracht. Darum ruft der Apostel dankbar und siegesfroh aus: Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder, hier, d. h. in der Christenheit, in der Gemeinschaft derer, die durch Christum erlöst sind. Tun wir unsere Herzen weit auf, um diese große, selige Wahrheit zu fassen. Kinder, freie, Gott angenehme Kinder und keine Knechte sind wir. Sezen wir diese Wahrheit aber auch in die Tat um, dass wir uns nicht mehr als Knechte vor Gott fürchten und fliehen und nicht mehr mit Unwillen oder aus Zwang seinen Willen und Gebot vollbringen, sondern mit willigem, fröhlichem Kindessinn. Sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum. Damit richtet St. Paulus unsern Blick von der Fremde, darin wir als Kinder Gottes wandern müssen, nach der Heimat, wo das ganze volle Erbe der ewigen Seligkeit und Gemeinschaft mit unserm Herrn Christo unser wartet. Wie herrlich ist dieses Erbe, das unverwelkliche, unvergängliche Erbe! Es ist wahrlich wert, dass wir alle Kraft und allen Fleiß daran wenden, aus der Fremde in die Heimat zu kommen. Bleibe keines dahinten. Vertändeln und verträumen wir nicht unsere Zeit, wie die törichten Kinder auf dem Heimweg, lassen wir uns auch nicht durch die Hindernisse und Beschwerden des Weges am fröhlichen Vorwärtsschreiten abhalten. Nur frisch aufgetreten, nur das Auge nicht vom Ziel gewandt und dabei als Gottes Kind fleißig um die Kraft beim himmlischen Vater angehalten!

Wir danken dir, o gnädiger und barmherziger Gott, dass du durch deinen lieben Sohn uns aus dem Knechtsstand des alten Bundes zur Freiheit deiner Kinder geführt hast und bitten dich herzlich, du wollest unser Herz und Sinn allezeit nach dem Erbe lenken, das du uns im Himmel aufbewahrt hast, auf dass wir würdig als deine Kinder dir zur Ehre wandeln und unsere Hoffnung erlangen, durch Jesum Christum. Amen. (unbekannt)

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