Psalm 67,2
Andachten
Gott sei uns gnädig - Er lasse uns Sein Antlitz leuchten, dass wir erkennen Sein Heil.
Gottes Heil ist Christus JEsus unser HErr, in welchem Gott alle unser Leben und Seligkeit gelegt hat. Dies Heil, sagt hier der Psalm, müssen wir erkennen und im Glauben annehmen. Es ist aber dies Erkenntnis nicht eine schlechte und bloße Wissenschaft, sondern ein kräftiges und lebendiges Zeugnis des Geistes Gottes in unserm Herzen von der väterlichen Liebe Gottes, so Er allen Gläubigen in Christo erzeigt. Denn alle Gläubige werden in Christo von Gott herzlich geliebt als Seine Kinder: Er hat uns geliebt in dem Geliebten, und Gott hat ein gnädiges Gefallen an ihnen, vergibt ihnen ihre Sünden, tröstet sie in allem Kreuze und nimmt ihre Seelen mit Freuden zu sich. Hinwieder macht dies lebendige Erkenntnis Gottes, dass ein Gläubiger alle seine Freude an Gottes Liebe hat in Christo, damit ergötzt er sich, daran gedenkt er stets, und wünscht Gott zu sehen, dankt Ihm für Seine Gnade, tröstet sich herzlich des teuren Verdiensts Christi, hat Ihn herzlich lieb, demütigt sich vor Ihm, betet Ihn stets an im Geist und Glauben, fürchtet Ihn, lobt Ihn, und hofft, bald ewig bei Ihm zu sein. Wer nun wissen will, ob er das lebendige Erkenntnis Gottes habe, der prüfe sich hierbei. (Johann Arnd)
Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Angesicht leuchten! Sela.
Das Erleuchten des Angesichts Gottes schildern die Heiligen als das größte Gut. Über die Verbergung seines Angesichts führen alle, die sie erfuhren, die bittersten Klagen, und eine der herrlichsten Verheißungen ist die: Ich will mein Angesicht nicht mehr vor dir verbergen. Er verbarg es einst drei Stunden lang vor seinem Sohn und dieser erschrak. Dieser Verlassung Christi am Kreuz verdanken wir's, so wir anders an seinen Namen glauben, dass wir nimmermehr von Gott verlassen werden, mochte es auch so scheinen, sondern dass er sein Angesicht über uns erleuchtet, so oft es seiner Weisheit und Liebe gefällt, und dann genesen wir. Hienieden kann unsere sterbliche, schwache, ja sündige Natur eine völlige Mitteilung der ganzen Herrlichkeit und Freundlichkeit unseres himmlischen Vaters so wenig ertragen, als unser Auge den Blick in die Sonne am Mittage. Es hat schon Heilige gegeben, welche so von himmlischer Erquickung durchströmt wurden, dass sie ohnmächtig niedersanken und ausriefen: Mindre es, oder ich sterbe. Und es gilt noch, was Gott zu Moses sagte: Kein Mensch würde am Leben bleiben, wenn er mein Angesicht sähe. Dazu gehört außer einer vollkommen gereinigten Seele auch ein verklärter Leib, und beides ist nicht für diese, sondern für die zukünftige Welt.(Gottfried Daniel Krummacher)