2. Korinther 1,22
Andachten
Gott hat in unsere Herzen das Pfand, den Geist, gegeben.
Dieser ist die Verheißung des Vaters, die höchste Gabe des Sohnes, der göttliche Zeuge unserer Gemeinschaft mit Gott. Dieser Geist macht gewiss in der Wahrheit, fruchtbar, beständig, kräftig und salbungsvoll. Der Geist wird hier ein Pfand oder ein Angeld genannt. Denn Pfand wird auf die Bezahlung gegeben, muss aber bei erfolgter Bezahlung wieder herausgegeben werden. Angeld bleibt Einem, und wird durch die Bezahlung voll gemacht. So haben wir aus der Salbung des Geistes Erstlinge, und die zum Angeld, dass Vollendung in der Herrlichkeit nachkomme. Der Geist Christi ist das Siegel, dass wir erlöst seien von der Sünde, und dass wir nach der völligen Erlösung auch vom Tode erlöst und Erben werden, dafür ist er schon das Pfand. So sind also die Gläubigen ihres Gnadenstandes gewiss.
Gott ist es, der uns versiegelt, und in unsre Herzen das Pfand, den Geist, gegeben hat.
Der Heilige Geist ist das Pfand und Siegel, wodurch diejenigen, die da glauben, versiegelt werden bis auf den Tag ihrer vollkommenen Erlösung, mit anderen Worten: wodurch sie bewahrt werden, und von dieser Bewahrung in ihren Seelen eine süße Versicherung empfangen. Diese Versicherung ist die völlige Gewissheit der Seele von ihrem ungezweifelten Anteil an der Versöhnung Christi und am ewigen Leben, dass sie mit Hiob sagen kann: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, mit Paulo: Ich bin gewiss Diese Gewissheit liegt schon in der Natur des Glaubens, der nach des Apostels Beschreibung eine gewisse Zuversicht ist, die nicht zweifelt; und sie gedeiht zur Versicherung, wenn der Heilige Geist die Hindernisse dieser gewissen Zuversicht in besonderem Maße wegräumet, und sie in den Stand setzt, Paulo nach mit Freudigkeit zu fragen: Was will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blässe, oder Fährlichkeit, oder Schwert? und zu bekennen: In dem Allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebt hat. Es ist wahr, auch der schwache Glaube ist genugsam zur Seligkeit, jedoch unter dem Vorbehalt, dass stets nach Stärkung des Glaubens getrachtet wird. Wie sollte es doch auch möglich sein, dass eine wirklich wiedergeborene Seele sich eher völlig sollte zufrieden geben, bis sie durch den Heilige Geist des ewigen Lebens völlig versichert ist! Aber wie sollte doch ein trotzig und verzagt Ding, wie unser Herz ist, ein Herz, das unter dem Unglauben verschlossen ist, das seiner Natur nach nichts anders kann, als fürchten, zweifeln, wanken, sich zu einer völligen Gewissheit erheben können, als nur durch den Heilige Geist? Er gibt aber eine Gewissheit, wie es sonst gar keine Gewissheit gibt, und die für die Zeit selbst die Möglichkeit des Zweifelns wunderbar ausschließt, ohne jedoch die Natur des Herzens aufzuheben. (Gottfried Daniel Krummacher)