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Jesaja 60,2

Jesaja 60,2

Andachten

Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht.
Das Wort der Verheißung, dass die Heiden werden im Lichte des Herrn wandeln, wartet noch immer auf seine völlige Erfüllung. Wohl ist das Licht des Herrn schon vielen Völkern aufgegangen und hat die Nacht des Götzendienstes vertrieben; aber noch sitzen Millionen in Finsternis und Schatten des Todes. Das mahnt uns an die heilige Pflicht der Liebe, die wir als Christen haben, derer zu gedenken, die noch im Dunkel wohnen und im Elend des Götzendienstes schmachten. Ist doch kein Werk, zu welchem Menschen sich auf Erden verbinden, so hoffnungsreich, so seines Erfolges gewiss, als das Werk der Bekehrung der Heiden. Denn wie groß auch noch heute die Nacht ist, welche die Erde bedeckt, es kommt der Tag, des wir in der Geduld unsrer Arbeit und in starker Hoffnung warten, da sie alle von Morgen und Abend, von Mittag und Mitternacht sich mit uns in dem Lichte der Herrlichkeit des Herrn versammeln und sein Lob verkündigen werden. (Friedrich Peter Ludwig Luger)


Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker, aber über Dir geht auf der Herr, und Seine Herrlichkeit erscheint über Dir. Und die Heiden werden in Deinem Lichte wandeln, und die Könige in dem Glanz, der über Dir aufgeht.
Das ist ein heller und reicher Zukunfts-Blick, der sich dem Auge des gesegnetsten aller Propheten ausschließt. Derselbe Prophet, der am Tiefsten in das Erlösungswerk hineingeschaut hat, und uns den Messias darstellt, der um unsrer Sünde willen Sein Leben zum Schuld-Opfer dahingegeben hat, zeigt uns auch am klarsten den herrlichen Ausgang dieses Werkes, wie es die Worte des Weihnachtsliedes bekennen:

Das Licht aus dieser kleinen Höhle
Streckt sich in alle Welt hinein.

Solche Zuversicht konnte nicht aus bloß menschlicher, natürlicher Hoffnung erwachsen. Siebenhundert Jahre vor der Geburt des Erlösers auf die Könige der Heidenwelt hinweisen, die in dem Lichte und in der Kraft des neuen Gottesreiches wandeln sollten: das war ein Gedanke, den menschliche Vernunft nicht auszudenken vermochte; so weite Fernen einer herrlichen Zukunft des noch erwarteten und ersehnten Messias konnte nur der Heilige Geist erschließen, von dessen Eingebung das prophetische Wort ausging. Und wie wunderbar ist die Weissagung des Propheten in Erfüllung gegangen! Zunächst in der Weihnachtszeit selber durch den Stern, der über Bethlehems Krippe leuchtete, und die Erstlinge der Heidenwelt aus dem fernen Osten mahnte, den neugeborenen König der Welt zu suchen, und dann, als sie Ihn gefunden hatten, ihre Knie vor Ihm zu beugen, und reiche Huldigungs - Gaben Ihm darzubringen. Und wie viele ungezählte Scharen sind diesen Erstberufenen aus der Heidenwelt nachgefolgt! Von dem heidnischen Hauptmann Kornelius an, den Petrus taufte mit samt den Seinen; von den Heiden-Gemeinen, die der Apostel Paulus in zweien Weltteilen gründete, ist der siegreiche Lauf des Evangeliums gleich dem Lichte der aufgehenden Sonne von Osten nach Westen gedrungen. Der Notschrei jenes Makedonischen Mannes; „Komm hernieder in Makedonien, und hilf uns“ (Apgesch. 16, 9.), der Paulo ins Herz drang, und ihn bewog, das seligmachende Wort von Asien nach den Gestaden Europas hinüberzutragen, bewirkte als erste Frucht die Bekehrung des Kerkermeisters zu Philippi, in welchem wir den Erstling der Europäischen Heidenwelt erblicken. Wer zählt die Gemeinden, die Könige und die Völker, die aus unserem Weltteil in das Licht des neuen Gottesreiches eingingen; wie viele treue Glaubensboten sind dann auch mit der Leuchte des göttlichen Wortes in unsere Heimat vorgedrungen, und haben die tiefe Nacht aufgehellt, die unser heidnisches Vaterland überschattete; und noch war kaum das erste Jahrtausend der Neu-Testamentlichen Zeit abgelaufen, als auch schon ein ganzer Weltteil mit allen seinen Königen und Völkern der ersten Dreizahl der Bekenner aus der Heidenwelt sich anschloss, und vor dem Kinde in Bethlehem die Knie beugte. Und wie die Sonne, je höher sie am Himmel emporsteigt, auch immer wärmere und befruchtendere Strahlen über das Erdreich ausschüttet, dass die Saaten sprossen, die Blüten hervorbrechen, und die Früchte ausreifen zur Ernte: so musste auch mit jedem kommenden Jahrhundert das Licht des Evangeliums die Nationen mehr und mehr mit der läuternden Kraft eines neuen Lebens durchdringen, die Sitten mildern, die Menschen-Opfer und den Menschen-Handel, die Sklaverei, unmöglich machen; die göttliche Wahrheit auch in den bürgerlichen Gesetzen der Völker zur Geltung bringen; die Künste und Wissenschaften erblühen lassen, und die herrlichsten Werke christlicher Liebe gründen helfen, um den Armen und Unmündigen, den Kranken und Gefangenen, den leiblich und geistig Verwahrlosten die rettende Hand darzubieten. Das Alles, was im Laufe von noch nicht zwei Jahrtausenden bereits geworden ist; unser eigener Anteil an den Gütern des Heils, unsere Tempel und Altäre, unsere Bibeln und Gesangbücher, unsere christlichen Schulen und christliche Kinderzucht, unsere gläubigen Lehrer und Prediger: sie sind allzumal die beredten Zeugen, dass des Propheten weissagendes Wort sich durch den Lauf der Weltzeiten immer herrlicher erfüllen will; aber nicht minder tritt auch Jedem unter uns die mahnende Frage entgegen: „Bist du selber aus der Nacht der Sünde herausgerettet? Wandelst du in dem Lichte des neuen Tages?“ Herr, gib Gnade, dass wir Alle von Herzen bekennen können: „Ich weiß, an wen ich glaube“, und „mein Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat!“ (1 Joh. 5, 4.) (Julius Müllensiefen)


Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker.
In diesen Worten zeichnet uns der Prophet Jesaias mit wenigen aber deutlichen Strichen ein Bild des geistlichen Zustandes der Heidenvölker seiner Tage. Dasselbe Bild bietet die Heidenwelt in unseren Tagen auch. Finsternis und Dunkel liegt über jenen Erdstrichen und Völkern, über welchen das Licht der Welt, unser Herr Christus, noch nicht aufgegangen ist. Oder können wir es als etwas anderes denn als Finsternis bezeichnen, wenn sie vor stummen Götzen sich beugen und ihnen Opfer bringen und von ihnen Hilfe erwarten, wenn die Einen die Tiere des Feldes, die Andern die Fische im Wasser, wieder Andere die Gestirne des Himmels anbeten? Was bei uns jedes Kind, das zur Schule geht, aus seinem Katechismus weiß, dass der allmächtige Gott der Schöpfer Himmels und der Erde ist, das ist in keines Heiden Herz gekommen. Aus dieser Finsternis des Götzendienstes leitet sich alle andere Finsternis der Heidenwelt ab. Wie ist ihr Wandel? Ohne Scheu und Scham gehen die gröbsten Sünden im Schwange; Laster und Gräuel, welche man nicht auszusprechen wagt, Lug und Trug, Mord und Raub, die Unzucht in jeglicher Gestalt sind an der Tagesordnung und werden nicht für Sünden geachtet. Wie gehen sie mit ihren Kranken und Sterbenden um? Da ist kein Erbarmen, keine Hilfe, kein Trost. Man fürchtet den Tod und lässt Kranke und Sterbende jämmerlich im Stiche, oder gibt sie gar den wilden Tieren preis. Wie sieht's aber in den Herzen der Heiden aus? Da ist vollends Finsternis und Dunkel der Furcht und Traurigkeit denn mit all' ihren Opfern, mit allen Reinigungen vermögen sie die Stimme des Gewissens nicht zum Schweigen zu bringen, und von dem, der unsere Sünde getragen hat, wissen sie nichts. Vollends aber, wenn der Tod naht, ist's dunkel vor ihren Augen, von einem ewigen Leben und der Seligkeit bei Christo ist ihnen nichts bekannt. So fahren sie aus der Finsternis dieser Zeit in die ewige äußerste Finsternis! Über uns ist die Herrlichkeit des Herrn aufgegangen. Wie könnten wir kalten Blutes das Elend der Heiden vor uns sehen? Gott schenke uns ein erbarmend Herz und eine hilfreiche Hand! (unbekannt)

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