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Apostelgeschichte 2,13

Apostelgeschichte 2,13

Andachten

Die anderen aber hattens ihren Spott und sprachen: sie sind voll süßen Weins.
Es ging, wie es heute noch geht, wenn das Wort Gottes mit Kraft und Beweisung des Geistes gepredigt wird; Einige stehen still, fassen es auf, ahnen das Göttliche, das darunter verborgen liegt; Andere aber haben ihren Spott, und weil ein Jeder den Anderen nach sich selbst beurteilt, so schieben sie allerhand unwahre, ungegründete Absichten unter. So sagten nun auch einige: „sie sind voll süßen Weins,“ denn sie hatten eine Erfahrung davon, wie man es macht, wenn man voll süßen Weins ist; sie beurteilten die Apostel nach sich und nach ihrem eigenen Leben. Da erfüllte sich das Wort: „Niemand kommt zu mir, es ziehe ihn denn der Vater,“ und „Wer nicht wiedergeboren ist, der kann das Reich Gottes nicht sehen,“ der hat gar kein geistliches Auge dafür. Dies ist aber das Schicksal Christi und seiner Sache schon unzählige Mal gewesen. von ihm selber sagten sie: „Er hat den Teufel;“ seine Apostel hielten sie für betrunken, und so geht es seit achtzehnhundert Jahren fort, dass man das, was Wahrheit und eine Wirkung des Geistes war, Schwärmerei, Torheit, Krankheit des Leibes, Trunkenheit der Sinne, Schwelgen in übersinnlichen Gefühlen, und weiß nicht was geheißen hat. Es hat freilich viele Schwärmerei gegeben in dieser langen Zeit; aber der Weltgeist hat gerade das Beste mit diesem Namen belegt. O die Weisheit, die ewige Weisheit muss sich meistern lassen von den Toren, wie zu der Zeit der Apostel, so noch heute. Was diese Toren nicht sogleich nach seinen Gründen erkennen, das werfen sie weg, es ist Schwärmerei, es ist Aberglaube. Weil die Juden nicht sogleich die ganze Geschichte des Tages begriffen, und nicht sogleich wussten, wo es hinaus wollte, fingen sie an zu spotten, statt dass sie hätten weinen sollen über ihre Sünden. Spotte nur, armer Mensch, spotte nur, gehe hin, sprich geschwind ab über Dinge, die du nicht verstehst, gehe nur in deiner Aufgeblasenheit dahin; aber wisse, dass du deinem Richter Rechenschaft geben musst von jeglichem Worte, das über deine Lippen geht. O es ist oft hinter diesem Spotten eine wahre Verzweiflung des Geistes verborgen; einem solchen Menschen ist oftmals die lauterste Überzeugung von der Wahrheit ins Inwendige geschrieben; er ist schon überwiesen von der Göttlichkeit des Evangeliums; das Schwert des Wortes ist ihm schon manchmal durch das Herz gedrungen: aber er will es nicht aufkommen lassen; er will nicht an das Licht kommen; denn er liebt die Werke der Finsternis mehr denn das Licht. Darum sucht er seine bessere Überzeugung hinweg zu lachen und hinweg zu spotten, wirft geschwind mit hoher Miene ein vornehmes Wort hin: „ sie sind voll süßen Weins,“ es ist Schwärmerei, Mystizismus, und damit ist dann Alles abgetan. (Ludwig Hofacker)

Predigten

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