Psalm 90,17
Andachten
Die Lieblichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns. Fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja fördere es, das Werk unserer Hände.
Wir treten abermals einen Tag unseres Erdenlebens an. Zu wem sollten unsere Gedanken zuerst sich hinwenden, wenn nicht zu dir, unserm himmlischen Vater? Du hast diesen neuen Morgen aus dem Dunkel der Nacht heraufsteigen lassen und ringsum die Welt zu neuem Leben erweckt. Auch wir haben sicher geruht in dem Schoß deiner Liebe und du hast uns gesund wieder erwachen lassen zu unserm Tagewerk. Darum bringen wir dir unser herzliches Lob- und Dankopfer dar. Wir wollen nun ein Jedes an seine Arbeit gehen. O, unsere Arbeit, die uns oft so mühsam und einförmig erscheinen will, sie ist das Salz unseres Lebens; sie stärkt die Gesundheit des Leibes und der Seele und erfüllt unser Herz mit innerem Frieden. Als du einst zu dem Menschen das Wort sprachst: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen,“ da hast du den Menschen nicht gestraft, sondern gesegnet, seinem Glück die sicherste Grundlage bereitet und der Entfaltung seiner Kräfte unermessliche Bahnen eröffnet. so gib denn auch uns rechte Freudigkeit zur Arbeit, lass uns unverdrossen ausharren, wo es Geduld erfordert, mache uns recht treu auch im Kleinen und gib, dass wir unser Werk verrichten, nicht um des Ruhms von Menschen willen, sondern in reiner Liebe zu unserer Pflicht. Lass uns dann unsere Arbeit auch gelingen und fördere freundlich das Werk unserer Hände. Nicht um Überfluss bitten wir, doch unser tägliches Brot lass uns mit Danksagung empfangen. Vater, du weißt ja, was wir bedürfen, ehe denn wir dich bitten, und du hast uns durch den Mund des Erlösers verheißen: Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Nun, so gib uns denn den Sinn der Gottseligkeit, der da sorgt um das Eine, was Not tut und sich gerne genügen lässt an dem, was da ist. Mache uns durch deine Liebe willig, mit den Dürftigen unser Brot zu brechen. Vater, erbarme dich aller Armen und Notleidenden; öffne den Arbeitslosen neue Wege der Arbeit und des Unterhalts für sich und die Ihrigen; lass unsere Gemeinde, lass unser ganzes Volk immer mehr werden ein Leib, an welchem jedes Glied nach der ihm verliehenen Gabe seinen Dienst verrichtet zum gemeinen Nutzen, keines sich übermütig über das andere erhebt, sondern jedes willig ist, sich für das Ganze hinzugeben, wo Freud und Leid eines Gliedes auch alle andern freudig oder schmerzlich bewegt. und so der ganze Leib regiert wird von dem einen unsichtbaren Haupte, von dem Geist und Worte Christi. Amen. (Robert Grubenmann)