2. Korinther 5,15
Andachten
Er ist für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben.
Die Selbstsucht kennt Gott nicht, sie trennt, sie scheidet von dem Gott der Liebe, sie lässt kein Einswerden zu. Wie aber stehst du da, wenn Der selbst dein Gegner ist, den du in der Zeit der Not und im Leiden um Hilfe anrufen willst? Das bedenke wohl! Die Selbstsucht ist eine der schlimmsten Sünden. Tief sind ihre Wurzeln, und bitter ist ihre Frucht. Wenn sich unser Lieben und Leiden, unser Arbeiten und Wirken, unsere Freundschaft, ja selbst unser Beten nur um unser liebes Ich drehen, können die Folgen nicht ausbleiben. Die Selbstsucht tötet jedes frisch aufkeimende Leben. Sie ist Feindschaft wider Gott. Darum lässt sie weder Gemeinschaft mit Ihm noch Gemeinschaft mit den Erlösten zu. Sie vernichtet alles wahre Leben. Stehen wir nicht als Verbrecher da, wenn wir diese Warnung verachten und in der Eigenliebe verharren? Wieviel häusliches Elend hat gerade hierin seinen Grund f Wie viele Anstalten leiden schwer unter der Selbstsucht einzelner Glieder! Und wie viele Gemeinschaften können nicht gedeihen, weil die Eigenliebe einzelner nicht in den Tod gegeben wird! Es sollte uns nicht schwerfallen, das zu erkennen. Diese Sünde ist gefährlich und zu hässlich, um länger geduldet zu werden. Sie darf nicht gedeihen in unseren Herzen, sie verwüstet das schönste Paradies. Von dieser Ursünde frei zu werden, sei unser ernstes Anliegen. Gott ist die Liebe, darum dürfen wir die Selbstsucht nie entschuldigen, nie beschönigen, ja nie aufkommen lassen. Unser Wesen muss von Ihm erfüllt sein. (Markus Hauser)
Christus ist darum für Alle gestorben, auf dass die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.
O, wer sich das genug von dem Geist Gottes deuten und befestigen ließe, was für eine Verwechslung mit Christo, dem Einen für Alle, vorgegangen, wie der an unsre Stelle getreten und besonders bei seinem Kreuz- und Todesleiden uns Alle auf dem Herzen gehabt, aber damit auch uns Alle zum Mitdulden und Mitsterben verpflichtet, dass wir also an uns und allen Vorzügen nach dem Fleisch kein Gefallen haben, viel weniger dieselben treiben und geltend machen können, sondern dass sich bei all' unsrem Leben im Fleisch eine Frucht von Jesu Tod und Leben an uns finde, sowohl im Absterben der Sünde, als im Leben der Gerechtigkeit. (C. H. Rieger.)